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Die prägenden Persönlichkeiten Elf Gewinner, elf Verlierer: 22 Köpfe der Bundesliga-Saison

Von dpa

Schalkes Trainer Domenico Tedesco gehört zu den großen Gewinnern dieser Saison. Foto: Ina FassbenderSchalkes Trainer Domenico Tedesco gehört zu den großen Gewinnern dieser Saison. Foto: Ina Fassbender

Stuttgart. Von Tedesco und James zu Götze und Rebbe: Die 55. Bundesliga-Saison hat viele Gewinner und nicht wenige Verlierer. Eine Auswahl.

Elf Gewinner:

Domenico Tedesco: Am Anfang viel Wirbel – auch wegen des Umgang mit Kapitän und Schalke-Urgestein Benedikt Höwedes, am Ende viel Freude – auch wegen der Meisterschaft im Pott: Tedesco bewies in seinem ersten Trainer-Jahr auf Schalke, dass er große Vereine kann. Vizemeister, Champions League: Das macht Lust auf mehr.

Gewinner aus Schalke: Trainer Domenico Tedesco. Foto: Witters

James Rodriguez: Wunschspieler von Carlo Ancelotti, reifte aber erst unter Jupp Heynckes zu einem der besten Bayern-Zugänge der vergangenen Jahre. Die Real-Leihgabe aus Kolumbien zählt in einer starken Mannschaft zu den Besten.

James Rodriguez kam aus Madrid und schlug in München ein. Foto: Witters

Christian Titz: Sorgte dafür, dass nicht mehr ganz so viele Fußball-Fans dem Hamburger SV endlich die 2. Liga wünschen. Vereinte Team und Fans im Schnellverfahren und ließ neue Hoffnung aufkommen. Soll einen neuen Trainervertrag bekommen.

Christian Titz lässt den HSV bis zum letzten Spieltag hoffen. Foto: Witters

Sven Ulreich: Der einstige Stuttgarter Torhüter war ein erstklassiger Vertreter für den verletzten Manuel Neuer und entwickelte sich nach anfänglichen Patzern wie im September in Wolfsburg bei den Münchnern zum Nationalelf-Kandidaten. Dennoch stets bescheiden. Trotz des Patzers in Madrid gehört er zu den Gewinnern.

Torwart Sven Ulreich zeigte als Neuer-Ersatz eine starke Entwicklung. Foto: Witters

Mario Gomez: Der Wechsel von Mario Gomez aus Wolfsburg nach Stuttgart wurde begleitet von Euphorie bei den Fans und Skepsis der Experten. Gomez traf in 16 Spielen acht Mal, der VfB rettete sich früh. 

Mario Gomez zeigte sich in Stuttgart treffsicher und ist ein Kandidat für die WM. Foto: Witters

Jupp Heynckes: Aus dem Ruhestand ins Halbfinale der Champions League, ins Pokalfinale und zur Meisterschaft. Mit einem Team, das unter dem Vorgänger noch weit von jeder Bayern-Dominanz entfernt war. Chapeau! Wer weiß, wo der Bayerns Weg hingegangen wäre, wenn Cando nicht gebellt hätte. 

Jupp Heynckes und sein Schaeferhund Cando: Der Trainer brachte die Bayern zurück in die Erfolgsspur. Foto: Witters

Florian Kohfeldt: Nach vielen Hoffnungsträgern auf der Werder-Bank ist er derjenige, der die Sehnsüchte in Bremen vielleicht tatsächlich erfüllen kann. Verlängerte seinen Vertrag. Glaubhaft und sympathisch.

Trainer Nummer vier unter den Gewinnern: Unter Florian Kohfeldt blieb Werder zu Hause ungeschlagen. Foto: Witters

Nils Petersen: In einer Freiburger Mannschaft ohne Stars der heimliche Superstar. Zweitbester Torjäger der Saison. Stets bescheiden, Teamplayer und die Lebensversicherung des Sport-Clubs. 

Nils Petersen (Freiburg) hielt Freiburg mit seinen Toren am Leben. Foto: Witters

Kevin-Prince Boateng: Noch immer der Boss auf dem Platz, weit weg vom Rüpel-Image vergangener Jahre. Beeindruckte in Frankfurt Mitspieler und Beobachter mit Führung, Verantwortung und anhaltender Leistung. 

Kevin-Prince Boateng wurde in Frankfurt zum Leader. Foto: Witters

Julian Nagelsmann: Die wichtigsten Spieler abgewandert, erstmals in der Vereinsgeschichte eine Saison mit Doppelbelastung? Trainer Nagelsmann meisterte auch Hoffenheimer Krisen und imponiert weiter. Der Erfolg bringt ihn weiter bei anderen Clubs in Spiel von Arsenal bis Dortmund. 

