DFB-Frauen spielen in Osnabrück gegen Italien Bundestrainer Hrubesch pfeift auf den Rekord

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Im Kreis „seiner Mädels“: Bundestrainer Horst Hrubesch ist noch zwei Spiele im Amt. Foto: Witters/Tim GroothuisIm Kreis „seiner Mädels“: Bundestrainer Horst Hrubesch ist noch zwei Spiele im Amt. Foto: Witters/Tim Groothuis

Für die deutschen Fußball-Frauen geht es an diesem Samstag in Osnabrück gegen Italien (16 Uhr/ARD) nicht nur um einen Test für die WM 2019. Sie können ihrem Bundestrainer Horst Hrubesch zum Abschied auch einen Rekord bescheren, denn bislang ist er ungeschlagen.

Marienfeld So klingt ein typischer Hrubesch. „Scheiß was drauf!“, entfleucht es dem Bundestrainer der deutschen Fußballerinnen. Dann muss er selbst lachen, dass ihm gerade mitten in der offiziellen Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Italien dieser Kraftausdruck durchgerutscht ist. Aber so ist er halt. Mit 67 Jahren wird der ehemalige Nationalspieler sich nicht mehr verstellen. Immer ehrlich, immer offen.

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Und wenn er sagt, dass ihm der Rekord egal ist, dann ist er es auch. Seit März trainiert er die Fußball-Frauen, nachdem der Deutsche Fußball-Bund sich von Steffi Jones getrennt hatte – aber nur übergangsweise. Nach den zwei Spielen gegen Italien am Samstag und am Dienstag (16 Uhr/ZDF) in Erfurt gegen Spanien ist Schluss. Dann übernimmt Martina Voss-Tecklenburg, die aktuell noch mit der Schweiz die Playoffs für die WM-Qualifikation spielt. Und Hrubesch? Der fährt mit seiner Frau nach Neuseeland.

Sechs Siege in sechs Spielen hat er bislang eingefahren. Bleibt er weiter auf Kurs, scheidet er mit weißer Weste aus dem Amt – das gelang vor ihm noch nicht. Interessiert ihn aber nicht. „Es geht nicht um mich“, sagt Hrubesch. Es geht um „die Mädels“.

Zwei der jüngsten sitzen in diesem Moment neben ihm. Lena Lattwein und Gulia Gwinn, Jahrgang 2000 und 1999. Über sie sagt Hrubesch: „Sie sind die Zukunft.“

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Ob sie auch die Gegenwart sind? „Mal schauen“, erklärt der Bundestrainer mit einem Augenzwinkern auf die Frage, ob Lattwein und Gwinn gegen Italien auflaufen. Einige Stammkräfte fehlen – unter anderem Torhüterin Almuth Schult, Kristin Deman und Lea Schüller, die sich kurzfristig mit Erkältung abmeldete. Auch für Kapitänin Dzsenifer Marozsán kommt der Test noch zu früh nach überstandener Lungenembolie.

Lamentieren will Hrubesch nicht. Im Gegenteil. „Das ist für die jungen Spielerinnen die Möglichkeit, sich zu zeigen“, sagt er. Die Freundschaftsspiele seien die Gelegenheit, sich nicht nur auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich zu konzentrieren, sondern auch noch ein paar Dinge auszuprobieren.

Dabei ist dem Trainer vor allem die Kommunikation wichtig. Und, „dass die jungen Spielerinnen sich als vollwertig fühlen“ im Gefüge der Mannschaft. „Sie sollen selbstbewusst sein und ehrlich ihre Meinung sagen“, betont der 67-Jährige.

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Zum Spiel gegen Italien haben die beiden schon mal eine Meinung. „Die können ziemlich eklig sein. Da müssen wir dominant auftreten“, sagt Gwinn. Und Lattwein fügt an: „Wir freuen uns auf Osnabrück, das wird das erste Mal sein, dass wir dort spielen.“

6000 Zuschauer werden erwartet an der historischen Stätte, dort, wo die DFB-Frauen 1989 Europameister wurden und ihren ersten großen Titel holten. Für viele seiner Spielerinnen mag das Datum zu weit weg sein. Für Hrubesch ist es präsent wie die „Bremer Brücke“ selbst. „Ich habe da schon ein paar Mal gespielt in den 70er-Jahren“, erinnert sich der 67-Jährige, und in seinen Augen blitzt es. „Das war immer eine top Atmosphäre, die Zuschauer sind begeisterungsfähig, die Stimmung ist immer super. Das wird toll“, sagt Hrubesch. Und wenn er das sagt, dann kann es ja nur wahr sein.


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