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Reporter unterwegs bei Fußball-WM 2018 WM-Blog „Fussland“:Der Rückblick auf die Fußball-WM in Russland

Von Benjamin Kraus

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Ein Blick auf Russlands chaotische Straßen auf dem LandEin Blick auf Russlands chaotische Straßen auf dem Land

Moskau. Benjamin Kraus arbeitet seit 2009 für die Sportredaktion der NOZ-Medien – und besucht mit der Fußball-WM 2018 in Russland sein erstes großes Turnier als Reporter. Hier bloggt der 36-Jährige über seine ganz persönlichen Erlebnisse beim Weltturnier.


WM-BLOG „FUSSLAND“

11. Juni 2018 17:17

WM-Blog „Fussland“: Am Dienstag geht es los

Benjamin Kraus arbeitet seit 2009 für die Sportredaktion der NOZ-Medien – und besucht mit der Fußball-WM 2018 in Russland sein erstes großes Turnier als Reporter. Hier bloggt der 36-Jährige über seine ganz persönlichen Erlebnisse beim Weltturnier.
 
Foto: Witters
Sven Mechelhoff
11. Juni 2018 18:13
Am Dienstagmorgen um 10.45 Uhr hebe ich ab mit dem Flugzeug nach Moskau – Zeit, um mich vor meiner ersten WM als Reporter vor Ort an meine Fußball-Sozialisation zu erinnern.
Sommer 1990: Lothar Matthäus rennt los hinter der Mittellinie, lässt gefühlt die ganze Elf der Jugoslawen stehen. Dann schießt er aus 22 Metern den Ball knallhart ins linke Eck. Das Tor zum 3:1 beim 4:1-Sieg der Nationalelf im ersten Spiel auf dem Weg zum WM-Titel 1990 in Italien ist der erste Fußball-Moment, an den ich mich erinnern kann. Es traf der Franke, der beim 1. FC Herzogenaurach das Kicken gelernt hat – wenige Kilometer entfernt von meinem Elternhaus, wo ich das Spiel im TV verfolgt habe.
Damals war ich acht Jahre alt. Heute weiß ich: Das 1:0 durch Matthäus mit Ballannahme aus der Luft, Drehung und Schlenzer ins Eck war das sportlich weit wertvollere Tor. Und ich weiß noch einiges mehr, über Matthäus und den professionell organisierten Fußball – Dinge, die kritische Distanz zu einigen Vorgängen abseits des Spielfeldes entstehen haben lassen, aber nie dafür gesorgt haben, dass meine Liebe zum Spiel an sich erkalten konnte.
Darüber will ich bei dieser WM für Sie berichten: Über das beste Spiel der Welt, über meine Eindrücke beim Blick hinter die Kulissen, wann immer er möglich ist. Und von Land und Leuten: Bei meiner ersten Reise nach Russland im Februar habe ich die Menschen als gastfreundlich und zugänglich kennengelernt – ich bin gespannt, ob nun dort eine ähnliche Stimmung entsteht wie beim Sommermärchen 2006 in Deutschland.
Falls Sie Fragen, Anregungen oder Kritik während der WM haben, mailen Sie mir: Über b.kraus@noz.de bin ich auch in Russland erreichbar. Ansonsten freue ich mich, wenn wir uns an dieser Stelle ab und zu lesen.
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 06:40
Es geht los: Osnabrück verabschiedet mich wie zuletzt mit herrlichen Sonnenaufgang. In Russland muss ich mich wohl erstmal auf kühlere Temperaturen einstellen.
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 06:49
Was macht ein WM-Reporter im Zug zum Flug? Natürlich arbeiten. Ich schreibe mein Interview fertig mit dem gebürtigen Mühlheimer Erik Stoffelshaus, der als Sportdirektor von Lokomotive Moskau gerade russischer Meister geworden ist. Er bringt uns seinen Werdegang und den russischen Fussball nahe - mehr bald hier!
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 07:04
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 10:42
Alles bereit zum Abflug - wir lesen uns heute Abend aus Russland, bis später...
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 15:22
Hallo aus Moskau - hier ist es ungleich kälter als in Deutschland. Knapp 20 Grad und Regen.
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 15:23
Erste WM-Grüße im Terminal
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 15:24
Sogar Zlatan ist schon da
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 15:29
Auf geht's ab geht's - durch den berühmten Verkehr in Moskau. Wir sind gespannt.
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 15:42
