Nach Testspielpleite Faule RB-Spieler, Ziele in Gefahr: Rangnick schlägt Alarm

Von dpa

Unzufrieden: Leipzig-Coach Ralf Rangnick. Foto: Hendrik SchmidtUnzufrieden: Leipzig-Coach Ralf Rangnick. Foto: Hendrik Schmidt

Seefeld. Es hat nicht lange gedauert: Schon drei Wochen vor dem Bundesliga-Start hat Ralf Rangnick einige seiner Spieler öffentlich schwer angezählt. Er sieht die Saisonziele in Gefahr, wenn sich an Einstellung und Kadergröße nichts ändert.

Nach der Pleite im Sinnlos-Testspiel gegen Huddersfield Town schlug Ralf Rangnick Alarm. Schonungslos rechnete der Trainer von Fußball-Bundesligist RB Leipzig drei Wochen vor dem Meisterschaftsbeginn öffentlich mit ein paar Spielern ab.

Schon jetzt sieht der mächtige Macher des Clubs die Saisonziele in Gefahr. „Von Abschenken kann überhaupt keine Rede sein. Aber mir ist jetzt schon klar, dass es mit dem Kader, so wie er jetzt beieinander ist, keinen Sinn macht, auf allen drei Hochzeiten zu tanzen“, sagte der 60 Jahre alte Trainer und Sportdirektor von RB am Freitag im österreichischen Schwaz und kündigte ein, zwei weitere Neuzugänge an.

Das Fazit vor der Abreise aus dem Trainingslager in Seefeld am Samstag wurde zur kompromisslosen Standortbestimmung. „Man merkt noch große Unterschiede zwischen den Spielern, die von Anfang an dabei waren und dort muss man auch noch mal differenzieren zwischen denen, die die Hausaufgaben in der Sommerpause gemacht haben und denen, die sie nicht gemacht haben“, meinte Rangnick.

Es sei auch kein Zufall, dass zwei von den dreien, die im Urlaub nicht taten, was der Verein ihnen aufgetragen hatte, „und zwar gar nicht“, jetzt verletzt seien. Gemeint: Stamm-Innenverteidiger Dayot Upamecano (Prellung) und 16-Millionen-Neuzugang Nordi Mukiele (Adduktorenprobleme). Angreifer Jean-Kévin Augustin, der schon in der vergangenen Saison von Rangnick angezählt worden war, habe eine andere Grundphysis und nur deshalb noch keine Probleme. Verletzt ist zudem Konrad Laimer (Muskelfaserriss).

„Mir ist jetzt schon klar, dass es mit dem Kader, so wie er jetzt beieinander ist, keinen Sinn macht, auf allen drei Hochzeiten zu tanzen“, meinte Rangnick: „Dafür brauchst du mindestens 18 bereitstehende Feldspieler. Wir haben im Moment ja nicht mal 15.“

Die nächsten Aufgaben warten aber bereits: Am kommenden Donnerstag empfängt Leipzig CS Universitatea Craiova in der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League, eine Woche später folgt das Rückspiel. Danach würden noch zwei Playoff-Partien fällig, ehe die Teilnahme feststeht.

Es nicht zu schaffen, wäre der erste ganz große Rückschlag für Rangnick in seiner Comeback-Saison auf der Trainerbank. In der Liga wollen die Leipziger am liebsten wieder auf die Champions-League-Plätze, den Auftakt bestreiten sie am 26. August bei Borussia Dortmund. Im Pokal will der Sachsen-Verein auch mal über die zweite Runde hinauskommen. Alles soll erfolgreich sein, bevor in einem Jahr Julian Nagelsmann von Rangnick den Trainerposten übernimmt.

Ein Fehlstart könnte also unangenehm werden und die Konstellation mit dem dem 60-Jährigen als Trainer, Sportdirektor und auch Architekt des gesamten Leipziger RB-Projekts infrage stellen.


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