Warten auf die DFB-Entscheidung Mit Grotifanten-Bier: Uerdingen lässt sich das Feiern nicht verbieten

Von dpa

So wird in Krefeld gefeiert: die KFC-Spieler im Rathaus. Foto: dpaSo wird in Krefeld gefeiert: die KFC-Spieler im Rathaus. Foto: dpa

Krefeld. Grotifanten-Meisterbier, 2000 Zuschauer und die erhoffte Zusage des Oberbürgermeisters: Ungeachtet der offenen Entscheidung über die Wertung des Spiels beim SV Waldhof Mannheim hat der KFC Uerdingen den Aufstieg in die 3. Fußball-Liga gefeiert.

Zwar zeigten sich auch die Spieler und Funktionäre des KFC Uerdingen betroffen von den Zwischenfällen im abgebrochenen Aufstiegs-Rückspiel bei Waldhof Mannheim. Doch der Partystimmung auf der Rückreise und in Krefeld tat das keinen Abbruch. „Heute wird mal ordentlich gesoffen“, sagte der frühere Bundesliga-Profi Maximilian Beister und gab damit noch auf dem Rasen den Feier-Befehl. Nach der Rückkehr wurden die KFC-Spieler von etwa 1000 Fans gegen 23 Uhr an der Großmarktkantine empfangen. Am Montag feierten rund 2000 Fans die Mannschaft auf dem Rathausplatz.

Neuzugang Müller

Ein Sponsor hatte für das Team eigens ein „Meisterbier 2018“ kreiert, auf dem Etikett war ein lachender Grotifant zu sehen, das berühmte Maskottchen der im Grotenburg-Stadion spielenden Krefelder. Oberbürgermeister Frank Meyer kündigte an, die Sanierung des Stadions werde man bald angehen. In Defensivspieler Robert Müller, der auch schon bei Hertha BSC und Hansa Rostock spielte, stellte der KFC am Montag auch direkt den ersten Neuzugang vor.

Riesige Euphorie

Die Euphorie in der Stadt ist groß, 13 Jahre lang war der Club im unterklassigen Amateurbereich verschwunden, ehe jetzt ein Jahr nach dem Aufstieg in die Regionalliga die Rückkehr in die 3. Liga gelang. Dass der Deutsche Fußball-Bund nach dem Spielabbruch wegen der Rauchbomben, Böllerschüsse und Raketen aus dem Mannheimer Block noch über die endgültige Spielwertung entscheiden muss, störte nicht. „Das hat auf jeden Fall keine Auswirkung. Wir gehen davon aus, dass der DFB das Spiel für uns wertet“, sagte ein Sprecher des Clubs. Davon können die Krefelder auch ausgehen. Sie hatten beim Spielabbruch in der 82. Minute durch die Treffer von Connor Krempicki und Tanju Öztürk 2:1 geführt und auch das Hinspiel mit 1:0 gewonnen.

„Scheiß-Relegation“

Derweil übte Uerdingens Mittelfeldspieler Beister auch Kritik am Aufstiegsmodus. „Wenn du dreimal in die Relegation musst als Meister oder Vize-Meister und es dreimal nicht packst, dann ist die Enttäuschung, dann ist der Frust da“, sagte der langjährige Bundesliga-Profi. „Von Verbandsseite muss sich keiner wundern, dass die Leute ausrasten, wenn du dreimal in so eine Scheiß-Relegation musst und dreimal scheiterst.“ Die Mannheimer scheiterten in den beiden Jahren zuvor ebenfalls in den Aufstiegs-Playoffs an den Sportfreunden Lotte und dem SV Meppen.

Möglich machte den Uerdinger Durchmarsch auch Präsident Michail Ponomarew. Der russische Unternehmer, der früher den Eishockeyclub Düsseldorfer EG und die englischen Fußballer des AFC Bournemouth unterstützte, ist seit Juni 2016 als Präsident und Investor beim KFC aktiv.