zuletzt aktualisiert vor

Konzept: Klassenerhalt schön, Entwicklung wichtiger

HOFFNUNGSVOLL ins Neuland: das U-23-Team des VfL Osnabrück (mit hintere Reihe von links) Matthias Rose, Thomas Egbers, Benjamin Möllers, Marc Heider, Simon Tüting, Matthäus Zehn, Julian Cirkovic, Dennis Kavermann und Henning Bünemann sowie (mittlere Reihe von links) Trainer Heiko Flottmann, Teambetreuer Karl-Heinz Diehl, Co-Trainer Jürgen Mehl, Jan Ziegler, Matthias Terpe, Christian Mäscher, Mustafa Aslantas, Christian Schiffbänker, Ralf Möllering, Betreuer Axel Chmiel und Fitness-Trainer Axel Kreutzer sowie (vordere Reihe von links) Mike Thomas, Jonnie Guimaraes-Klausch, Tobias Schimmöller, Drilon Gashi und Sebastian Schmidt. Es fehlen David Valazquez-Rivera und Ersatztorwart Kiymas Yilmaz.HOFFNUNGSVOLL ins Neuland: das U-23-Team des VfL Osnabrück (mit hintere Reihe von links) Matthias Rose, Thomas Egbers, Benjamin Möllers, Marc Heider, Simon Tüting, Matthäus Zehn, Julian Cirkovic, Dennis Kavermann und Henning Bünemann sowie (mittlere Reihe von links) Trainer Heiko Flottmann, Teambetreuer Karl-Heinz Diehl, Co-Trainer Jürgen Mehl, Jan Ziegler, Matthias Terpe, Christian Mäscher, Mustafa Aslantas, Christian Schiffbänker, Ralf Möllering, Betreuer Axel Chmiel und Fitness-Trainer Axel Kreutzer sowie (vordere Reihe von links) Mike Thomas, Jonnie Guimaraes-Klausch, Tobias Schimmöller, Drilon Gashi und Sebastian Schmidt. Es fehlen David Valazquez-Rivera und Ersatztorwart Kiymas Yilmaz.

Was auch immer am Ende der Saison 2005/2006 bilanziert wird - eine Erfahrung ist die Premiere allemal wert. "Es ist ein Abenteuer, was wir eingehen, aber es ist die Konsequenz für unser Konzept", betont Heiko Flottmann, dessen vereinsinterne "Beförderung" vom Coach der A-Junioren zum Trainer der Reserve des VfL Osnabrück symptomatisch ist und entsprechend genau passt zum Aufstieg der Lila-Weißen in die Oberliga.

Talentschau: Damit ist der VfL erstmals in seiner Vereinsgeschichte mit seiner zweiten Mannschaft in der vierthöchsten Spielklasse vertreten. Allerdings nicht allein mit einem Reserveteam, das sich besser als U-23-Mannschaft liest, denn mit dem VfL Wolfsburg und Hannover 96 engagieren sich zwei Bundesligisten, mit Eintracht Braunschweig ein Zweitligist sowie mit FC St. Pauli und Holstein Kiel zwei weitere Drittligisten neben den Lila-Weißen in dieser Liga. Alle nicht vorrangig, um Meister zu werden, sondern um den Talenten, die zuvor bei den A-Junioren in der Bundesliga oder Regionalliga heranwuchsen, eine weiterhin möglichst höherklassige Ausbildung zu bieten.

Neuaufbau: Neu und doch nicht neu ist das, was der VfL auflaufen lässt. Neun Spieler gingen, weil sie keine Perspektive sahen bzw. aufgezeigt bekamen oder sich schlichtweg anders orientierten, zwei rückten in den Profikader auf. Fünf kamen von auswärts, ohne neu zu sein, denn sie kamen zurück zu den Lila-Weißen wie Exprofi Matthias Rose als Leitfigur, der in Oldenburg gereifte Christian Schiffbänker und der in Rieste weiterentwickelte Thomas Egbers. Acht kamen aus der eigenen A-Junioren-Mannschaft hinzu mit dem gerade geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga als Empfehlung. Acht blieben aus dem Team, das Niedersachsenmeister wurde und den Aufstieg schaffte.

Stärken: Technisch dürfte der VfL in dieser Liga mithalten können, weil fast alle Spieler die A- und B-Junioren-Zeit bei den Lila-Weißen absolviert und damit eine hochwertige Ausbildung erfahren haben. "Es ist nur die Frage, wie schnell wir die Umstellung schaffen", gibt Flottmann zu bedenken, der dabei ein einfach klingendes Rezept verrät: "Wir müssen ein paar Wege mehr machen als erfahrene Gegner, mehr Aufwand betreiben." Entsprechend setzt der Coach auf die bewährte Schnelligkeit und Spielfreude Marke Lila-Weiß.

Schwächen: Es fehlt an Erfahrung, wenn man einmal von Matthias Rose als Exprofi absieht, denn keiner aus dem Kader spielte jemals so hoch im Herrenbereich. Bis September, ehe Tobias Schimmöller seine Schulter-OP überstanden hat, haben die Osnabrücker ein Torwartproblem, das abwechselnd durch "Aushilfe" aus dem Profi- bzw. A-Junioren-Kader gelöst werden soll.

Vorgabe: Ziel Nummer eins für Flottmann ist die weitere Ausbildung der Talente mit Perspektive Profikader. Erst Ziel zwei lautet Klassenerhalt, "um unserer A-Jugend weiter eine möglichst hohe Klasse im Herrenbereich zu bieten". Was nicht heißt, dass der VfL sich von außerhalb verstärkt, um unbedingt in der Oberliga zu bleiben, denn deshalb wird das Konzept der Talentförderung nicht umgestellt. Auch auf das Risiko hin, Lehrgeld gegen etablierte Teams zu zahlen, weil Lila-Weiß nicht mit Voll- oder zumindest mit Halbprofis wie andere aufläuft, sondern das Abenteuer Oberliga mit der Jugend anpackt.


0 Kommentare