Thioune: Punkt ist nicht unverdient VfL Osnabrück: Die Mannschaft kämpft, die Abwehr hält

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Kampf um jeden Meter und um jeden Ball – bis zur letzten Minute: VfL-Profi Marc Heider im Laufduell mit Niklas Landgraf (links). Foto: imago/EibnerKampf um jeden Meter und um jeden Ball – bis zur letzten Minute: VfL-Profi Marc Heider im Laufduell mit Niklas Landgraf (links). Foto: imago/Eibner

Halle (Saale). Die These ist nicht beweisbar und steht auf wackligen Beinen: In der letzten Saison hätte der VfL Osnabrück ein Spiel wie am Samstag beim HFC Halle verloren. Jetzt holte er ein 1:1. Glücklich, aber nicht unverdient.

Es war der erwartet harte Kampf, von der ersten bis zur letzten Minute, um jeden Ball und jeden Meter, in zig engen Zweikämpfen in einem Spiel, das bis zuletzt offenblieb. Ein typisches Drittligamatch.

Der VfL nahm diesen Kampf an und hielt dagegen. Spielerisch gelang der Mannschaft weniger als in den fünf Ligaspielen zuvor, es hakte oft schon im Aufbau, wo die Zahl der Ballverluste und Fehlpässe auch von den technisch beschlagenen Spielern im Vergleich zu den letzten Wochen überraschte.

Hier geht es zum Spielbericht: VfL Osnabrück holt ein 1:1 in Halle dank Kunstschütze Álvarez

Es war also kein Zufall, dass der VfL phasenweise erheblich unter Druck geriet, weil die Hallenser – wie immer angefeuert von einer lautstark unterstützenden Kulisse – nach verhaltenen ersten 30 Minuten entschlossen attackierten. Natürlich hatte der HFC vereinzelt Chancen, doch die VfL-Abwehr leistete konzentriert Schwerstarbeit und ließ nur wenige Möglichkeiten zu. An dieser Stabilität und Widerstandskraft fehlte es in der letzten Saison oft.

Álvarez zirkelt Freistoß ins Tor

Natürlich war das 0:0 zur Pause etwas schmeichelhaft, und das gilt noch mehr für das 1:0. Gerade noch hatte der für den verletzten Nils Körber eingewechselte Torwart Philipp Kühn bei einem Kopfball von Sebastian Mai die größte HFC-Chance vereitelt (52.), da zirkelte Marcos Álvarez einen direkten Freistoß ins Tor (57.).

Dass der VfL aus dieser Lage gegen einen Gegner, der mehr Risiko eingehen musste und Räume für Konter bot, nicht mehr machte, belegt die Schwäche an diesem Tag. Das Offensivspiel stockte weiter schon im Aufbau, der VfL erarbeitet sich keine Konterchance und verlor viele Bälle schon früh.

Die Stimmen zum Spiel – VfL-Kapitän Marc Heider: Jeder reißt sich für den anderen den Hintern auf

Doch wie sich jeder Einzelne mit Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, Willenskraft und Konzentration dem wachsenden Druck entgegenstellte, zeigte die Stärken. Erst recht nach dem verdienten Ausgleich durch einen Flachschuss von Braydon Manu (66.), denn nun bekamen die Hallenser die zweite Luft und witterten die Chance auf den vierten Sieg hintereinander.

Thioune: Der Punkt ist auch nicht unverdient

Das verhinderte der VfL, den HFC-Trainer Torsten Ziegner als den bislang stärksten Gast beschrieb. „Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Hause, denn hier etwas zu holen fällt jedem Gegner schwer. Wir haben spielerisch vieles offengelassen, aber die Mannschaft hat sich wieder richtig reingeworfen und alles gegeben. Deshalb ist der Punkt auch nicht unverdient“, sagte VfL-Trainer Daniel Thioune.

VfL-Profi Álvarez: Vier Freistoßtreffer in fünf Spielen

Über den ersten Punkt in Halle seit 2013 und nach fünf Niederlagen im Sportpark freuten sich die Spieler, doch keiner redete die Schwächen klein. „Wir konnten die Führung nicht lange genug halten, weil uns spielerisch etwas fehlte“, sagte der überragende Maurice Trapp, „aber wie wir dagegengehalten haben, kann sich sehen lassen.“ Diese Mentalität, diese Bereitschaft scheinen ausgeprägter zu sein als in der letzten Saison. Immerhin musste das Team nach dem Ausfall von Alexander Dercho auch das Ausscheiden der verletzten Körber (46.) und Álvarez (62.) wegstecken.

Gute Entwicklung, aber zum Spitzenteam fehlt noch einiges

Hallescher FC - VfL Osnabrück: Namen, Zahlen, Noten. Grafik: NOZ

Der Verlust der Tabellenführung schmerzte wohl keinen, denn jeder ahnt, dass das eine schöne Momentaufnahme war. Die Mannschaft macht eine gute Entwicklung, aber zu einem Spitzenteam fehlt noch einiges. „Dass wir nicht mehr Erster sind, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass wir weiter ungeschlagen sind und im Team jeder bereit ist, sich für den anderen den Hintern aufzureißen“, sagte Kapitän Marc Heider.


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