Granatowski erzielt das 1:1 SV Meppen holt verdienten Punkt in letzter Minute

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Cottbus. Spannender geht es nicht. Der SV Meppen sicherte sich den verdienten Punkt im Auswärtsspiel bei Aufsteiger Energie Cottbus erst in der Nachspielzeit. In letzter Minute gelang Nico Granatowski der Ausgleich zum 1:1 (0:1) per Kopf.

Die Meppener lagen sich jubelnd in den Armen, froh, dass sie das Stadion der Freundschaft nicht mit ganz leeren Händen verlassen mussten. Die Cottbusser waren tief enttäuscht. Sie hatten erst am Montag beim DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten Freiburg in der Nachspielzeit einen Nackenschlag hinnehmen müssen und waren nach Elfmeterschießen sogar ausgeschieden.

Mehr möglich

Damit blieben die Emsländer zwar auch im dritten Auswärtsspiel ohne Sieg. Aber vor 6079 Zuschauern in Cottbus nahmen sie wenigstens einen Zähler mit auf die lange Heimreise. Wie schon in Lotte (1:1) und bei KFC Uerdingen (2:3) war mehr möglich. Der Gast musste lange auf sein Tor warten. Trotz guter Möglichkeiten und Überlegenheit.

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„Meppen hat alles dafür getan“

Dass der Zähler verdient war, stand für beide Trainer außer Frage. „Meppen hat alles dafür getan, um mindestens einen Punkt zu holen“, erklärte Claus-Dieter (Pele) Wollitz. Enttäuschend sei, dass Cottbus in der 93. oder 94. Minute wieder ein Tor kassiert habe. Sein Meppener Kollege Christian Neidhart verwies auf eine starke Vorstellung seiner Mannschaft. „Wir haben für ein Auswärtsspiel wenig zugelassen.“ Nur der Treffer hätte schon viel früher fallen müssen. Nämlich in der 55. Minute, als der giftige Nico Granatowski aus mehr als 20 Metern abzog und der Ball von der Unterkante der Latte auf den Rasen sprang. „Ins Tor“, verwies Neidhart auf Fernsehbilder. Das wäre das 1:1 gewesen, wenn nicht Schiedsrichter Michael Bacher anders entschieden hätte. Eine Torkamera, so Neidhart, hätte den Beweis erbracht, aber die gibt es nicht in der 3. Liga.

Umstrittene Aktionen

Vor dem späten Meppener Ausgleich hatte er anhand der Fernsehbilder ein Cottbusser Handspiel erkannt. Rot und Elfmeter wäre die Konsequenz gewesen, die er trotz des SVM-Tores von Granatowski forderte. Dann hätte der SVM aber noch vom Punkt aus treffen müssen. Das ist in dieser Saison schon zweimal nicht gelungen. Am Ende befand es Neidhart für ganz wichtig, dass sein Team sich selbst und auch die rund 100 Fans belohnt habe, die sich auf den weiten Weg von der niederländischen zur polnischen Grenze gemacht hätten.

FCE-Tor nicht gegeben

Wollitz beklagte allerdings noch eine Szene, in der er die Fernsehbilder als Argument brachte. Unmittelbar nach dem Granatowski-Hammer zählte ein Tor von Streli Mamba wegen einer Abseitsposition nicht. Das sei falsch gewesen, meinte Wollitz, gehöre aber auch zur Geschichte des Spiels.

Neues Trio in der Startelf

Neidhart hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Punktspiel gegen Aalen auf drei Positionen verändert. Für den verletzten Luka Tankulic, der sich beim Pokalsieg in Oldenburg eine Schulterverletzung zugezogen hat und mittlerweile operiert wurde, stand etwas überraschend Neuzugang Julian von Haacke in der Startelf. Der erst am Mittwoch verpflichtete vielseitige Mittelfeldspieler bekam auf der Sechser-Position (neben Thilo Leugers) den Vorzug vor dem etwas defensiver ausgerichteten Patrick Posipal. Für Marius Kleinsorge lief im Stadion der Freundschaft zunächst Max Kremer auf, von dem in der Vorbereitung viel Torgefahr ausging, und der auch den Siegtreffer in Oldenburg per Strafstoß erzielt hatte. Erstmals stand der ehemalige Braunschweiger Deniz Undav in der Anfangsformation, der schon im NFV-Pokal von Beginn an auflaufen sollte, aber nach einem Allergieschock passen musste. Er übernahm in Cottbus den Part des Ex-Lotters Max Wegner.