Vorstadt-Ansichten von der Stadtautobahn
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 15:52
Das Stadion von Dinamo Moskau, wo Kevin Kuranyi einst spielte. Bei der WM wird es nicht benötigt.
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 16:02
Der Finanzdistrikt. Sehr repräsentativ - aber viele der Geschäftsräume sollen infolge der Wirtschaftskrise leer stehen.
Benjamin Kraus
12. Juni 2018 16:12
Hallo vom Lushniki - Austragungsstätte des Eröffnungsspiels und der ersten Partie der deutschen Elf
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 00:50
So sieht es übrigens im Viertel unseres Hotels aus: Moskauer Idylle
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 00:58
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 00:58
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 01:12
Tag 1 in Moskau:
Wer auf Reisen geht, erlebt was – sagt man. Für mich lief der Trip nach Moskau – bis ich heute am Abend auf den Boden der Tatsachen landete.
Läuft ja wie ein Länderspiel. Dieser Satz fiel nach 10 Siegen in 10 WM-Qualifikationsspielen für Deutschland oft in unserer Sportredaktion, wenn anspruchsvolle Aufgaben locker abgearbeitet wurden. Nun habe ich ihn in Moskau gesagt. Mit Blick auf die reibungslose Anreise.
Es gibt ja Kollegen, denen der Ruf vorauseilt, dass immer irgendwas passiert – was sich dann bestätigt. Kaputte Autos, brennende Züge: alles schon da gewesene Schlachtfelder auf Reporter-Reisen, diesmal nicht: Freie Plätze in der Bahn, schnelle Kontrollen am Flughafen, freundliche und sogar schlanke Sitznachbarn im Flugzeug.
Selbst der als chaotisch verrufene Verkehr in Moskau traf mich nicht: Auf vollen, aber stets rollenden Straßen nahm ich Eindrücke der Mega-City auf: 16-stöckige Wohnblöcke an achtspurigen Magistralen, das Bankenviertel mit futuristischen Wolkenkratzern, dazwischen alles in Bewegung, auf dem Sprung.
Akkreditierung am Stadion abgeholt, im Hotel eingecheckt:  Ein Länderspiel. Doch dann wollte ich diesen Text nach Hause schicken - und kam nicht ins Internet. Ich ging zur Rezeption. Dort fuhr mir der rot livrierte Concierge ehe ich mein Problem überhaupt fertig geschildert hatte - über den Mund: „Das muss erst freigeschalten werden, entspannen Sie sich.“
Entspannen? Sagt ein Mann aus Moskau, jene Stadt, die wie keine zweite für Hektik steht? Na gut, dachte ich und ging in mich: Was sagt mir der Tag über die Chancen Deutschlands bei der WM? Genannte Kollegen der selbst erfüllenden Prophezeiung haben Abstiege, Spielabbrüche und Insolvenzen begleitet. Wie ich meinen WM-Wetteinsatz platziere, weiß ich nun: Deutschland marschiert bis ins Finale, scheitert dann tragisch. 
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 10:24
Hallo aus Watutinki - genauer gesagt von Trainingsgelände von ZSKA Moskau, dem Armeeklub, bei dem die deutsche Elf heute ihr Auftakttraining in Russland absolviert.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 10:27
Wir befinden uns etwa 40 Kilometer vor Moskau im Wald, das Handynetz reicht gerade nicht für die Übertragung von Bildern, daher reichen wir das später nach. Hier sind etwa 1000 Menschen - viele Medienvertreter und viele Kinder - die jetzt in lauten Jubel ausbrechen, weil die Nationalspieler den Platz betreten. Los geht's mit lockerem Kreisspiel.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 10:53
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 10:58
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 11:09
Jetzt eine Spielform 7 gegen 7 auf engstem Raum. Gündogan trifft, die Kinder jubeln. Schön.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 11:10
Gündogan trifft, die Kinder jubeln. Schön
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 11:33
Ein paar Leute sind da zum Zugucken. Natürlich vor allem Medienvertreter. Was fehlt: Kaltgetränke und Stadionwurst
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 11:35
Tempo ist durchaus drin in der Einheit, am Ball können die Jungs natürlich alle was. Lockerheit ist da, der nötige Zug aber auch
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 11:42
So, Feierabend auf dem Platz - und die Jagd der Autogrammjäger beginnt. Und die der Kameraleute aus aller Herren Länder auch. Lustig die händeringenden Versuche der DFB-Medienleute, sie aufzuhalten.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 12:57
So sah übrigens der Andrang der Fans vor dem Trainingsgelände aus: Die Deutsche Elf offenbar auch bei den einheimischen Russen recht beliebt.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 12:58
Deshalb müssen die Soldaten, die hier mit ihren Kasernen übrigens sowieso das ganze Umfeld okkupiert haben, in den Einsatz.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 12:59
Einschwören auf die gemeinsame Aufgabe
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 13:00
Wir sind übrigens soeben im Teamhotel der Nationalelf angekommen - im Vatutinki Complex. Hier die Nachricht: Die DFB-PK verschiebt sich auf 14.45 Uhr deutsche Zeit.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 13:03
So sieht das Teamhotel von außen aus
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 15:03
Los geht es: Pressekonferenz in Watutinki mit Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Reinhard Grindel.
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 15:16
Wie im Theater
Benjamin Kraus
13. Juni 2018 15:22
Löw: Draxler (heute im Rasen hängengeblieben) und Khedira (Rücken) haben dosiert trainiert, sollten aber morgen wieder voll trainieren können.
Benjamin Kraus
14. Juni 2018 00:28
Die berühmten Moskauer Metrobahnhöfe - stylisch. Hier Troparyovo im Südwesten der Stadt.
Benjamin Kraus
14. Juni 2018 01:14
Blick aus dem Hotelzimmer um 2 Uhr morgens Ortszeit - so früh zieht in diesen Breiten der Morgen auf in den kurzen Sommernächten
Benjamin Kraus
14. Juni 2018 01:25
Tag 2 in Moskau:
Gestern habe ich über die horizontale Reise nach Russland berichtet. Heute kann ich von einer vertikalen Reise in Moskau erzählen.
Auf und nieder, immer wieder – ein Party-Klassiker. Ich fand die Sache erst ermüdend, dann machte sie mich wütend. Unser 1100 Betten großes und 22 Stockwerke hohes Hotel mit sozialistischem Rest-Charme erlebt einen Aufzug-Engpass, wenn alle nach dem Frühstück aktiv werden. Auch ich wollte aus der elften Etage runter. Klingt nach 30 Sekunden, wurde eine dreißigmal längere Odyssee.
Erster Stopp auf der 10: Eine Frauengruppe aus Korea strömt herein. Ihr Raumempfinden ist anders als meins: Für mich ist die Kabine voll, als noch drei von ihnen draußen stehen. Für sie passen alle rein –atmen kann danach keiner mehr.
Auch danach halten wir auf jeder Etage, wo immer neue Leute Einlass begehren, aber mit Blick auf uns in der Sardinenbüchse davon absehen. Etwa der Kollege aus Augsburg, der uns auf der Sieben angrinst - resigniert ob der vollen Kabine, amüsiert ob der gackernden Koreanerinnen, die jeden Stopp feiern.
Als sich die Tür auf der eins schließt, wo keiner mehr wartete, weil die Faulpelze dort sich doch noch für die naheliegende Treppe entschieden haben, scheint die Tortur überstanden. Doch dann das Unfassbare: Der Aufzug fährt plötzlich ganz hoch, in den 22. Stock! Das Gegacker der Asiatinnen wirkt nun panisch, in mir steigt Groll auf.
Also wieder abwärts, wieder Stopp auf jeder Etage. Allerdings entschädigt nun der Blick in die ungläubigen Gesichter der ungeduldigen Leute auf den Fluren: Sie haben natürlich keine Ahnung, warum wir wieder auftauchen – wir wissen es ja selbst nicht. Spätestens, als der Augsburger uns erst mit offenem Mund anstarrt und dann die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, habe ich einen Lachkrampf. Als wir im Erdgeschoss aus dem Lift fallen, kann mich nichts mehr schocken. Das Moskau-Chaos erlebe ich nun als Entspannungsprogramm.
 
Benjamin Kraus
14. Juni 2018 09:57
Meine Meinung zum WM-Start in Russland: Das Turnier kostet über 10 Milliarden Euro - das geht deutlich billiger. Der komplette Kommentar hier.
Benjamin Kraus
14. Juni 2018 10:03
Benjamin Kraus
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