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BW 94 Papenburg gibt Klassenerhalt als vorrangiges Saisonziel in der neuen Landesliga aus Vizemeister übt sich in Bescheidenheit

Von Holger Szyska

hsz Papenburg. Ende Mai schrammten die Fußballer von BW 94 Papenburg haarscharf an der Oberliga-Relegationsrunde vorbei. Wie schnell sich die Zeiten ändern: Nur acht Wochen später hat der Vizemeister der Bezirksoberliga das bescheidene Ziel, nicht aus der nun als Landesliga firmierenden Klasse abzusteigen.

„Es wird eine hochinteressante Liga, die auf jeden Fall stärker wird als letzte Saison“, sagt Thomas Uwelius. „Nach oben und nach unten wird es eng zusammenbleiben“, prognostiziert der Trainer. Viele Vereine hätten sich „relativ gut verstärkt“. Für sein eigenes Team gilt das nur bedingt. „Wir müssen vier Spieler ersetzen“, weiß Uwelius. So fehlt mit Innenverteidiger Dirk Schulthindrik der Abwehrchef. Noch schwerer zu verkraften ist laut Uwelius der Abgang von Fabian Zaps: „Das schmerzt richtig, er war vielseitig einsetzbar.“ Mit Torhüter Frank Mülder und Kapitän André Eissing haben zudem zwei Routiniers ihre Laufbahn beendet, die „im Moment noch nicht ersetzt werden können“. Uwelius denkt dabei an „das Auftreten auf und neben dem Platz“. Mülder und Eissing hätten „das Kommando übernommen“.

Nun müssen Jüngere in die Bresche springen. Uwelius hat Heiko Sandersfeld zum neuen Kapitän ernannt, Björn Bullermann zu seinem Stellvertreter: „Sie müssen die Leader werden, das Tempo im Spiel bestimmen, vorneweggehen und ihre Mitspieler mitreißen. Dafür haben beide die Qualität.“ Sie führen einen „sehr jungen Kader“ an, wie Uwelius betont. Allein sieben Spieler kommen aus der A-Jugend in den Herrenbereich. Dazu zählt Viktor Knoll. „Was seine Technik angeht, ist er eine richtige Verstärkung für uns“, sagt der Coach. „Die Voraussetzungen sind da, aber er muss sich noch an das rauere Klima gewöhnen.“

An Zugang Tobias Fischer schätzt Uwelius die Kopfballstärke. Im Duett mit Stephan Richter sorge er in der Innenverteidigung „für eine Lufthoheit“. Allerdings gebe es auch Defizite: „Die Ruhe am Ball fehlt ihm noch, und bei uns geht es einen Tick schneller zu.“ Einen weiteren Neuen kann Uwelius „noch schwer einschätzen“: Jan Zumdohme, der krankheitsbedingt bisher wenig trainieren konnte. Und Vitali Malsam ist in erster Linie der Assistent des Trainers. Zum Einsatz solle er „nur im äußersten Notfall“ kommen.

Sein Hauptaugenmerk legt Uwelius auf die Defensive: „Unsere Abwehr muss sich stabilisieren. Wir müssen hinten sicher stehen, da werden die Spiele entschieden.“ Die Abteilung Attacke lässt den Trainer indes ruhiger schlafen: „Nach vorne sind wir so vielseitig besetzt, dass wir immer unsere Chancen kriegen werden. Da mache ich mir keine Sorgen.“ So zeigte sich Christoph Andrees in der Vorbereitung verbessert und torhungrig.

Uwelius vertraut seinen Schützlingen und kann die Zurückhaltung der Vereinsspitze auf dem Transfermarkt nachvollziehen: „Verstärkungen müssen auch realisierbar sein.“