„EM im Heimatland eine Riesensache“ Nowitzki gibt Comeback in der Nationalmannschaft

Von Malte Schlaack

Everybodys Darling: Dirk Nowitzki nimmt sich viel Zeit für seine Fans. Foto: dpaEverybodys Darling: Dirk Nowitzki nimmt sich viel Zeit für seine Fans. Foto: dpa

Frankfurt. Große Auftritte sind nicht die Sache von Dirk Nowitzki. Dennoch meistert der Basketball-Superstar die Auftritte regelmäßig mit Bravour. So auch bei der jährlichen Pressekonferenz seines Sponsors in Frankfurt. Wenige Tage vor seinem 37. Geburtstag zeigte sich Nowitzki sehr entspannt und hatte außerdem eine gute Nachricht für seine deutschen Fans: Er wird im September bei der Europameisterschaft dabei sein.

Lange war spekuliert worden, ob der Star der Dallas Mavericks zur EM seit 2011 erstmals wieder das Trikot der Nationalmannschaft überstreift. Die Vorrundengruppe des deutschen Teams wird in Berlin ausgetragen – ein wesentlicher Grund für Nowitzkis Zusage. Im Gespräch mit Moderator Frank Buschmann, Journalisten und Fans sprach der Würzburger über:

...die Europameisterschaft: Ich habe mich entschieden, in Berlin dabei zu sein. Ich habe den Mai dazu genutzt, um etwas Abstand vom Sport zu gewinnen und viel Zeit mit meiner Familie zu genießen. Es wäre ein super Abschluss für meine internationale Karriere. Die EM im Heimatland ist eine Riesensache, das bedeutet mir viel. Wenn wir bis Juni mit den Mavericks gespielt hätten, wäre die Entscheidung vielleicht anders ausgefallen. So hab ich im Sommer ein bisschen Zeit, um abzuspannnen, um in Berlin dann hoffentlich topfit zu sein.

Kommentar. Dirk Nowitzki bei EM dabei – richtige Entscheidung

...seinen Zeitplan vor dem Turnier: Wenn man etwas älter ist, braucht man ein bisschen länger, um in die Gänge zu kommen. Der Supercup (21. bis 23. August in Hamburg) ist also vielleicht schon etwas spät. Ich peile von daher das Testspiel gegen Kroatien (16. August in Bremen) an. Da werden wir uns jetzt Woche für Woche austauschen.

...über die Chancen bei der EM: Das Minimalziel muss sein, dass wir zur Endrunde nach Frankreich kommen. In der schweren Gruppe (Island, Serbien, Türkei, Italien und Spanien) wird es natürlich schwer, aber vor eigenem Publikum müssen wir das schaffen und unter die besten vier kommen. Wenn man ganz oben mitspielen will, muss man eben jeden schlagen, das ist in jeder Liga so. Ich hoffe, dass wir vor allem als Mannschaft schnell zusammenwachsen und defensiv gut stehen.

...über seine Saison in der NBA: Ich habe im November super angefangen, nachdem ich Sommer sehr viel Arbeit reingesteckt habe. Im Dezember habe ich dann ein paar körperliche Probleme bekommen, die mich leider etwas zurückgeworfen haben. Es hat dann etwas gedauert, bis ich mich wieder rangekämpft habe, aber zum Ende der Saison wurde es dann wieder richtig gut. Ich hoffe, dass es nächste Saison dann wieder konstanter wird und nicht wie in den Playoffs (1:4 gegen die Houston Rockets) , wo ich in zwei Spielen nicht gut getroffen habe. Da ich sehr selbstritisch bin, beschäftige ich mich auch mehr mit solchen Partien.

...über seinen Tipp für die NBA-Finals: Ich sehe die Golden State Warriors leicht vorne. Sie haben einen tieferen Kader als die Cleveland Cavaliers, auch wenn man LeBron James natürlich nie vergessen darf. Außerdem haben sie den Heimvorteil.