Bundesliga-Serie, Teil 11: Eintracht Frankfurt Eintracht bleibt eine Wundertüte

Von Yannic Stephan

In der vergangenen Saison feierte Eintracht Frankfurt den Pokalsieg. Foto: Andreas Arnold/dpaIn der vergangenen Saison feierte Eintracht Frankfurt den Pokalsieg. Foto: Andreas Arnold/dpa

FRANKFURT In der vergangenen Saison gewann die Eintracht den DFB-Pokal und spielte sich nach Europa. Dann gingen der Erfolgstrainer und einige Stützen der Mannschaft. Mit dem von den Young Boys Bern aus der Schweiz verpflichteten österreichischen Trainer Adi Hütter und etlichen neuen Spielern ohne große Namen bleibt die Eintracht das, was sie auch letzte Saison war – eine Wundertüte.

Was bedeutet der Abgang von Nico Kovac für die Eintracht? Der Abgang hat Spieler und Verein hart getroffen. Dass ein so erfolgreicher Trainer wie Kovac die Eintracht irgendwann verlassen würde, war für alle Beteiligten abzusehen. Die Art und Weise allerdings wie Kovac seinen Abgang zu den Bayern kommuniziert hat, war mehr als unglücklich. Spieler wie Kevin-Prince Boateng, Lukas Hradecky und Marius Wolf schlossen sich Kovac an und sind gegangen. Verständlich, dass bei vielen Fans die Angst umgeht, die Eintracht würde auseinanderbrechen. Erfreulich ist aber, dass beispielsweise Carlos Salcedo die Hessen nicht verlassen wird. Bei Ante Rebic ist noch abzuwarten, ob der kroatische Bulle seinem Mentor nach München folgen wird oder ob er das neue Aushängeschild der Frankfurter werden möchte.

Wie kann die Eintracht den Abgang des Fußballgottes verkraften? Nein, gemeint sind nicht Boateng, Wolf oder Hradecky. Der Fußballgott ist Alex Meier! Der Hüne musste nach 13 Jahren die Eintracht verlassen. Meier hat sich seinen Legendenstatus hart erarbeitet. Neben seinen Toren schätzen die Frankfurter seine Art – ruhig und loyal. Meier wäre gerne geblieben, muss aber seinem Alter und seinem Körper Tribut zollen.

Sollte Trainer Adi Hütter einen Englischkurs besuchen? Besser wäre es! Frankfurt bleibt seiner Line aus den vergangenen Jahren treu und investiert fast ausschließlich in Spieler aus dem Ausland. Letztes Jahr ging der Plan von Bobic und Co. mehr als auf, ob es diese Saison wieder der Fall sein wird, ist die große Frage.

Bekommt Frankfurt eine Lizenz für diese Saison? Die Frage ist nur am Rande ein Scherz. Die Deutsche Fußball Liga fordert nämlich, dass bei jedem Bundesligisten mindestens zwölf Lizenzspieler mit deutschem Pass unter Vertrag stehen müssen. BeiFrankfurt ist das aktuell nicht der Fall, nur elf Spieler mit deutschem Pass stehen im Kader, von ihnen sollen Blum, Stendera und Besuschkow noch abgegeben werden. Allerdings könnten die Frankfurter den Kader formell mit Nachwuchsspielern „füllen“. Die Eintracht bleibt also eine internationale Truppe. Nicolai Müller und Marco Russ sind die einzigen deutschen Spieler, die eine wirkliche Chance haben, in der Startelf zu landen.

Wie lief die Vorbereitung? Positiv ist, dass die gesamte Abwehr aus der letzten Saison erhalten bleibt. Was neues Personal betrifft, bleibt die Eintracht ihrer Linie treu und verpflichtete neben Nicolai Müller etliche Spieler, die in Deutschland zuvor kaum jemand gehört, geschweige denn spielen gesehen hat. Fußballerisch sah die Performance der alten und neuen Spieler in den bisherigen Testspielen zwar noch ausbaufähig aus – fast alle Testspiele gingen verloren – allerdings ließen alle Neuzugänge ihre Klasse aufblitzen.

Zugänge: Allan (FC Liverpool, Leihe), Chico Geraldes (Sporting Lissabon, Leihe), Frederik Rønnow (Brøndby IF, 2,8 Millionen Euro), Felix Wiedwald (Leeds United), Gonçalo Paciência (FC Porto, 3 Millionen Euro), Lucas Torro (CA Osasuna, 1,75 Millionen Euro), Nicolai Müller (Hamburger SV, ablösefrei), O. N’Dicka (AJ Auxerre, 400000 Euro).

Foto: NOZ MEDIEN

Abgänge: Alex Meier (vereinslos), Aymen Barkok (Fortuna Düsseldorf, Leihe), Kevin-Prince Boateng (Sassuolo Calcio, ablösefrei), Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen, ablösefrei), Max Besuschkow (Union Saint-Gilloise, Leihe), Marius Wolf (Borussia Dortmund, 5 Millionen Euro), Omar Mascarell (Real Madrid, 4 Millionen Euro), Leon Bätge (Würzburger Kickers, ablösefrei).


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