Nach Frankfurt-Aus in der 1. Runde DFB-Pokal: Fürth warf schon zweimal den Titelverteidiger raus

Von Sportredaktion

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Osnabrück. Es ist die erste Sensation des DFB-Pokals 2018/19: Titelverteidiger Eintracht Frankfurt scheitert gleich zum Auftakt beim Viertligisten SSV Ulm 1846. Seit Einführung der Bundesliga vor 55 Jahren ist es erst das achte Mal, dass der amtierende Pokalsieger schon in Runde eins die Segel streichen musste. Mehrmals tauchen der Hamburger SV, die SpVg. Fürth und Otto Rehhagel in jener Statistik auf. Ein Überblick.

2018/19: Eintracht Frankfurt: 1:2 bei SSV Ulm 1846 (4. Liga)

Frankfurt hat sich in der Auftaktrunde des DFB-Pokals kräftig blamiert. Die Hessen, die zuletzt zweimal in Folge das Finale erreicht und im Mai den FC Bayern düpiert hatten, kassierten am Samstag eine 1:2-Niederlage beim Viertligisten SSV Ulm 1846. Trainer Adi Hütter wünscht sich nun neue Spieler. Ohne die verletzten Timothy Chandler und Ante Rebic sowie den gesperrten Gelson Fernandes und vor allem ohne die Abgänge wie Kevin-Prince Boateng und Lukas Hradecky ist Frankfurt derzeit weit von der Stärke der vergangenen Saison entfernt. Das scheint auch Trainer Hütter klar zu sein, der seinen Wunsch nach weiteren Spielern auf der Pressekonferenz im engen Ulmer Stadion durchblicken ließ. „Ich bin mir sicher, dass, bevor das Transferfenster schließt, noch das ein oder andere passieren wird.“ Steffen Kienle (48. Minute) und Vitalij Lux (75.) trafen vor 18 440 Zuschauern im erstmals seit dem Bundesliga-Abschied wieder ausverkauften Donaustadion für die Ulmer. Goncalo Paciencia gelang nur noch der Anschlusstreffer für Frankfurt, das zu keiner Zeit wie ein Bundesligist agierte.

1996/97: 1. FC Kaiserslautern: 0:1 bei Spvg. Greuther Fürth (3. Liga)

Die soeben als Pokalsieger aus der Bundesliga abgestiegenen Pfälzer enttäuschten ohne die erfahrenen Miroslav Kadlec, Olaf Marschall (beide verletzt) und ohne den gesperrten Kapitän Andreas Brehme. „Ich hatte ohne die drei schon vorher ein schlechtes Gefühl. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und beim entscheidenden Freistoß geschlafen“, kritisierte der eben in Kaiserslautern eingestiegene Trainer Otto Rehhagel sein Ensemble und warnte: „ Die Leute haben nun gesehen, dass ein Durchmarsch schwer wird.“ Trotzdem gelang er - Kaiserslautern stieg auf und wurde am Ende der Folgesaison sogar Sensationsmeister in der Bundesliga. In Fürth aber vergab vor allem der ehemalige Vestenbergsgreuther Harry Koch in seiner alten Heimat eine „tausendprozentige Möglichkeit“ (Rehhagel) zum Ausgleich. Beim Regionalligisten SpVg. Greuther Fürth, dem Zusammenschluss von Altmeister SpVgg Fürth und Pokalschreck TSV Vestenbergsgreuth (1994/95 1:0 gegen Bayern München), herrschte nach dem Pokal-Coup, den Markus Lotter mit seinem verwandelten Freistoß in der 47. Minute vor 7.500 Zuschauern im altehrwürdigen Ronhof besiegelte, dagegen Freude. „Heute wird erst einmal gefeiert, bevor wir uns ab morgen wieder auf die Meisterschaft konzentrieren“, verkündete ein gewisser Jung-Trainer Armin Veh.

