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Torwart-Rekordtransfer „Donnernde Absichtserklärung“: FC Liverpool holt Alisson

Von dpa

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Der Wechsel von Torwart Alisson zum FC Liverpool ist perfekt. Foto: Andreas GebertDer Wechsel von Torwart Alisson zum FC Liverpool ist perfekt. Foto: Andreas Gebert

Liverpool. Der FC Liverpool geht in die Transferoffensive. Torwart Alisson kommt für eine Rekordsumme aus Rom. Der Club sendet damit auch ein Signal an die Konkurrenz. Für den deutschen Keeper Loris Karius bedeutet es womöglich das Aus in Anfield.

Der Rekordtransfer des brasilianischen Nationaltorwarts Alisson zum FC Liverpool ist perfekt - und das Aus für den deutschen Keeper Loris Karius damit wohl auch.

„Als die Gelegenheit kam, einen der besten Torhüter der Welt zu verpflichten, da mussten wir nicht lange überlegen“, sagte Liverpools Trainer Jürgen Klopp, nachdem die Reds am Donnerstagabend den erwarteten Transfer des 25-Jährigen von der AS Rom bekanntgegeben hatten.

Am Nachmittag hatte der Keeper seinen Medizincheck in Liverpool bestanden. Die Nummer eins der Seleção unterschrieb in Anfield einen Vertrag über mehrere Jahre. Die genaue Länge gab der FC Liverpool nicht bekannt. Laut britischen Medien soll der Verein für Alisson, der mit vollem Namen Alisson Becker heißt, umgerechnet 72,5 Millionen Euro bezahlen. Das sind knapp 20 Millionen mehr als Juventus Turin 2001 für Keeper Gianluigi Buffon bezahlte und wäre damit eine Rekordsumme für einen Torhüter.

Die Verpflichtung ist auch als Signal an andere Clubs in der Premier League zu verstehen, dass der FC Liverpool in der kommenden Saison voll angreifen will. Die Zeitung „Liverpool Echo“ nannte es eine „donnernde Absichtserklärung“. Der Verein veröffentlichte am Abend ein Foto, auf dem Klopp und Alisson strahlend die Hände schütteln.

„Ich bin sehr glücklich“, wurde Alisson zitiert, „ein Traum wird damit wahr, dass ich dieses angesehene Trikot für einen Club dieser Größenordnung tragen darf.“ Auch die Clubbosse sollen begeistert gewesen sein. „Also haben wir zugeschlagen“, sagte Klopp.

Einer, der davon gar nicht begeistert sein wird, ist Karius. Nach seinen krassen Patzern im Champions-League-Finale gegen Real Madrid (1:3) war er heftig in die Kritik geraten. Seinen Status als Nummer eins dürfte er nun erst einmal verloren haben. Klopp nahm ihn zwar nach einem erneuten Fehler in der Vorbereitung noch in Schutz, doch auch der Trainer sah offensichtlich Handlungsbedarf. Der Belgier Simon Mignolet, zuletzt die Nummer zwei hinter Karius, soll auch vor dem Absprung stehen.

Alisson erreichte bei der WM mit Brasilien das Viertelfinale, das die Seleção mit 1:2 gegen Belgien verlor, und stand in allen fünf Spielen im Tor. Zuvor hatte er in zwei Jahren für die AS Rom 37 Spiele in der Serie A absolviert. Im Halbfinale der Champions League hatte Alisson erst Ende April und Anfang Mai mit der Roma gegen Liverpool gespielt und war ausgeschieden.

Obwohl Alisson beim Hinspiel fünfmal hinter sich greifen musste, als Rom in Anfield 2:5 verlor, blieb bei ihm ein guter Eindruck. „Ich habe die Atmosphäre erlebt und dieses Spiel hat meine Entscheidung beeinflusst.“ Auch Liverpool-Stürmer Mohamed Salah, der vor einem Jahr aus Rom nach Anfield gewechselt war, hatte wohl einen gewissen Einfluss. Kurz vor dem Abschluss des Transfers schickte der ägyptische Angreifer eine SMS an den Keeper: „Worauf wartest du noch?“ Alissons Antwort: „Bleib ruhig. Ich bin auf dem Weg.“


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