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„Geil auf die großen Spiele“ Bayern München stapelt nach der Gala in der Champions League tief – Müller läuft Barças Messi den Rang ab

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<em>Spaßfußballer:</em> Arjen Robben und Thomas Müller. Foto: dpaSpaßfußballer: Arjen Robben und Thomas Müller. Foto: dpa

München. Von einer Wachablösung in Europa wollte bei den Bayern niemand etwas wissen. „Nein, so arrogant sind wir nicht. Wir werden ganz ruhig unseren Weg weitergehen, wie wir das bisher auch gemacht haben“, wiegelte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach der magischen Nacht von München ab. Die Tiefstapelei wird ihm keiner abnehmen. Was die Bayern beim 4:0-Sieg im Halbfinalhinspiel der Champions League gegen die einstigen Giganten des FC Barcelona zeigten, war Fußball der Marke europäische Spitzenklasse.

Einer, der riesigen Anteil an dem traumhaften Fußballabend hatte, war Thomas Müller. Er brillierte gegen Barcelona wie bei der WM 2010, als er die DFB-Elf bis ins Halbfinale trieb. Immer, wenn’s ernst wird, ist auf Müller Verlass. „Auf die großen Spiele bin ich eben besonders geil“, sprudelte es aus dem zweifachen Torschützen heraus. Wer den schlaksigen und schlagfertigen Profi aus dem oberbayerischen Weilheim spielen sieht und reden hört, denkt an einen ausgebufften Routinier. Dabei ist der Nationalstürmer erst 23 Jahre jung. Und trotzdem war’s Müller, der mit riesigem Einsatz, Durchsetzungsfähigkeit und einer großen Portion Cleverness entscheidenden Anteil am Sieg gegen Barça hatte. Der Offensivspieler war in Bayerns herausragendem Ensemble noch ein Stückchen besser als der Rest. „Es ist im Moment eine gute Phase, die ganze Mannschaft funktioniert von 1 bis 25“, analysierte er und gab zu bedenken, dass das Finale am 25. Mai in London noch lange nicht erreicht sei.

Ist es doch. In dieser Form kann den Bayern im Camp Nou nichts passieren. Auch deshalb, weil das Erfolgsrezept von Trainer Jupp Heynckes eigentlich ganz einfach ist. „Wichtig ist, dass man den Gegner perfekt kennt, analysiert und sich einen Plan zurechtlegt, an den sich alle halten.“ Der Plan ist ebenfalls ganz simpel. Die Grundordnung, die taktische Disziplin und das intensive Arbeiten nach hinten aller Spieler ist das Konzept, aus dem eine Mannschaft der Extraklasse geformt worden ist.

Gegen die Dauerläufer des FC Bayern hatte der FC Barcelona nichts entgegenzusetzen. Zwar hatten die Katalanen mit 63 Prozent Ballbesitz ein Übergewicht, aber die 37 Prozent der Bayern waren effektiver. Wenn das Kurzpassspiel schon im Ansatz gestört wird, wie es der deutsche Meister fast in Vollendung vormachte, dann hat auch ein Weltklassespieler wie Lionel Messi Probleme. „Barça ist nicht nur Messi. Wir mussten Gegenmaßnahmen ergreifen. Der Schlüssel zum Erfolg war die Defensive. Sie hat nur anderthalb Chancen zugelassen“, lobte Heynckes einmal mehr seine Abwehrkräfte.

In der Tat war Messi nur ein Schatten seiner selbst. Kaum Sprints und Dribblings, kein Schuss aufs Tor – zeitweise schlenderte er wie ein Spaziergänger über den Platz. „Was passiert ist, ist eine Schande“, räumte der Argentinier ein. „Die Bayern waren viel stärker als wir und uns körperlich überlegen.“ Allerdings war Messi erst kurz zuvor von einer Verletzung genesen.

Dass Barça nicht ins Spiel fand, lag auch daran, dass das gefährliche Tiki-Taka-Spiel angeführt von den Strategen Bastian Schweinsteiger und Javi Martínez, erst gar nicht zugelassen wurde. Auch wenn am kommenden Mittwoch noch einmal gespielt werden muss, sind diese Bayern auf dem Weg ins Finale nicht mehr aufzuhalten. „Man hat sie öfters gesehen, diese Magie von Camp Nou. Aber wir wollen der Welt zeigen, dass das nicht für uns zutrifft“, sagte Müller. Wie auch immer: Die Fußballwelt verneigt sich vor dem FC Bayern.


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