1994/95: Werder Bremen: 1:2 bei FC Bayern Amateure (3. Liga)

2:1 siegten die Bayern-Amateure in der Saison 1994/95 gegen Titelverteidiger Werder Bremen – sie kamen bis ins Viertelfinale. Libero Hansi Pflügler organisierte den Defensivverbund einer auf Konter spielenden Elf, die durch Alexander Zickler und Thomas Radlspeck traf – Wladimir Bestschastnych schaffte kurz vor Schluss nur noch das Anschlusstor für Werder. „Wir sind gegen diese total auf Konter spielende Mannschaft mit untauglichen Mitteln vorgegangen“, sagte Trainer Otto Rehhagel (viermaliger Pokalsieger). Die Bremer korrigierten in der Folgesaison unter Coach Aad de Mos das Bild: Wieder trafen sie auf die kleinen Bayern, wieder traf Bestschastnych - diesmal siegte Werder 1:0 gegen die Elf um Samy Kuffour undden inzwischen verstorbenen Stefan Beckenbauer, Sohn von Franz Beckenbauer.

1970/71: Kickers Offenbach: 0:2 bei VfR Heilbronn (2. Liga)

Titelverteidiger und Bundesligaaufsteiger Kickers Offenbach schied bereits in der ersten Hauptrunde gegen den Regionalligisten VfR Heilbronn aus – 15000 Fans im Frankenstadion zu Heilbronn bejubelten den größten Erfolg der Vereinsgeschichte des VfR, den es inzwischen gar nicht mehr gibt. Für Offenbach damals auf dem Platz unter anderem der spätere Bundesliga-Trainer Winfried Schäfer und die spätere Schalker Legende Erwin Kremers.

1968/69: 1. FC Köln: 0:1 beim VfB Stuttgart (Bundesliga)

17000 Fans sahen am 22. Januar 1969 das Aus des Titelverteidigers 1. FC Köln beim VfB Stuttgart durch ein Tor von Gilbert Gress. Beim FC unter anderem auf dem Feld Wolfgang Overath und Carl-Heinz Rühl, für den VfB spielte der spätere Bundesliga-Trainer Willi Entenmann.

1967/68: Hamburger SV: 0:1 n. V. bei Hertha BSC (Bundesliga)

40000 Fans im Olympiastadion sahen am 27.01.1968 das Erstrunden-Aus des Titelverteidigers Hamburger SV um Jürgen Kurbjuhn, Charly Dörfel und Uwe Seeler. Für Hertha um Tasso Wild und Peter Enders traf Ivan Sangulin in der Verlängerung zum goldenen Tor.

1965/66: Borussia Dortmund: 0:2 bei Bayern München (Bundesliga)

Die Münchner Bayern waren in dieser Saison in die Bundesliga aufgestiegen und bezwangen in der am 2. Januar 1966 ausgetragenen Qualifikationsrunde im Grünwalder Stadion von 30000 Fans den Titelverteidiger Borussia Dortmund mit 2:0. Für die Bayern trafen Gerd Müller und Rainer Ohlhauser (schon in der 1. Minute). Der BVB um Aki Schmidt, Lothar Emmerich und Hoppy Kurrat kam zu keinem Treffer. Durch den Sieg nahmen sowohl die Bayern als auch Dortmund (als Titelverteidiger) am Europapokal der Pokalsieger teil, den die Bayern gewannen, während Dortmund gegen den späteren Finalisten Glasgow Rangers in der 2. Runde (Achtelfinale) ausschied.

1963/64: Hamburger SV: 1:2 n.V. bei Spvg. Fürth (2. Liga)

Zwei Anläufe brauchte das Scheitern des Titelverteidigers Hamburger SV um Seeler, Dörfel und Kurbjuhn im Frühjahr 1964 gegen die SpVg. Fürth: Zuerst spielte man im heimischen Stadion 1:1 (nach Verlängerung, ein Elfmeterschießen gab es damals noch nicht), das Wiederholungsspiel verlor man dann nach Verlängerung beim Regionalligisten 1:2.


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