Wollitz verändert Formation

Wollitz änderte seine Formation im Vergleich zum Spiel in Würzburg, wo der Aufsteiger im vierten Spiel die erste Niederlage kassiert hatte, ebenfalls auf drei Positionen. Zwangsweise musste der 53-Jährige auf Angreifer Kevin Scheidhauer verzichten, der über eine Entzündung am Sprunggelenk klagt. Felix Geisler und Daniel Stanese blieben draußen. Dafür fanden Streli Mamba, Maximilian Zimmer und Tim Kruse ins Team. Das war exakt die Elf, die am Montag nach einer grandiosen Vorstellung im DFB-Pokal erst nach Elfmeterschießen gegen den Erstligisten Freiburg ausgeschieden war. Wollitz hatte im Vorfeld noch befürchtet, dass die nervenaufreibende Begegnung zu viel Kraft gekostet haben könnte. Für diesen Einsatz dankten die FCE-Anhänger schon vor dem Anpfiff mit einem großen Transparent. (Danke für euren Einsatz = 100 Prozent Energie).

Probleme nach langen Bällen

Einen Energie-Stoß bekam der Gastgeber nach einer knappen Viertelstunde vom Elfmeterpunkt aus. Er nutzte eine Schwäche der Emsländer in den ersten Minuten: Sie hatten Probleme nach langen Bällen der Cottbusser auf deren linke oder halblinke Seite. Da wirkte die Abwehr zunächst desorientiert. Dann kam doppeltes Pech hinzu: Torwart Jeroen Gies schien nach einer Anweisung, die Ersatzspieler Marius Kleinsorge brachte, noch ein wenig abgelenkt, und verpasste den Ball an der Strafraumgrenze. Streli Mamba nahm das lange Bein des Keepers dankbar an, fädelte ein, fiel und bekam den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Michael Bacher. Da kann man, muss man aber sicher nicht auf den Punkt zeigen. Cottbus nutzte die Gelegenheit. Fabio Viteritti schob den Ball aus seiner Sicht rechts unten in die Ecke. Gies kam um den Bruchteil einer Sekunde zu spät.

Ärgerlich für die Gäste, die im Stadion der Freundschaft durch Undav die erste Möglichkeit hatten. Der Angreifer schoss aus spitzem Winkel am Fünfmeterraum auf das Tor: Ecke. Doch bei hohen Bällen entstand nur wenig Gefahr. Bis Undav nach einer Hereingabe von der rechten Seite goldrichtig stand. Aber er köpfte das Leder aus kurzer Distanz viel zu schwach und direkt in die Arme von Torwart Avdo Spahic.

Von Haacke mit vielen Ballkontakten

Viele Ballkontakte hatte gerade in den ersten Minuten von Haacke, der sich ein Fleißkärtchen verdiente. Er mischte mit, als wäre er schon länger dabei, holte viele Bälle ab und verteilte sie gut.

Kremer verpasst den Ausgleich

Nur nach dem Gegentreffer brauchte der SVM Zeit, um sich wieder zur sortieren. Aber ab der 20. Minute war der Gast nicht nur zurück im Spiel, er diktierte es weitgehend, hatte viel Ballbesitz gegen defensiv eingestellte Gastgeber. Doch der Ausgleich wollte vor der Pause einfach nicht fallen. Kremer hätte ihn schießen müssen. Nach einer feinen Kombination über die linke Seite passte Undav Richtung Elfmeterpunkt, aber Kremer jagte das Leder über das Tor.

SVM bestimmt das Tempo

Cottbus hatte Probleme, Wollitz kochte an der Außenlinie. Granatowski rackerte unermüdlich, hatte aber in der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs einige unglückliche Aktionen, als er die entscheidenden Zweikämpfe verlor. Sein Schuss wurde zur Ecke abgefälscht. Der SVM bestimmte das Tempo, brachte Spahic durch schnelles Anlaufen einige Male in Not.

Energie setzte seine Kraft vor allem in Schüsse. Ansonsten passierte nach vorn nicht mehr viel. Lasse Schlüter schob den Ball am langen rechten Pfosten vorbei (43.), Viteritti hämmerte den Ball aus zentraler Position am linken Pfosten vorbei.

Alles riskiert

Nach dem Wechsel baute der SVM schnell wieder Druck auf. Der gerade eingewechselte Max Wegner hatte den Ausgleich auf dem Kopf. Er machte nach Flanke von Janik Jesgarzewski alles richtig, aber Torwart Spahic rettete noch. Neidhart riskierte alles, stellte auf eine Dreierkette in der Abwehr um, zog Granatowski nach innen – und der belohnte Mannschaft, Fans und sich selbst noch in der Nachspielzeit.


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