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24.11.2014, 12:40 Uhr zuletzt aktualisiert vor CHAOS BEIM VFB STUTTGART

Zum Veh-Rücktritt: Schwäbischer Scherbenhaufen

Kommentar von Malte Schlaack


Osnabrück. Wenn eine Mannschaft nach zwölf Spielen mit nur neun Punkten Letzter in der Fußball-Bundesliga ist, steht eigentlich automatisch der Trainer in der Diskussion. Nicht so beim VfB Stuttgart, wo Armin Veh als Meistermacher von 2007 einen Freifahrtsschein hatte. Dennoch müssen die Schwaben sich jetzt einen neuen Trainer suchen – mal wieder. Veh ist zurückgetreten und das Chaos in Stuttgart wird immer größer.

Die Entwicklung ist erschreckend. Seit der Meisterschaft vor sieben Jahren lief beim VfB so ziemlich alles falsch, was falsch laufen kann. Vor allem auf der Position des Trainers bekam der Verein, der eigentlich über ein sehr starkes Umfeld in der Wirtschaftsregion Stuttgart verfügt, keine Konstanz rein. Zwischen den beiden Amtszeiten von Veh versuchten sich sechs Trainer auf dem Schleudersitz VfB. Erfolg hatte letztlich eigentlich nur Huub Stevens, der das Gründungsmitglied der Bundesliga in der vergangenen Saison so gerade eben vor dem Abstieg rettete. Das kann eigentlich nicht der Anspruch der Stuttgarter sein und ist es auch nicht. Dass die Realität aber mittlerweile eine andere ist und Vereine wie der letzte Gegner aus Augsburg oder aus Mainz längst vorbeigezogen sind, will man nicht sehen. Präsident Bernd Wahler philosophiert lieber davon, dass er mittelfristig wieder in der Champions League spielen will.

Veh ließ sich von diesen Phantasien anstecken und hatte erst unlängst zugegeben, dass er eine andere Situation bei seinem „Herzensverein“ erwartet hatte. Er hatte mehr erhofft von einer vom mittlerweile auch geschassten Ex-Manager Fredi Bobic maximal durchschnittlich besetzten Mannschaft, in der es an allen Ecken und Enden nicht passt und in der man Führungsspieler lange suchen muss. Veh selbst ist sicherlich aber auch nicht ganz unschuldig an der Misere. Er hatte mit dem unnötigen Torwartwechsel von Sven Ulreich zu Thorsten Kirchbaum weitere Unruhe in eine ohnehin schon verunsicherte Defensive gebracht.

Jetzt muss also wieder ein anderer Trainer versuchen, den großen Scherbenhaufen VfB aufzufegen. Es werden mit Sicherheit Rufe laut, dass Stevens zurückkommen soll. Er kennt immerhin die Gegebenheiten in Stuttgart und weiß, dass es mindestens in dieser Saison nur um eins gehen kann: Den Klassenerhalt in der Bundesliga. Dass das schwer genug wird, sollte beim VfB mittlerweile eigentlich jeder begriffen haben.