Stuttgart-Krise VfB beschwört Ruhe - Korkut macht sich keine Gedanken

Von dpa

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Mit Stuttgart weiter in der Krise: VfB-Coach Tayfun Korkut. Foto: Jan WoitasMit Stuttgart weiter in der Krise: VfB-Coach Tayfun Korkut. Foto: Jan Woitas

Leipzig. Sie wollen keine Trainerdiskussion. Sie stellen ihn auch nicht infrage. Ohne Sieg als Tabellenvorletzter stehen die Stuttgarter mit Tayfun Korkut gegen ungeschlagene Bremer am Samstag aber gehörig unter Druck.

Tayfun Korkut weiß, was jetzt auf ihn zukommt. Aber auch einen Tag nach dem 0:2 bei RB Leipzig lässt sich der Trainer des VfB Stuttgart von aufkommender Kritik nicht aus der Ruhe bringen. Er erwartet auch keine Rückendeckung von Sportvorstand Michael Reschke.

„Wir sind im Profifußball. Da geht es nicht um Rückendeckung oder Vertrauen oder Streicheleinheiten“, sagte der 44-Jährige nach dem Training. „Ich brauche niemanden, der mir vertraut. Das brauche ich nicht. Das ist mein Job.“

Das bedeutet bei weitem nicht, dass dem Trainer die kritische Situation des VfB nicht bewusst ist. Fünf Spiele, kein Sieg, zwei Punkte, weiter Tabellenvorletzter der Fußball-Bundesliga: den Start in die Saison hatten sich nicht nur Korkut und Reschke ganz anders vorgestellt. Aber vor dem nächsten Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen stellt der Manager die Zusammenarbeit mit seinem Trainer nicht infrage. „Definitiv nicht“, sagte Reschke. Der VfB sei gerade in einer Phase, „die sehr unglücklich ist“, ergänzte der 60-Jährige.

Die reinen Fakten aber sind ernüchternd. Nur eine halbe Stunde lang hielten die Stuttgarter beim 0:2 auswärts gegen RB Leipzig mit. Chancen konnte sich das Team von Korkut am Mittwochabend allerdings nicht mal in seiner besten Phase herausspielen gegen eine Leipziger Mannschaft, die in dieser Saison im 13. Pflichtspiel erst zum dritten Mal kein Gegentor kassierte. Zuvor hatten nur der BK Häcken (0:4) und FK Sorja Luhansk (0:0) nicht gegen die RB-Mannschaft des ehemaligen Stuttgarter Trainers Ralf Rangnick getroffen.

„Die Mannschaft will schon, aber wir tun uns schwer, nach vorne zu spielen“, konstatierte Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler. Der ehemalige Nationalkeeper leitete mit einem unglücklichen Abklatscher zu einem noch unglücklicheren Zeitpunkt in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Führung der Leipziger ein. Zehn Minuten vor Schluss waren alle Hoffnungen wenigstens auf einen Punkt durch den zweiten Gegentreffer komplett dahin. Ein großes VfB-Aufbäumen gab es nicht. Die Niederlage hätte auch noch höher ausfallen können. Kritik am Coach gab es aber auch aus der Mannschaft nicht.

„Wenn man nach fünf Spielen immer die Trainer entlassen würde, hätten wir zehn Trainer pro Mannschaft in einer Saison. Von daher muss man die Frage nicht stellen“, sagte Abwehrspieler Timo Baumgartl. Auch Reschke hatte noch kurz nach der Partie betont, dass Korkut „definitiv der Richtige“ sei. Aber Korkut dürfte wissen, dass am Wochenende zumindest eine fußballerische Steigerung erkennbar sein sollte. Das machte auch Reschke am Donnerstag deutlich.

„Für uns ist wichtig, dass wir am Samstag nach dem Spiel gegen Bremen alle das Gefühl haben, dass das ein gutes Spiel war und wieder ein Schritt nach vorne“, sagte Reschke. Was alles andere als leicht wird, da Bremen als ungeschlagener Tabellendritter nach Stuttgart reisen wird. „Es geht im Fußball ums Gewinnen. Ich verstehe meinen Job so, dass wir alles dafür tun, dass wir dieses Spiel am Samstag gewinnen“, sagte Korkut. Ansonsten wird er sich zwangsläufig mit seiner prekären Situation beschäftigen müssen.


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