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Noch rechtzeitig aufgewacht Hannover startet mit einem 2:2 in Enschede in die Europa-League-Gruppenphase

Von Mirko Nordmann

<em>Kampf mit harten Bandagen: </em>Hannovers Sergio Pinto (links) nimmt Enschedes Willem Janssen (rechts) den Ball ab. Foto: ReutersKampf mit harten Bandagen: Hannovers Sergio Pinto (links) nimmt Enschedes Willem Janssen (rechts) den Ball ab. Foto: Reuters

Enschede. Hannover 96 hat den Startschuss zur Gruppenphase der UEFA Europa League beinahe verschlafen. Nach den erfolgreichen Auftritten in der Bundesliga präsentierten sich die Niedersachsen gestern Abend bei niederländischen Tabellenführer Twente Enschede zuerst spielerisch schwach, erkämpfen sich aber nach einem 0:2-Rückstand beim 2:2-Unentschieden zumindest einen Punkt.

Im Gegensatz zu den Gästen lieferten die Niederländer vor 22500 Zuschauern im Stadion De Grolsch Veste gleich zu Begin eindrucksvoll den Beweis, warum sie in der Ehrendivision nach fünf Spieltagen noch unbesiegt sind. Es dauerte ganze 52 Sekunden bis die 1500 mitgereisten 96-Fans erstmals tief durchatmen mussten, als Luc Castaignos nur knapp das Tor verfehlte. Vor der Partie hatte 96-Trainer Mirco Slomka vor den gefährlichen Flügelstürmern gewarnt – nur sein Team fand gegen Nacer Chadli und vor allem den umtriebigen Dusan Tadic kein probates Mittel. Weil die Außenverteidiger Steven Cherdundolo und Konstantin Rausch komplett mit ihren Defensivaufgaben beschäftigt waren.

Eine halbe Stunde lang durften die Hannover nur zuschauen und sich von den Gastgebern eine Lektion in schnellem Kombinationsspiel anschauen. Dem verunsicherten und ergebnislosen Ballgeschiebe der Hannoveraner setzten die Niederländer ein flinkes Passspiel entgegen. Erst in der 33. Minute durfte Szabolcs Huszti bei einem Freistoß das erste Mal auf das Twente-Tor schießen.

Bis dahin hatte sich Twente aber bereits fünf gute Torchancen herauskombiniert – teilweise mit freundlicher Unterstützung der Hannoveraner. Dem Enscheder Führungstor durch Willem Janssen war ein schwacher Pass von Zieler vorausgegangen (7.). Danach setzte der oft überfordert wirkende Innenverteidiger Felipe seinen Gegenspieler Castaignos in Szene, der mit seinem 16-Meter-Schuss aber knapp das Tor verfehlte.

In der stärksten Phase der Gastgeber hatte Tadic zwei weitere gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Weil das Team des Ex-Wolfsburg-Trainers Steve McClaren nicht nur flott nach vorne spielte, sondern sich auch diszipliert und schnell wieder in der Defensive ordnete, blieb der Twente-Strafraum für die Hannoveraner Tabuzone.

Der Eindruck verfestigte sich im zweiten Durchgang, als Chadli mit einem abgefälschten Freistoß das 2:0 erzielte (54.) Die Hannoveraner zeigten jedoch, dass sie sich in ein Spiel hereinkämpfen können. Durch die Einwechslung von Artus Sobiech, der zur Halbzeitpause den schwachen Mohammed Abdellaoue ablöste, kam mehr Schwung in die Offensivaktionen der Gäste. Spielerisch klappte zwar weiter nicht alles, doch zumindest stimmte der Ertrag: Sobiech verkürzte nach einem abgefälschten Distanzschuss auf 1:2 (67.), ehe Twente-Innenverteidiger Peter Wisgerhof den Ausgleichstreffer besorgte, als er den Ball nach einer Linksflanke unhalbar ins Tor ablenkte (72.).

Die Hannoveraner durften sich aber nicht nur bei Wisgerhof bedanken, dass sie mit einem blauen Auge und einem Punktgewinn davonkamen, sondern auch bei Luc Castaignos, der in der Schlussphase gleich mehrere Großchancen vergab. In der Nachspielzeit hielt Zieler mit einer Parade gegen den Twente Stürmer den Punkt fest.