Die Mannschaft ist der Star Girolive-Panthers: In der Liga spitze und kurz vorm Final-Four

Von Ansgar Maßbaum

Teamgeist: Die Panthers schwören sich ein. Foto: KemmeTeamgeist: Die Panthers schwören sich ein. Foto: Kemme

Osnabrück. Ein ganz schön dickes Brett haben die Girolive-Panthers im Jahr 2014 gebohrt: Nach dem Abstieg aus der Bundesliga stehen die Basketballerinnen in der 2. Bundesliga unangefochten an der Tabellenspitzen und haben im Pokal am Sonntag die Chance, das Ticket für das Final-Four-Turnier zu buchen. Was kann Osnabrücks Basketballherz zurzeit mehr erwarten?

Vor dem Saisonstart riefen die OSC-Korbjägerinnen ihr Motto aus: „Die Panthers werden nicht zum Kuscheltier.“ Mit alten Bekannten und neuen Gesichtern sollte der Abstieg schnell vergessen gemacht werden. Als Zielvorgabe erwarteten Managerin Julia Riethmüller, Trainer Christian Kaiser und Kotrainer Stefan Eggers, „oben mitzuspielen“ – was die Panthers in der Hinserie mit Bravour gemeistert haben.

Kaiser ist mit den bisher gezeigten Leistungen seiner Mannschaft bestens zufrieden. „Das war eine annähernd perfekte Hinrunde. Hätte uns das jemand vorher prognostiziert – ich hätte das sofort unterschrieben“, sagt er. Vierzehn Pflichtspiele haben die Panthers seit dem 20. September absolviert, elf in der Liga, drei im DBBL-Pokal. Nur am 4. Spieltag in Göttingen holten sich die OSC-Damen ein blaues Auge ab und gingen als Verlierer vom Platz. Seitdem haben die Panthers kein Spiel mehr verloren und dazugelernt. „Das gesamte Team hat einen enormen Schritt nach vorne gemacht und sich weiterentwickelt. Alle zwölf Spielerinnen haben mittlerweile ihre Rolle im Team gefunden und wissen, sie auszufüllen“, freut sich Kaiser.

Mit Angela Pace kehrte nach überstandener Schulterverletzung das „Herz“ der Mannschaft aus dem Vorjahr an die Hase zurück. Neben ihr als bester Spielmacherin der Liga erwies sich Neuzugang Alysa Horn als Glücksgriff. Sie ist mit 151 Punkten die bisher treffsicherste Osnabrückerin. Aber nicht nur die Amerikanerinnen setzten Ausrufezeichen. Wiebke Kropp-Büttner (vorher Moabit Berlin) und Susanne Niehaus (BC Marburg) haben das Team verstärkt. Mit Michelle Müller und Melina Knopp, die zur besten Vorlagengeberin avancierte (18 Assists), nutzten zwei Eigengewächse der Region die Chance, sich zu etablieren.

Als verlässliche Säulen der Mannschaft erwiesen sich mit Britta Worms die Kapitänin Juliane Höhne sowie die 43-jährige Katrin Sokoll-Potratz. Und nicht zu vergessen: Die „Jungen Wilden“ um Marisa Koopmann, Tonia Dölle und Annemarie Potratz. Durchschnittlich elf Minuten standen die Youngster auf dem Parkett und gaben dem Team die nötige Energie, wenn sie gefordert waren. Der Mix aus erfahrenen Kräften und jungen entwicklungsfähigen Spielerinnen stimmt, versichert der Trainer. „Beide Seiten profitieren voneinander. Die Jungen von den Alten und umgekehrt. Das gibt uns die nötige Stabilität.“

Die Mannschaft ist der „Star“. Keine Alleingänge, keine Überheblichkeiten. Stattdessen: Kampf, Spielverständnis und Konzentration bis zum Abpfiff. Jeder Sieg, wenn auch häufig knapp, wurde hart erarbeitet. Nur 642 kassierte Punkte machen die Panthers zur zweitbesten Abwehr der Liga. Auffällig ist außerdem, dass das Spiel variabler geworden ist. Gibt es beim Distanzwurf noch Verbesserungsbedarf, so ist das Spiel unter dem Korb und die Ballzirkulation sehenswert. „Wir müssen uns in einigen Bereichen natürlich noch steigern. Es sind ja noch elf Spiele in der Liga“, sagt Kaiser und fügt an, „unser Ziel sind und bleiben die Play-offs – bis dahin wollen wir voll da sein. Auch das Erreichen des Final Four wäre für uns ein Highlight.“

Abzuwarten ist, wie sich die Abgänge von Michelle Müller (aus beruflichen Gründen Ende Januar) und Leistungsträgerin Britta Worms (studienbedingt zum Jahresende) auswirken. Mit der 25-jährigen Kanadierin Emma Duinker, die von Erstligist Tus Bad Aibling an die Hase gewechselt ist , soll die Lücke geschlossen werden, die Worms hinterlässt. 2015 soll der erfolgreiche Kurs fortgesetzt werden – kein Selbstläufer. „Wir wollen natürlich oben bleiben, müssen aber genau so hart weiterarbeiten und schauen, wie wir mit den Veränderungen klarkommen“, sagt Kaiser, „ich habe aber vollstes Vertrauen in meine Mannschaft, denn sie besitzt eine großartige Mentalität.“


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