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Fans zeigten auf den Täter Affenlaute bei Spiel von Preußen Münster – Nationalspieler entsetzt

Die Fans von Preußen Münster zeigten auf den Täter und machten ihn so für die Ordnungskräfte erkennbar. Foto: imago images/NordphotoDie Fans von Preußen Münster zeigten auf den Täter und machten ihn so für die Ordnungskräfte erkennbar. Foto: imago images/Nordphoto

Münster. Kurz vor dem Ende des Drittliga-Spiels zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers kommt es zu einer rassistischen Beleidigung auf der Tribüne. Die Fans und der Verein reagieren sofort.

Mit einer bemerkenswerten Aktion und lautstarken "Nazis raus"-Rufen haben Fans des Bundesliga-Gründungsmitglieds Preußen Münster auf einen Rassismusvorfall reagiert. In der Schlussphase des Drittliga-Spiels gegen die Würzburger Kickers am Freitagabend hatte ein Mann auf der Tribüne den Gäste-Profi Leroy Kwadwo beleidigt und Affenlaute in Richtung des 23-Jährigen gemacht.

Nach Vereinsgaben zeigten daraufhin andere Fans auf den Zuschauer, damit dieser von Ordnungskräften ausfindig gemacht werden konnte. Zudem riefen zahlreiche Fans "Nazis raus". Ein Sprecher der Polizei bestätigte unserer Redaktion, dass gegen den Verdächtigen ein Strafverfahren eingeleitet worden ist. Es gehe um den Tatbestand der Volksverhetzung, der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. 

Antonio Rüdiger twittert

Am Samstag meldete sich mit Antonio Rüdiger ein Nationalspieler zu Wort. Der Spieler vom FC Chelsea twitterte: "Wahnsinn... und schon wieder ein Vorfall. Unfassbar. Aber Respekt vor den Reaktionen der Zuschauer."

Auch von anderer Stelle wurde die Reaktion der Zuschauer gelobt: Der Deutsche Fußball-Bund verurteilte die Tat, lobte die Reaktionen und verwies auf das richtige Handeln von FIFA-Schiedsrichterin Katrin Rafalski. "So traurig und beschämend der rassistische Vorfall gegenüber Leroy Kwadwo" gewesen sei, "so vorbildlich waren die sofortigen Reaktionen darauf", twitterte der DFB auf seinem Account zur 3. Liga. Rafalski habe gemäß der Drei-Stufen-Regel der Europäischen Fußball-Union UEFA eine Stadiondurchsage veranlasst und versucht, Kwadwo zu beruhigen. Auf Fotos ist zu sehen, dass Kwadwo die Unparteiische aufmerksam machte und in Richtung Tribüne zeigte.

Foto: imago images/Kirchner-Media

Auch der betroffene Spieler Leroy Kwadwo hat sich inzwischen in den sozialen Medien ausführlich zu dem Vorfall geäußert. Bei Instagram schrieb der 23-Jährige am Samstag: "Ich wurde von einem einzelnen Zuschauer rassistisch beleidigt. Dies macht mich einfach nur traurig." Der Abwehrspieler der Würzburger Kickers hob hervor: "Ich habe zwar eine andere Hautfarbe, aber ich bin hier geboren." Und er fügte hinzu: "Ich bin einer von Euch." 

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Liebe Fußballfreunde, leider ist es bei unserem Auswärtsspiel bei Preussen Münster zu einem bedauerlichen Zwischenfall gekommen. Ich wurde von einem einzelnen Zuschauer rassistisch beleidigt. Dies macht mich einfach nur traurig. Ich habe zwar eine andere Hautfarbe, aber ich bin hier geboren, in diesem wunderbaren Land, das mir und meiner Familie so viel gegeben und erst ermöglicht hat. Ich bin einer von Euch, ich lebe hier und darf hier meine Berufung und Leidenschaft als Profi der Würzburger Kickers ausleben. So etwas wie gestern macht mich einfach nur traurig und wütend, weil jeder wissen muss: #Rassismus gehört nicht in UNSERE Welt. Wir alle haben die Möglichkeit, dagegen anzugehen und das Ganze zu unterbinden, wenn’s passiert. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen Menschen im Stadion, den Verantwortlichen und Spielern von Preußen Münster und ganz besonders meinem Team und den Kickers bedanken, die mir sofort zur Seite gestanden sind. Eure Reaktion 🙌🏾 ist vorbildlich - Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet. WIR müssen alle weiter dagegen angehen, wie IHR es getan habt und dies im Keim ersticken lassen! Danke für jede einzelne Nachricht! Ich hoffe, dass sowas endlich ein Ende hat. Danke für Eure Menschlichkeit Euer Leroy

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Club entschuldigt sich bei Kwadwo

"So abstoßend die getätigten Affenlaute gegen den Spieler waren, so beeindruckend war die anschließende Reaktionen der übrigen Zuschauer, die nicht nur auf den Täter zeigten und ihn so für die Ordnungskräfte erkennbar machten, sondern mit unüberhörbaren Nazis-raus-Rufen die starke antirassistische Haltung der Preußenfans und der Münsteraner deutlich machten", hieß es in einer Vereinsmitteilung direkt mach dem Vorfall. Der Club entschuldigte sich bei Kwadwo und den Gästen aus Würzburg.

"Danke für Eure Menschlichkeit"

Auf Instagram richtet sich Kwadwo auch nochmal speziell an seine Fans: "Eure Reaktion ist vorbildlich – Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet." Seinen Eintrag beendete er mit den Worten: "Danke für Eure Menschlichkeit."

Zuletzt hatte es auch im DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC einen Rassismus-Vorfall gegeben. Am 4. Februar hatten Schalker Fans Hertha-Profi Jordan Torunarigha beleidigt. Schalke wurde zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt.

Weiterlesen: "Unmenschlich und abstoßend": Hertha-Star Torunarigha wird rassistisch beleidigt


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