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20.11.2014, 14:19 Uhr VETTEL-WECHSEL PERFEKT

Die Sehnsucht nach Erfolgen bei Ferrari

Kommentar von Alfons Batke

Ferrari spielt in dieser Saison keine Rolle im Titelkampf der Formel 1. Foto: imagoFerrari spielt in dieser Saison keine Rolle im Titelkampf der Formel 1. Foto: imago

Osnabrück. Man könnte leicht geneigt sein, den Filmtitel „Kick It Like Beckham“ in „Drive It Like Schumi“ umzuwandeln, wenn jetzt Vollzug gemeldet wird in der Angelegenheit Vettel-Wechsel zu Ferrari. Denn bei allen finanziellen und sporttaktischen Überlegungen schwingt auch ein hohes Maß an Emotionalität und neu zu stillenden Sehnsüchten bei diesem Transfer mit.

Der Anfang des Jahres bei einem Skiunfall schwer verunglückte und weiter um seine Gesundheit ringende Michael Schumacher ist so etwas wie der ewige Übervater der Roten. Was er mit fünf Titeln in Serie von 2000 bis 2004 geschafft hat, steht für sich allein. Doch in Maranello hat man nie vergessen, dass er dafür einen sehr langen Anlauf brauchte. Der Kult-Rennstall hat ihm trotz etlicher Rückschläge die Stange gehalten

Ferrari vertraut darauf, dass Vettel aus ebendiesem Holz geschnitzt ist. Deswegen erhielt er einen Dreijahresvertrag , was in der schnelllebigen Vollgasbranche längst nicht mehr üblich ist. Ferrari sehnt sich nach Erfolgen und hat sich dabei in Vettel einen Piloten geangelt, auf den das ebenso zutrifft.

Beim Blick in die jüngere Formel-1-Geschichte wird aber auch klar, dass Titel nicht einfach so vom Himmel fallen. Die Poleposition mit Konstrukteurs- und Fahrer-WM hat sich Mercedes mit harter Arbeit, Ausdauer und viel Geld erobert; es ist nicht damit zu rechnen, dass die Silberpfeile kampflos das Platzhirsch-Revier verlassen. Also: Es ist viel Geduld bei Ferrari und Vettel gefragt, um dort hinzukommen, wo sich beide sehen: ganz oben.