„Werde bis zum letzten Tag alles geben“ Preußen-Trainer Antwerpen macht im Sommer Schluss

Von Alexander Heflik

Verlässt Münster im Sommer: Trainer Marco Antwerpen. Foto: imago/Kirchner-MediaVerlässt Münster im Sommer: Trainer Marco Antwerpen. Foto: imago/Kirchner-Media

Münster. Marco Antwerpen hat die Initiative ergriffen und stellt den SC Preußen Münster vor vollendete Tatsachen. Der 47 Jahre alte Fußballlehrer wird nicht mehr in Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung einsteigen.

„Ich habe die Situation im Verein und für mich analysiert. Perspektivisch will ich mich anders ausrichten“, sagte er. Einen neuen Club habe er bislang nicht, auch gebe es aktuell kein Angebot. Antwerpen will seinen Kontrakt erfüllen: „Ich werde bis zum letzten Tag alles geben. Ich kann nicht in die Zukunft schauen und sagen, was der Verein will.“

Als der SCP in die 3. Liga aufstieg, gab es nach der Winterpause im Januar 2012 eine ähnliche Situation. Damals sagte der bei den Fans populäre Marc Fascher, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde. Da war das Verhältnis zwischen dem Trainer sowie der sportlichen Leitung und dem Präsidium bereits zerrüttet. Pavel Dotchev wurde als Nachfolger verpflichtet. Davon kann bei Antwerpen, Sportchef Malte Metzelder und den heutigen Entscheidungsgremien nicht die Rede sein. Das Duo ist zumindest eine arbeitstaugliche Achse. „Unser Verhältnis ist sehr professionell. Natürlich kommt es vor, dass wir manchmal unterschiedlicher Meinung sind“, so der Coach.

Verschiedener Ansicht sind die beiden sportlichen Entscheider über die Ausrichtung. Antwerpen hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass noch weitere Transfers hätten getätigt werden sollen. Das sagte er im Sommer, das sagte er auch im Spätherbst – und das sagt er bis heute. Damit hätte der SCP – aus seiner Sicht – die Chancen erhöht, dauerhaft im oberen Tabellendrittel mitzuspielen. Metzelder dagegen stellte fest, dass der Etat für die Drittliga-Mannschaft ausgereizt sei. Der Sportchef lehnte es ab, wirtschaftliches Risiko zu gehen. Einzig Spielerverkäufe in der Winterpause hätten Spielraum bieten können.

Antwerpen dürfte die Prognose, die bei der Jahreshauptversammlung Mitte Januar den Vereinsmitgliedern aufgezeichnet wurde, nicht gefallen haben. Da wurde bekannt, dass im Etat für die neue Saison 2019/20 keine großen Sprünge zu erwarten sind. Im Klartext stehen rund drei Millionen Euro für das Personal des Teams zur Verfügung. Damit befindet sich der SCP in der zweiten Hälfte der 3. Liga, Aufstiegsambitionen sind da fast schon ausgeschlossen – wobei Unterhaching mit schmalem Budget das aktuell auf eine charmante Art und Weise widerlegt.


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