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Europa League Gruppensieg für Bayer nach Remis in Reichweite

Von dpa

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Leverkusen. Was für ein mühevoller Punktgewinn! Gegen Ludogorez Rasgrad tut sich Leverkusen in der Europa League lange sehr schwer. Erst durch die Einwechslung von zwei Spielern bekommt Bayer Ordnung in seine Aktionen und setzt zum Schluss ein Glanzlicht.

Mit einer B-Elf aus Reservisten, Formschwachen und Talenten hat sich Bayer Leverkusen eine gute Ausgangsposition für den Gruppensieg in der Europa League verschafft.

Die bereits zuvor sicher für die Runde der letzten 32 qualifizierte Werkself trennte sich am vorletzten Spieltag in einem schwachen Spiel mit 1:1 (0:0) vom bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad und hat Platz eins im Gruppenfinale am 13. Dezember bei AEK Larnaka auf Zypern damit selbst in der Hand.

Leverkusen profitierte von Larnakas 2:1-Sieg gegen den zuvor punktgleichen FC Zürich und liegt nun einen Punkt vor den Schweizern. Mitchell Weiser (84.) gelang ein Kunstschuss aus spitzem Winkel zum Endstand, Marcelinho erzielte vor nur 16.066 Zuschauern das Tor für die Bulgaren (69.). Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger sagte: „Wichtig ist, dass bei uns Moral und Einsatz bis zum Schluss gestimmt haben. Gottseidank sind wir nicht zu spät aufgewacht, haben den Punkt geholt und sind Tabellenführer. Ein attraktives Spiel was das sich nicht.“

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich hatte sein Team gegenüber dem 2:0 in der Bundesliga gegen Stuttgart auf gleich zehn Positionen verändert. Der neue Sportdirektor Simon Rolfes, der seinen Job offiziell am Samstag antritt, verfolgte das Spiel auf der Tribüne an der Seite von Sport-Geschäftsführer Rudi Völler. Ab dem Liga-Spiel am Montag in Nürnberg will Rolfes neben Herrlich auf der Bank sitzen.

Über weite Strecken hatte diese Partie bestenfalls den Charakter eines Trainingsspiels. Dabei ging es doch noch um stolze Beträge: um 570.000 Euro Siegprämie und um die Differenz von 500.000 Euro zwischen Tabellenplatz eins und zwei in der Abschlusstabelle der Gruppe. Laufleistung und Zweikampf-Verhalten blieben aber weit hinter dem zurück, was von einem Europapokalspiel zu erwarten ist.

Ein Flachschuss von Lukas Alario (2.) war der einzige Akzent, den die Gastgeber im ersten Abschnitt setzten, ein Freistoß von Kapitän Charles Aranguiz kurz vor der Pause brachte kaum Gefahr. Herrlich reagierte in der Pause auf den uninspirierten Auftritt seiner Elf und stellte von einem 4-1-4-1-System auf ein offensiveres 3-4-3 mit den Angreifern Paulinho, Isaac Kiese Thelin und Lukas Alario um. Eine Chance für das 19-jährige Eigengewächs Sam Schreck (19), das sein erstes Profispiel bestritt und zunächst selten in die Kombinationen einbezogen wurde, war die Folge. Wendell (56.) setzte mit einem Schuss ein Ausrufezeichen. Doch die Zuschauer konnte diese wenigen guten Aktion nicht recht erwärmen.

Bayer fand lange keinen Rhythmus - und fing sich völlig überraschend das 0:1. Marcelinho, einer von sechs Brasilianern bei Rasgrad, überwand Leverkusens Ersatztorwart Ramazan Özcan nach einer feinen Kombination. Erst die eingewechselten Kai Havertz und Lars Bender, der sein 50. Europacup-Spiel bestritt, brachten Ordnung ins Spiel. Ein abgeblockter Schuss von Bailey (80.) war ein erstes Signal. Und dann traf Michell Weiser aus spitzem Winkel unter die Latte.

Indes bleibt Bayer-Abwehrspieler Panos Retsos vom Pech verfolgt. Der 20 Jahre alte Grieche, der in der Saison-Vorbereitung einen Sehnenriss erlitten hatte, verletzte sich gleich bei seinem ersten Saison-Einsatz wieder und musste nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. Laut Trainer Herrlich besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss.


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