Tore mit Köpfchen Tradition von Seeler und Piplica lebt fort

Was war das denn gerade? Cottbus‘ Torhüter Tomislav Piplica starrt nach seinem Eigentor zum 3:3-Ausgleich für Borussia Mönchengladbach fassungslos ins Leere. Foto: dpaWas war das denn gerade? Cottbus‘ Torhüter Tomislav Piplica starrt nach seinem Eigentor zum 3:3-Ausgleich für Borussia Mönchengladbach fassungslos ins Leere. Foto: dpa

Osnabrück. Fußball ist Kopfsache, heißt es immer wieder. Auch wenn der geneigte Fußball-Fan diese Aussage angesichts manch eines Interviews mit den Aktiven infrage stellt. Allen Zweiflern sei die heutige Ausgabe des Sport-Blogs ans Herz gelegt.

Zu Beginn unseres kleinen Exkurses mit Köpfchen empfiehlt sich ein Blick zurück in jene Zeit, in der noch niemand über falsche und richtige Neuner diskutierte. 1970 bereitete nämlich einer der legendärsten Neuner der deutschen Fußball-Geschichte einer neuen Disziplin den Weg: dem Hinterkopf-Kopfball. Der legendäre Treffer Uwe Seelers im WM-Viertelfinale gegen England inspirierte die Kopfball-Virtuosen nachfolgender Generationen. Unvergessen bleibt das Tor des betörend gutgläubigen Tomislav Piplicas aus dem Jahr 2002.

Dieser Tage nun drängen sich zwei junge Torhüter in den Vordergrund, die nicht länger im Schatten des Cottbusser Schlussmannes stehen mögen. Tim Howard beispielsweise, Schlussmann des FC Everton, bewies seinen Killerinstinkt beim 1:3 in Manchester . Filip Kurto von Roda Kerkrade hingegen setzte bei seinem Treffer auf schwebende Eleganz.

Stefan Effenberg nutzte seinen Kopf eher selten zum Toreschießen. Dafür aber gerne als Bühne für ambitionierte Hobby-Zoologen unter den Friseur-Meistern. Nun wurde das zeitlose Meisterwerk allerdings noch getoppt vom amerikanischen Friseur Jesus Cruz, der einem Fan des Football-Teams der Washington Redskins das Konterfei von Quarterback Robert Griffin III auf den Kopf rasierte.

Abgesehen von den aufgeführten Beispielen lohnt es sich gelegentlich, den Kopf beim Fußball auszuschalten. So wie Rene Steer bei seinem Tor für St Neots Town während der 1:2-Niederlage im FA-Cup gegen Canvey Island. Auf die Frage, warum er den Schuss aus nahezu unmöglicher Situation abgab, sagte Steer: Warum nicht?


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