3:2-Sieg gegen Dresden in letzter Sekunde Rödinghausen schafft in Lotte im DFB-Pokal die Sensation

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Großer Jubel bei den Rödinghausenern Spielern nach dem 3:2-Siegtreffer in letzter Sekunde durch den hier am Boden liegenden Maximilian Hippe. Foto: dpaGroßer Jubel bei den Rödinghausenern Spielern nach dem 3:2-Siegtreffer in letzter Sekunde durch den hier am Boden liegenden Maximilian Hippe. Foto: dpa

Lotte. Fußball-Regionalligist SV Rödinghausen hat die Sensation in der ersten Runde des DFB-Pokals geschafft. Die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen besiegte den Zweitligisten Dynamo Dresden in einer unterhaltsamen und spannenden Partie vor 3862 Zuschauern im Frimo-Stadion in Lotte in der Verlängerung mit 3:2.

Personelles: Auf Rödinghausener Seite gab es einige interessante Personalien. Mit Kapitän Daniel Flottmann stand ein ehemaliger Spieler des VfL Osnabrück in den Reihen des SVR. Ebenfalls eine Osnabrücker Vergangenheit hat Außenverteidiger Nico Knystock. Der gebürtige Bürener spielte einige Jahre in der VfL-Jugend. Zudem standen mit Außenverteidiger Dennis Engel und Stürmer Simon Engelmann zwei ehemalige SFL-Spieler in der Startelf des SVR. 

Erste Halbzeit: Der Außenseiter aus der Regionalliga versteckte sich gegen den Favoriten aus der 2. Bundesliga in der Anfangsphase nicht und versuchte die Dresdner mutig zu attackieren. Dennoch hatte Dynamo durch Niklas Kreuzer den ersten Torschuss (4.). Sieben Minuten später kassierte der SVR das 0:1. Haris Duljevic bekam den Ball auf links. Der Dynamo-Angreifer umspielte erst zwei Rödinghausener, wurde vom dritten Verteidiger nicht angegriffen, umkurvte diesen auch noch und schob mit der Innenseite rechts unten ein (11.).

Doch die Rödinghausener ließen mit ihrer Antwort nicht lange auf sich warten. Es zahlte sich der pure Wille und Kampfgeist des Underdogs aus, als Slayd Mickels den Ball vor dem Strafaum bekam und wegrutschte. Der Flügelstürmer stand aber schnell wieder auf und steckte den Ball auf den durchgestarteten Linus Meyer durch. Der umkurvte Dresdens Torhüter Markus Schubert und netzte zum 1:1 ein (20.). Die Glücksgefühle des SVR hielten aber nur wenige Minuten an. Denn der Zweitligist ging durch einen Treffer von Aias Aosmann wieder in Führung (25.).

Danach plätscherte die Partie etwas vor sich hin - bis zur Nachspielzeit: Einen weiten Einwurf von Azur Velagic verlängerte Flottmann per Kopf auf Engelmann, der die Kugel direkt unten rechts zum 2:2 versenkte (45.+1).

Zweite Halbzeit: Mit dem Wissen, dass für Rödinghausen in Sachen Sensation etwas gehen könnte, begann der SVR die zweite Hälfte. Der SVR hatte mehr Ballbesitz und machte das Spiel, Dresden stand tief und wirkte etwas verunsichert.

Bis zur 74. Spielminute fand das Spiel überwiegend  - bis auf die ein oder andere Standardsituation - zwischen den Strafräumen statt, wobei Rödinghausen dem dritten Tor näher war als Dresden. Dann hatte Dynamo aber eine Doppelchance. Erst setzte Duljevic einen Distanzschuss knapp rechts neben den Kasten (74.), dann vergab Lucas Höler aus kurzer Distanz kläglich (76.).

In der Schlussviertelstunde konzentrierte Rödinghausen sich aufs Kontern, was sicherlich auch an den schwindenden Kräften lag. Allerdings spielten Meyer oder auch Engelmann die Situationen nicht sauber zu Ende. Kurz durchatmen musste Rödinghausen, als der eingewechselte Moussa Koné nach einer Flanke am langen Pfosten einnetzte. Aber Röser hatte zuvor einen Verteidiger gefoult (90.+2). Somit ging es mit 2:2 in die Verlängerung.

Verlängerung: In der ersten Halbzeit der Verlängerung gab es keine nennenwerten Torchancen. Beide Mannschaften war die Verunsicherung anzusehen, nicht den entscheidenden Fehler zu machen. Das zog sich auch durch die zweite Hälfte der Verlängerung, die von einigen Unterbrechungen geprägt war. Bis zur Nachspielzeit: Rödinghausen hatte nochmal einmal Ecke. In einem wilden Durcheinander landete der Ball beim kurz zuvor eingewechselten Maximilian Hippe, der den Ball über die Linie drückte (120.+3) und somit die Sensation drehbuchreif perfekt machte. Während die Rödinghausener Fans nach Schlusspfiff über das Weiterkommen jubelten, versuchten Dresdner Chaoten aufs Feld zu stürmen. Die Polizei hatte die Situationen nach wenigen Minuten aber im Griff und drängten sie zurück in die Ostkurve.

Fazit: Rödinghausen bot dem Favoriten die Stirn und zeigte ein starke kämpferische Leistung. Dresden zeigte sich von der couragierten Leistung beeindruckt und fand gegen aufopferungsvoll kämpfende Rödinghausener kein Mittel.


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