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Thomik, der Löwen-Schreck

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Typisch Thomik: So dynamisch und entschlossen wie beim 3:0 im Laufduell mit 1860-Star Daniel Bierofka (Foto oben) tritt der VfL-Offensivverteidiger immer auf. Und gegen die "Löwen" ist er fast immer auf der Siegerseite: Mit den Regionalliga-Amateuren des FC Bayern gewann er vor drei Jahren das "kleine" Derby (Foto links, gegen Daniel Baier), mit der Spvg. Unterhaching war er 2006 an zwei Siegen (1:0 und 5:1) gegen den TSV 1860 beteiligt (Foto rechts, gegen Paul Agostino.Typisch Thomik: So dynamisch und entschlossen wie beim 3:0 im Laufduell mit 1860-Star Daniel Bierofka (Foto oben) tritt der VfL-Offensivverteidiger immer auf. Und gegen die "Löwen" ist er fast immer auf der Siegerseite: Mit den Regionalliga-Amateuren des FC Bayern gewann er vor drei Jahren das "kleine" Derby (Foto links, gegen Daniel Baier), mit der Spvg. Unterhaching war er 2006 an zwei Siegen (1:0 und 5:1) gegen den TSV 1860 beteiligt (Foto rechts, gegen Paul Agostino.

Er war der einzige Osnabrücker, der am letzten Sonntag Derbygefühle hatte: Paul Thomik trägt das Bayern-Gen, seit er als 14-Jähriger von den Scouts des Rekordmeisters im ostwestfälischen Verl entdeckt wurde. "Spiele gegen 1860 sind für mich immer noch etwas Besonderes", sagt Thomik, "und ich wusste vorher, dass wir sie schlagen. Denn an eine Niederlage gegen 1860 kann ich mich nicht erinnern."

Paul Thomik, der Löwen-Schreck. Mit der Spvg. Unterhaching schaffte er 2005 und 2006 zwei spektakuläre Siege gegen den TSV 1860; zuvor hatte er mit der "Zwoten" des FC Bayern in der Regionalliga Süd das "kleine" Derby gewonnen.

München ist ihm immer noch nah: Seine Freundin lebt und studiert dort, mit einigen Mitspielern hält er Kontakt - besonders mit dem zum Nachfolger von Oliver Kahn auserwählten Michael Rensing. In München wurde Thomik gefördert von Trainer wie Björn Andersson, Kurt Niedermayer und Hermann Gerland: "Die Zeit beim FC Bayern war fantastisch und hat mich geprägt, doch dann war es an der Zeit zu gehen."

Bei der Spvg. Unterhaching war er 2005/06 einer der auffälligsten Spieler der 2. Liga, es gab Anfragen aus der Eliteklasse. Doch dann erwischte ihn das Verletzungspech; aus einem harmlos scheinenden Bänderriss entwickelte sich eine Sehnenentzündung, die ihn vor einem Jahr aus der Bahn warf. Erst eine vom legendären Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vorgeschlagene Operation brachte den Durchbruch zur Heilung - doch da war die Saison vorbei, Unterhaching abgestiegen. Und keiner hatte Paul Thomik mehr auf der Liste.

"Da habe ich gemerkt, wie brutal schnell es im Fußball runtergehen kann", sagt Thomik, und man merkt ihm an, dass diese Zeit noch nicht lange zurückliegt: "Ich habe mich gefragt: Weiß denn keiner mehr, dass ich durch die Bayern-Schule gegangen bin? Dass ich 40 DFB-Länderspiele gemacht habe? Dass ich ein tolles Jahr in der 2. Bundesliga hatte? Ich wurde vertröstet und hingehalten, war die B-Lösung und spürte die Zweifel interessierter Vereine."

VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz kannte Thomik von der U20-WM 2005. Er verpflichtete das Talent nach Rücksprache mit Bayern-Coach Gerland, ohne Probetraining, ohne Spielpraxis. Thomik: "In Osnabrück habe ich beim Training erstmals seit einem halben Jahr wieder an den Ball getreten."

Inzwischen ist er wieder obenauf, fühlt sich wohl in Osnabrück, wo er in der Altstadt lebt. Und mag die Welt des VfL auch kleiner sein als die des FC Bayern, so erlebt Thomik doch in Osnabrück erstmals, was er in München höchstens aus den Derbys gegen die Löwen kannte: eine mitreißende Kulisse in einem gefüllten Stadion. "Unsere Fans sind überragend, und um die Stimmung beneiden uns sogar einige 1860-Profis; das haben sie mir noch am Sonntag gesagt. Ich fühle mich wohl, bin richtig glücklich." Und deshalb mag er, so aufgeschlossen er sonst ist, zu den Spekulationen über ein Interesse von Hannover 96 möglichst wenig sagen: "Ich habe beim VfL einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis 2009, keiner hat mich angesprochen."


VfL-Audio: Das Interview mit Paul Thomik »


Paul Thomik
Am 25. Januar 1985 im polnischen Zabrze geboren, kam Thomik als 3-Jähriger mit seinen deutschstämmigen Eltern nach Deutschland. Im ostwestfälischen Verl fand die Familie eine neue Heimat, dort leben die Eltern heute noch. Nach Stationen beim FC Sürenheide und Westfalia Wiedenbrück machte er als C-Junior des FC Gütersloh die Späher der Bundesligisten auf sich aufmerksam. Der Wechsel zu Borussia Dortmund war fast perfekt, als der FC Bayern anrief. Für Thomik, von Kindesbeinen an Bayern-Fan, gab es kein Zögern. Er bestritt für den FC Bayern 38 Länderspiele in der U18, U19 und U20; viermal wurde er mit Nachwuchsteams des FCB deutscher Meister. 2005 wechselte Thomik zur Spvg. Unterhaching, für die er in der 2. Bundesliga bis Dezember 2006 als Stammspieler in 40 Partien dabei war.


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