Wer zeigt was? Was gibt es im Netz? Was Sie über die WM-Übertragung im Fernsehen wissen müssen

Von Malte Schlaack


Baden-Baden Live-Spiele, Pressekonferenzen, Talkrunden und Reportagen: Die Fußball-WM bestimmt in den kommenden Wochen das TV-Geschehen. ARD und ZDF dominieren, andere Sender wollen aber ebenfalls mitmischen. Viel spielt sich auch im Internet ab.

Den Auftakt am Eröffnungstag macht die ARD. Das Erste ist auch am Freitag mit drei Partien auf Sendung, danach übernimmt für zwei Tage das ZDF, dann gibt es den gewohnten Wechsel. Livebilder gibt es außerdem im Bezahlfernsehen, hinzu kommen viele Onlineangebote und regelmäßige Übertragungen im Hörfunk.

Wo sind die Spiele zu sehen? ARD und ZDF haben sich wieder die WM-Rechte gesichert und zeigen alle 64 Spiele live. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender haben aber auch Sublizenzen an Sky verkauft. 25 Partien zeigt der Pay-TV-Sender für seine Kunden, darunter alle Partien der deutschen Nationalmannschaft. Das erste Spiel am Sonntag gegen Mexiko zeigt das ZDF, ebenso die Begegnung gegen Südkorea (27. Juni). Die ARD darf das zweite Vorrunden-Spiel gegen Schweden am 23. Juni übertragen. In der K.-o.-Phase überträgt das Erste ein mögliches Achtel- und Halbfinale mit Deutschland, das ZDF ein mögliches Viertelfinale sowie das Endspiel.

Wo gibt es sonst noch bewegte Bilder? Live-Spiele gibt es nur bei ARD, ZDF und Sky, dennoch wollen auch andere Anbieter vom WM-Hype profitieren. Sport1.de etwa zeigt 45 Minuten nach Abpfiff kostenlose Highlight-Videos. Der Streamingdienst DAZN hat ein ähnliches Angebot, allerdings nur für Kunden.

In welcher Form präsentieren die TV-Sender ihr Programm? Anders als in vielen Jahren zuvor haben ARD und ZDF ihr Studio nicht im Gastgeberland. Beide öffentlich-rechtlichen Sender nutzen ein gemeinsames Studio des Südwestrundfunks in Baden-Baden. So soll zum einen „journalistischer Abstand zu einer durchaus umstrittenen Veranstaltung“ symbolisiert werden, wie die ARD auf ihrer Homepage schreibt. Außerdem wollen die beiden Sender so ihren Reform- und Einsparwillen unterstreichen. Alexander Bommes und Matthias Opdenhövel sind beim Ersten im Moderations-Einsatz, Oliver Welke und Jochen Breyer beim ZDF, verstärkt werden sie jeweils von Experten. Für Bezahlsender Sky wird Wolff-Christoph Fuss alle 25 Spiele aus einem Studio in München kommentieren.

Also ist niemand in Russland vor Ort? Doch, natürlich. Die ARD setzt in Russland auf Steffen Simon, Tom Bartels, Gerd Gottlob und Debütant Florian Naß als Kommentatoren im Stadion. Beim ZDF sitzen Béla Réthy, Oliver Schmidt, Claudia Neumann und Martin Schneider hinter dem Mikrofon. Gerhard Delling (ARD) und Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) sind außerdem vor Ort und begleiten das DFB-Team im Trainingscamp in Watutinki sowie bei den einzelnen WM-Spielen. Hinzu kommen weitere Reporter, die vor Ort Beiträge machen. Für Sky sind Marc Behrenbeck und Uli Köhler bei der WM dabei.

Was machen die Sender im Internet? Vor allem die Öffentlich-Rechtlichen bietet erneut ein umfangreiches Online-Programm. So können die Spiele aus der Vogelperspektive, mit Blick auf die Trainer oder aus weiteren Perspektiven geschaut werden. Beim ZDF kann man einzelne Szenen unter dem Titel „Be Béla“ selbst kommentieren, die ARD hat extra zwei Online-Reporter rund um die deutsche Mannschaft abgestellt.

Was gibt es sonst noch? Egal, wann man in den nächsten Wochen den Fernseher einschalten wird: Auf allen Sendern wird die WM ein großes Thema sein. Sender wie RTL und Pro Sieben haben zwar kein ausgewiesenes WM-Programm, werden aber immer wieder über das Turnier berichten. Hinzu kommen die Nachrichtensender oder eben Sky, die über den Tag verteilt immer wieder Bilder aus Russland zeigen werden.

ARD und ZDF werden auch über ihre Kernsendezeiten hinaus die WM thematisieren. Im Ersten gibt es zum Abschluss der Übertragungstage das „WM-Kwartira“, bei dem die Moderatoren Micky Beisenherz und Jörg Thadeusz von der Hamburger Reeperbahn auf das Geschehen in Russland blicken. Das ZDF verzichtet auf eine feste Sondersendung, wird aber vor und nach den jeweiligen Spielen ausführlich berichten.

In den nächsten Wochen oft zu sehen: Das gemeinsame TV-Studio von ARD und ZDF steht beim Südwestrundfunk in Baden-Baden. Foto: dpa/Uli Deck

Und im Hörfunk? Anders als zum Beispiel in der Bundesliga, wo private Anbieter wie Amazon in den Markt mit eingestiegen sind, hat die ARD im Radio ein Live-Monopol. Der Senderverbund kündigt im Bereich Hörfunk ein umfangreiches Programm an. So soll es über die einzelnen regionalen Funkhäuser den ganzen Tag Schalten zu den Reportern vor Ort geben. Insgesamt 13 Partien (Eröffnungsspiel, die deutsche Vorrunde, das mögliche deutsche Achtelfinale und alle Begegnungen ab dem Viertelfinale) werden außerdem per Vollreportage übertragen. Mit dpa