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Regionalliga startet mit 22 Reserveteams

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Für Holstein Kiel in der Regionalliga: Michael Holt.Für Holstein Kiel in der Regionalliga: Michael Holt.

Die Regionalliga geht am Wochenende in drei Klassen als vierte Liga ins Rennen – mit insgesamt 22 Reservemannschaften von Bundesligisten. Zum Start der Regionalliga Nord spielt der SV Wilhelmshaven , der seinen kompletten Kader austauschte und im letzten Moment noch den Vertrag mit Trainer Predrag Uzelac verlängerte, in Kiel.

Sechs Reserveteams sind in der Klasse vertreten. Als erstes Reserveteam greift Hertha BSC II am Freitag gegen VfL Wolfsburg II ein. Samstag startet Favorit 1. FC Magdeburg mit dem Ex-Meppener Paul Linz als Trainer bei Hannover 96 II.

Linz war Fußballprofi u. a. bei Werder Bremen und VfL Osnabrück und Trainer in Meppen, bei den Stuttgarter Kickers, in Trier und Ahlen. Er kennt sich aus im Norden; folglich holte er Deniz Siga (VfB Oldenburg/U 19), Martin Geisthardt (VfL Osnabrück II) und Radovan Vujanic (Kickers Emden). Es gingen 15 Spieler, u. a. Matthias Deumelandt (zum VfB Oldenburg) und Steffen Baumgart.

Beim insolventen VfB Lübeck gibt es nur unter der Regie des bisherigen „Co“ Hans-Peter Schubert, einem Österreicher, nur noch zwei bekannte Gesichter aus der letzten Serie.

Bei Holstein Kiel führen weiterhin unter der Trainerregie von Peter Vollmann (41) der Ex-Meppener Michael Holt, der im Pokalduell gegen Rostock zuerst auf der Bank blieb, und Dimitrijus Guscinas die Offensive an. Es gibt kaum Abgänge beim Oberliga-Meister, geringfügige Ergänzungen durch Hendrik Großöhmichen und Alexander Nouri (vom VfL Osnabrück) sowie Michael Frech (Siegen) und Jan Hoffmann (Lübeck).

Der FC Oberneuland stockte mächtig auf. Zu den elf Zugängen zählen Danny Cornelius vom SV Meppen, Dario Fossi und Viktor Pekrul vom SV Wilhelmshaven, Stefan Puttkammer, der nach zwei Wochen in Cloppenburg wieder aussortiert worden war, Erkan Kilicaslan (VfB Oldenburg) sowie die beiden Muzzicato-Brüder – Fabrizio war schon mal in Meppen – aus Bremerhaven.

Das Geld besorgten sich die Oberneuländer, die in der Oberliga hinter dem SV Meppen platziert waren, im DFB-Pokal, wo mit dem Sieg gegen Koblenz die 2. Runde erreicht wurde. Rund 100000 Euro Fernsehgelder für die 1. Runde, 240000 Euro für die zweite. Da ist es dann auch egal, dass nicht einmal 1000 Zuschauer das Weiterkommen im Elfmeterschießen sehen wollten, bei dem Danny Cornelius mit einem verschossenen Strafstoß die Spannung zusätzlich anheizte.

In der mit acht zweiten Mannschaften „gesegneten“ Regionalliga West starten die Sportfreunde Lotte gegen RW Essen. Nur beim Duell Oggersheim gegen Kleve ist am ersten Spieltag kein Reserveteam beteiligt. Mit dabei ist aber der Ex-Meppener Eray Bayraktar, der gut in Kleve angekommen ist und am Tag seines 23. Geburtstages im Test gegen englischen Zweitligisten Northhampton den 2:0-Endstand besorgte. Dabei hatte er Kleve nicht unbedingt in bester Erinnerung. „Ich habe mir hier mal mit Nordhorn im Testspiel ’ne 0:3-Klatsche abgeholt.“

Kleve ist Tradition: Hier fand am 16. Oktober 1910 das erste Fußballländerspiel auf deutschem Boden zwischen Deutschland und Holland statt. Mit finanzieller Unterstützung durch den Generaldirektor der Margarinewerke wurde eigens eine 1000 Zuschauer fassende überdachte Sitzplatztribüne errichtet. Jetzt wird für die Regionalliga total umgebaut.

Auch die Klever Mannschaft erhielt ein neues Gesicht. Von den neuen Spielern kenne er, so Bayraktar, eigentlich keinen – nur den Trainer, Arie van Lent. Den neuen Manager müsste der torgefährliche Mittelspieler, eigentlich auch kennen. Mit Klaus Hilpert, dem Ex-Bochumer Manager, soll es ganz nach oben gehen.

Der BV Cloppenburg muss beim VfL Bochum II beginnen. Wahrscheinlich steht der einstige Meppener Ersatzschlussmann Dominique Nowak sogar zwischen den Pfosten. Nowak und auch Pascal Formann (vom 1. FC Saarbrücken) überzeugten keineswegs in der Vorbereitung, so dass schon ein dritter Torhüter im Gespräch war. Jetzt ist Formann verletzt, und Nowak kann seine Chance nutzen. Sicher im Aufgebot sind Oberliga-Torschützenkönig Sergej Zimin vom SV Wilhelmshaven sowie Edin Terzic und Norman Seidel vom Ex-Klub des neuen Trainers Frank Schulz, Westfalia Herne.

Ob die Cloppenburger in zehn Tagen das erste Heimspiel gegen den 1. FC Köln II in der eigenen „Arena Oldenburger Münsterland“ austragen können, steht noch nicht endgültig fest. Die Umbauarbeiten stockten in der vorigen Woche. Als Ersatz wurde das Jade-Stadion in Wilhelmshaven angegeben. Am 23. August steigt dort dann Wilhelmshaven gegen Babelsberg und einen Tag später vielleicht BVC - 1. FC Köln II. Es laufen schon Wetten, dass in Pewsum mehr Zuschauer kommen.

Das Spielen auf fremden Geläuf ist nicht unnormal in den neuen Regionalligen. HSV II spielt neuerdings in Norderstedt, Altona 93 bei Viktoria Hamburg, Kleve in Krefeld, Regionalliga-Neuling 1. FC Eintracht Bamberg (ein Fusionsgebilde aus 1. FC Bamberg und Eintracht Bamberg) weiß noch nicht, wohin er den SSV Reulingen schicken soll: nach Weismain (Fassungsvermögen dort bei 18000 Zuschauer, gehört aber nach der Insolvenz des SC Weismain einer Fördergesellschaft) oder Bayreuth. Der TSV Großbardorf spielt im Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt, Waldhof Mannheim und Sandhausen in Reutlingen. 96 II hat es gut: Die Hannoveraner müssen ins riesige AWD-Stadion. Das kostet, meinen die Profis.


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