Bundesliga: Torloser HSV Schlusslicht Blaues Auge für Borussia Dortmund: 2:2

Von Sportredaktion

Vor einer Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart bewahrte Ciro Immobile den BVB mit diesem Schuss zum 2:2. Foto: NordphotoVor einer Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart bewahrte Ciro Immobile den BVB mit diesem Schuss zum 2:2. Foto: Nordphoto

Hamburg. Am Tag der Entlassung von Manager Fredi Bobic stand der VfB Stuttgart bei Borussia Dortmund vor dem ersten Sieg. Am Ende reichte es zum Abschluss des fünften Spieltags der Fußball-Bundesliga nach einer 2:0-Führung zu einem 2:2. Der BVB hat vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München, als dessen erste Verfolger nun Bayer Leverkusen (1:0 gegen den FC Augsburg) und Hannover 96 (1:0 gegen den 1. FC Köln) auf den Plätzen zwei und drei liegen.

Neben den Dortmundern bleibt mit dem VfL Wolfsburg ein weiterer potenzieller Bayern-Jäger in den Startlöchern hängen: Die „Wölfe“ unterlagen bei der erstmals siegreichen Berliner Hertha mit 0:1 und waren gegenüber dem jüngsten 4:1 gegen Leverkusen nicht wiederzuerkennen. Weiter auf den ersten Sieg und auf das erste Tor der Saison wartet nach dem 0:1 in Mönchengladbach der Hamburger SV, der auf den letzten Platz abrutschte.

96 jubelt dank Joselu: Jetzt hat es auch den 1. FC Köln erwischt. Der Aufsteiger kassierte den ersten Gegentreffer und die erste Niederlage. Hannover setzte sich dank des frühen Treffers von Joselu in der Spitzengruppe fest und rehabilitierte sich nach dem 0:2 in Paderborn für die Niederlage beim anderen Aufsteiger.

Bei der Rückkehr an seinen früheren Arbeitsplatz sah der ehemalige 96-Manager Jörg Schmadtke eine nur am Anfang flotte Partie, die nach dem frühen Tor schnell verflachte und wenig Höhepunkte bot. Auch in der zweiten Halbzeit, als die Kölner aufkamen und mehr Ballbesitz hatten, wurde es nur selten unterhaltsam. Hannover verwaltete das Ergebnis, überzeugte aber im Zweikampfverhalten.

Neuzugang Jimmy Briand, der erstmals vom Anpfiff an spielen durfte und für Artur Sobiech begann, fiel gegen Joselu ab. Der zuletzt vier Jahre bei Olympique Lyon spielende Franzose bereitete immerhin mit einem abgeblockten Schuss das Tor des Tages vor. Ansonsten setzte er sich kaum in Szene und wurde nach einer knappen Stunde durch Kenan Karaman ersetzt.

Herthas erster Sieg: Dafür hat ihn Hertha geholt! Berlins prominenter Neuzugang Salomon Kalou hat dem Hauptstadtclub den ersten Bundesliga-Sieg seit 151 Tagen beschert. Mit seinem ersten Tor im Berliner Trikot sorgte der ehemalige Champions-League-Sieger für das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg. Dank einer furiosen kämpferischen Leistung holte das Team von Trainer Jos Luhukay den ersten „Dreier“. Die Gäste schlugen aus ihrer spielerischen Überlegenheit kein Kapital.

Die Mentalität der Berliner schlug am Ende die Qualität der Wolfsburger – genau das hatte Luhukay gefordert. „Wir haben heute alles in die Waagschale gelegt mit unglaublich viel Herz. Es war ein hartes Stück Arbeit“, bekannte der erleichterte Hertha-Coach. Am 26. April gegen Braunschweig (2:0) hatte das Berliner Publikum zuvor letztmals über einen Heimsieg ihrer Elf jubeln dürfen.

HSV im alten Trott: Der Zinnbauer-Effekt ist beim Krisen-HSV schon wieder verpufft. Die Hamburger unterlagen bei Borussia Mönchengladbach mit 0:1 und rutschten wieder auf den letzten Platz in der Fußball-Bundesliga ab. Mit dem fünften Saisonspiel ohne Torerfolg stellte der HSV einen Vereins-Negativrekord auf und den des VfL Bochum ein, der in der Saison 1979/1980 ebenfalls an den ersten fünften Spieltagen keinen Treffer geschafft hatte und erst nach 25 Minuten des sechsten Spiels durch Heinz Knüwe beim 2:2 in Dortmund ein Tor erzielte (siehe Graphik).

Das entscheidende Tor kassierte die Mannschaft von Slomka-Nachfolger Josef Zinnbauer durch Max Kruse (25.). Die ungeschlagene Borussia von Coach Lucien Favre kam durch den gebürtigen Hamburger zum Siegtor: Nach einer Flanke von André Hahn nahm er den Ball volley, traf den Pfosten und verwandelte den Nachschuss. „Wir hätten das 2:0 machen müssen“, bemängelte Borussia-Trainer Lucien Favre.

Bayer wieder auf Kurs: Bayer Leverkusen hat seine Schwächephase überwunden und bleibt dank eines Arbeitssieges über den FC Augsburg auf Tuchfühlung in der Spitzengruppe. Beim 1:0 ließ sich das Team von Trainer Roger Schmidt weder von gifigen Schwaben noch einer Unterbrechung wegen eines Unwetters aus dem Konzept bringen. Torjäger Heung-Min Son (33.) sorgte für den ersten Erfolg der Leverkusener nach drei Pflichtspielen mit nur einem Punkt.

Die furios in die Saison gestarteten Leverkusener taten sich nach dem 1:4 in Wolfsburg auch gegen Augsburg schwer – vom präzisen, zielstrebigen, ideenreichen Offensivfußball war bei strömendem Regen wenig zu sehen. Als der FCA einmal nicht aufpasste, schlug Son nach einem Traumpass des anstelle des beim Aufwärmen verletzten Gonzalzo Castro aufgebotenen Roberto Hilbert zu.

Borussias Aufholjagd: Der wankende VfB Stuttgart hat trotz personeller Turbulenzen auf der Führungsebene einen Schritt aus der Krise getan, den ersten Saisonsieg aber verspielt. Am Tag der Trennung von Sportvorstand Fredi Bobic kam der Tabellenletzte zu einem respektablen 2:2 bei Borussia Dortmund. Dabei bot das Team von Trainer Armin Veh eine engagierte Vorstellung, verpasste aber nach dem Doppelschlag von Daniel Didavi (48./68.) den ersten Sieg. Pierre-Emerick Aubameyang (73.) und Ciro Immobile (86.), der das 0:2 durch einen krassen Fehler eingeleitet hatte, sicherten den lange enttäuschenden Dortmundern noch einen Punkt.

Wie schon vier Tage zuvor in Mainz (0:2) gelang es der Borussia nicht, ihre großen Personalprobleme zu kompensieren. Vom vielgerühmten Dortmunder Powerfußball war wenig zu sehen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN