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Gute-Nacht-Geschichte dreisprachig Unangenehmer Sieg für Federer gegen Zverev

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<em>Zu-null-Sieg:</em> Roger Federer.Zu-null-Sieg: Roger Federer.

Halle. Die Frage musste kommen. Roger Federer hatte sie erwartet, um genau Bescheid zu wissen und die Antwort zu geben bei der Frage, ob er schon mal 6:0, 6:0 gewonnen hätte auf der Tour. „Ja, einmal in Schanghai, und zwar im Halbfinale, und das bei der WM.“ Den Gegner erwähnte der Maestro des Tennissports nicht, der vielmehr Mitleid hatte und das sagte, was einzigartig, zumindest höchst selten im Spitzensport ist. „Es tut mir leid. Ich wusste auch nicht, wie es kam, aber ich wollte es nicht, es ist mir nur unangenehm.“

Unangenehm, so deutlich gewonnen zu haben, einen Gegner wie Mischa Zverev „mit Brille“ bezwungen, wie Tennis-Hobbyspieler ein 6:0, 6:0 in der Umgangssprache bezeichnen, im wahrsten Sinne des Begriffs vom Platz gefegt zu haben in nur 30 Minuten im Viertelfinale der 21. Gerry-Weber-Open auf dem von ihm so geliebten Rasen in Halle/Westfalen.

Auch eine halbe Stunde und mehr nach dem letzten Ballwechsel vor applaudierender Fangemeinde war es dem Sympathieträger aus der Schweiz noch weiterhin unangenehm, was er getan hatte, beim glaubhaften Geständnis: „Das war nicht mein Ziel.“ Doch Abschenken etwa, gegnerische Punkte bewusst zuzulassen, gehöre nicht zum (Tennis-)Sport. Ihm sei ein 6:1, 6:2 „viel lieber“ gewesen, denn ein 6:0, 6:0 sei nicht das, „was man sucht“. Und nun hoffe er nur, dass das Ergebnis für Mischa „nicht so tragisch ist“.

Die nächste Frage, eine aus dem Umkehrland, war mutig, gestellt zu werden, aber bot sich an, um den Weltstar und seine menschliche Note auch beim Blick auf die andere Seite der Medaille zu erleben. Ob er schon mal die Rolle seines Gegners erlebt und 0:6, 0:6 vielleicht in jungen Jahren verloren habe. „Ja, einmal als Junior mit 8 Jahren, und da wollte man mich aus dem Kader der Region werfen“. Was nicht passierte.

Und wenn schon Federer ganz menschlich, dann ist auch Federer als Familienvater ein Thema, zumal Ehefrau und Kinder mit ihm die Wohlfühl-Atmosphäre in Halle im Sportpark-Hotel an der Roger-Federer-Allee neben dem Gerry Weber Stadion genießen. Wie denn gesprochen werde mit Ehefrau Miroslava (gebürtige Slowakin) und den Zwillingen Charlene Riva und Myla Rose. „Die Gute-Nacht-Geschichte gibt es in drei Sprachen“, verriet der glückliche Papa (seine Mutter ist aus Südafrika) , der nur eines am schnellen Sieg gegen Zverev gut fand: mehr Zeit für die Familie zu haben, auch wenn ihm sein Gegner weiter leidtat...


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