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Von Kalifornien ins Artland

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Die erste von drei bis dato vakanten Schlüsselpositionen im Team der Zweitligabasketballer des TSV Quakenbrück ist besetzt, denn gestern Mittag gab der bisher weniger bekannte Peter Heizer sein Jawort bei den ,,Drachen" für die nächste Saison. ,,Peter ist der Spieler, den wir gesucht haben. Wir können sehr zufrieden sein", meinte Trainer Chris Fleming nach der Einigung mit dem Flügelspieler.

Der 23-Jährige spielte zuletzt am College der Pacific-Universität in Kalifornien und nie zuvor in Europa, hat freilich als Sohn einer deutschen Mutter einen deutschen Pass und war somit zusätzlich interessant für die Quakenbrücker, da er keinen so genannten Ausländerplatz im Team des Vizemeisters der zweiten Liga einnimmt. Auch deshalb machte Fleming schnell Nägel mit Köpfen, als er von ihm hörte und fuhr postwendend nach Lich bei Gießen, um erste persönliche Kontakte zu knüpfen.

Schließlich hielt sich Heizer seit dem Wochenanfang in Lich auf, wo sein Agent Pat King lebt, der als ehemaliger Leistungsträger des MTV Gießen hier zu Lande ein Begriff ist. Der ,,Rest" war schnell erledigt: Der begerhte Spieler, der laut Fleming 1,95 Meter groß und sehr athletisch ist, gleichermaßen gut aus der Distanz schießt wie zum Korb zieht, kam nach Quakenbrück, machte sich selbst ein Bild vom ,,Bewerber" auch in Gesprächen mit den künftigen Teamkollegen Arne Woltmann und Danile Strauch, um dann ja zu sagen für eine zentrale Rolle im Team des ambitionierten Zweitligisten.

,,Er ist ein netter Junge, hat sofort einen sehr guten Eindruck auf uns gemacht und passt auch vom Preis her in unseren Rahmen", meinte der Trainer, der seinerseits augenscheinlich Überzeugungskraft offenbarte: Immerhin zog Heizer das beschauliche Quakenbrück dem größeren Gießen, Frankfurt und Leverkusen vor, wo er bei renommierten Erstligisten im Gespräch war. Eine tragende Rolle im Unterhaus, mit der Fleming im Vorjahr beispielsweise auch Götz Rohdewald aus Bonn und Demekssa Duresso aus Hamburg in die Provinz lockte, in der die Bundesliga-,,Bänkler" zu Leistungsträgern aufblühten, hat Heizer jedoch mehr gereizt als eine personelle Alternative im Oberhaus.

Mit dem Studenten aus Kalifornien, der gestern Abend zurück nach Lich reiste und am Wochenende zurück in die USA fliegt, um zum Trainingsstart Anfang August nach Quakenbrück überzusiedeln, ist Fleming der erste Coup gelungen. Der zweite und dritte sollen an diesem Wochenende folgen und könnten Nenad Radovski sowie Zoran Viskovic heißen, denn mit dem Serben, der zuletzt für Wolfenbüttel spielte, und dem Kroaten, der mit dem Gardemaß von 2,12 Metern zuletzt in Frankreich unter Vertrag stand, sind ,,nur noch Einzelheiten zu klären", wie der Coach sagt. Entsprechend setzt sich Fleming an diesem Freitag halbwegs beruhigt ins Flugzeug Richtung Virginia, um zwei Wochen daheim bei seinen Eltern zu verbringen, was Urlaub mit Telefonkontakt zu Agenten bedeutet. Schließlich lehnt sich der 30-Jährige erst endgültig zurück, wenn die beiden Centerpositionen besetzt sind sowie ein Nachfolger für Kotrainer Ritz Ingram (nach Mainz) gefunden ist.


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