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9. Spieltag Doppelter Ärger bei Heldt: Hannover vor schweren Wochen

Von dpa

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Augsburgs Rani Khedira (2.v.r.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit seinen Mannschaftskollegen. Foto: Swen PförtnerAugsburgs Rani Khedira (2.v.r.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit seinen Mannschaftskollegen. Foto: Swen Pförtner

Hannover. Hannover 96 steht vor schweren Wochen. Die Leistung gegen Augsburg war lange Zeit nicht reif für die Bundesliga. Für Ärger bei 96 sorgte zudem zum wiederholten Male in dieser Saison der Videobeweis.

Die Ansprache nach Spielschluss dauerte dieses Mal länger als sonst. Einige Minuten redete Hannovers Trainer André Breitenreiter nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den FC Augsburg im Mannschaftskreis auf seine Spieler ein.

Der Coach hatte Redebedarf, denn die Leistung seines Teams genügte lange Zeit nicht Bundesligaansprüchen. „Wir waren die ersten 60, 65 Minuten nicht da“, kritisierte Breitenreiter nach der verdienten Niederlage, die den kleinen Aufschwung nach zuvor vier Punkten aus zwei Spielen sofort wieder beendete.

„Das reicht so nicht“, bemängelte auch Sportdirektor Horst Heldt mit deutlichen Worten. „Da muss sich jeder hinterfragen.“ Heldt hatte aber nicht nur wegen der lange Zeit schwachen Vorstellung der Gastgeber schlechte Laune. Vor allem auch die Art und Weise, wie die Elfmeterentscheidung vor dem vorentscheidenden 0:2 zustande kam, machte ihn wütend. „Es war keine klare Fehlentscheidung, von daher darf der Videoschiedsrichter gar nicht eingreifen“, schimpfte Heldt. „Der Videobeweis wurde zum wiederholten Male in dieser Saison falsch angewandt.“

In der Tat machte Schiedsrichter Robert Kampka in der Situation keine glückliche Figur. Nachdem der Japaner Genki Haraguchi den Ball nach einem Schuss im Strafraum an den Arm bekommen hatte, ließ der Unparteiische zunächst weiterlaufen. Erst als sich Video-Assistent Guido Winkmann aus Köln meldete, sah sich Kampka die Szene noch einmal auf dem Monitor an - und entschied dann auf Strafstoß. „Das geht so nicht“, sagte auch Breitenreiter verärgert.

Die Entscheidung war für die Gastgeber zwar in der Tat ärgerlich, der Hauptgrund für die Niederlage war sie aber nicht. Vielmehr agierte 96 lange wie ein Absteiger. Vor 37.600 Zuschauern erzielten Rani Khedira (8. Minute) und Alfred Finnbogason per Handelfmeter (63.) die Tore für den FC Augsburg, für den es der dritte Sieg in Serie in Hannover war. Ihlas Bebou gelang für die Gastgeber nur noch der Anschlusstreffer (72.). „Wir sind natürlich sehr zufrieden“, sagte Augsburgs Trainer Manuel Baum, dessen Team nach dem zweiten Auswärtssieg der Saison sogar in Reichweite der Europa-League-Plätze ist.

In einer hart umkämpften Partie mit vielen Zweikämpfen verschliefen die Niedersachsen den Beginn total. Schon in der sechsten Minute ließ Torwart Michael Esser einen recht harmlosen Fernschuss nach vorne abprallen. Augsburgs Südkoreaner Ja-Cheol Koo war davon aber zu überrascht und konnte die Chance nicht verwerten. Den nächsten groben Schnitzer der Hausherren nutzten die Gäste zur Führung. Nach einer Ecke von Philipp Max schlug Hannovers Abwehrchef Waldemar Anton über den Ball, Khedira schob ein.

Nach der Pause versuchte Breitenreiter, das Spiel seines Teams mit der Einwechselung von Hoffnungsträger Florent Muslija zu beleben. Doch auch der aus Karlsruhe gekommene Wirbelwind fiel erst einmal nur wenig auf. Stattdessen baute der FCA seine Führung durch den umstrittenen Elfmeter aus.

Erst jetzt wachte Hannover auf und stemmte sich gegen die Niederlage. Bebou ließ die Gastgeber mit einem schönen Fernschuss noch einmal hoffen. Doch zu mehr reichte es für 96 nicht, auch weil Augsburgs Torwart Andreas Luthe stark gegen Niclas Füllkrug parierte (84.).


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