Trainer Julian Nagelsmann kletterte mit Hoffenheim aus dem Tief zurück nach oben. Foto: Witters

Michael Gregoritsch: Verließ den HSV rechtzeitig. Entwickelte sich in Augsburg mit 13 Treffern zum besten Torjäger. So viele Tore schoss nie ein Fuggerstädter in einer Saison. Der Österreicher bewies, dass er deutlich mehr kann, als ihm in Hamburg noch zugetraut wurde.

Überraschte mit seinen 13 Treffen alle: Michael Gregoritsch. Foto: Witters

Elf Verlierer

Carlo Ancelotti: Der Mann für die großen Spiele scheiterte in München an seinem Desinteresse für den Alltag. Vor allem der Vergleich mit Nachfolger Heynckes ist für den Trainer wenig schmeichelhaft. 

Trainer Carlo Ancelotti (rechts) hatte in München nicht ausreichend Erfolg für die Ansprüche des FC Bayern. Foto: Witters

Manuel Neuer: Neuer war in München die ganze Saison ein Thema. Nicht auf dem Platz, wo ihn Ulreich vertrat, sondern weil der gebrochene Fuß immer noch Sorgen macht. Die WM-Teilnahme ist in Gefahr. 

Torwart Manuel Neuer kam in der Saison kaum zum Einsatz und bangt um die WM-Teilnahme. Foto: Witters

Mario Götze: Wollte die WM-Saison nutzen, um Kritiker zu strafen und den Platz in der Nationalmannschaft zu sichern. Beides misslang dem Dortmunder. Schuld daran hatte auch eine langwierige Krankheitsphase. 

Mario Götze wollte seine Leistung nach seiner Stoffwechsel-Erkrankung steigern, hatte aber zu oft viel Luft nach oben. Foto: Witters

Marcel Schmelzer: Der Käpt'n schaffte es nicht, die vielen Baustellen beim BVB zu schließen und fiel zuletzt selbst bei Trainer Stöger in Ungnade. Gegen Leverkusen aus dem Kader gestrichen. Im Team weiter angesehen, das öffentliche Bild litt. 

Marcel Schmelzer zeigte in dieser Saison häufig schlechte Leistung und konnte in den schweren Dortmunder Zeiten als Kapitän nicht vorangehen. Foto: Witters

Horst Heldt: Werden gescheiterte Jobwechsel öffentlich, ist das nie gut für den Ruf. 96-Sportchef Heldt wollte erst nach Köln, dann nach Wolfsburg und machte den Eindruck eines Managers auf der Durchreise. 

Sportdirektor Horst Heldt muss wohl in Hannover bleiben. Foto: Witters

Olaf Rebbe: Vier verschiedene Wolfsburger Trainer in seiner Amtszeit, keiner erwies sich als wirklich gute Wahl. Sportchef Rebbe stand dauerhaft in der Kritik und ist eng mit dem VfL-Niedergang verbunden. Die Wege trennten sich vielleicht zu spät.

Sportdirektor Olaf Rebbe (Wolfsburg) holte für viel Geld Spieler, um am Ende wie im Jahr zuvor um den Abstieg zu spielen. Foto: Witters

Jörg Schmadtke: Hörte keiner auf ihn oder sah der Manager die Gefahr nicht? Was stimmt, können nur Schmadtke und die Verantwortlichen in Köln beantworten. Mitschuld am Abstieg des Europapokalteilnehmers. Fragwürdige Transfers wie die Verpflichtung von Cordoba als Modeste-Nachfolger für 17. Millionen Euro. Schmadte musste seinen Hut nehmen. 

Sportdirektor Jörg Schmadtke musste als Mitverantwortlicher für den Misserfolg in Köln gehen. Foto: Witters

Walace: Bei der letzten Rettung des HSV noch ein Stabilisator, inzwischen aber Sinnbild eines Fußballers mit Hang zum Egoismus und Selbstüberschätzung. Trainiert mit der 2. Mannschaft. 

Flop beim HSV: Walace. Foto: Witters

Jens Todt: Einer der vielen Gescheiterten des HSV. Holte als Sportchef die falschen Zugänge und entschied sich dann auch noch für Hollerbach als Trainer. Wurde im März beurlaubt.


Konnte den dauerhaften Abstiegskampf in Hamburg nicht abwenden: Sportdirektor Jens Todt. Foto: Witters

Alexander Meier: Zuletzt noch mal im Fußball-Himmel, ist das Kapitel Eintracht Frankfurt für Meier nach dieser Saison wohl vorbei. Erst verletzt, dann krank, danach trotz Legendenstatus kein Faktor mehr.  

Verletzungspech bremste Alexander Meier aus. Ein kleines Happy End gab es am 33. Spieltag trotzdem. Foto: Witters

Emil Forsberg: Vorige Saison einer der Attraktionen der Liga, in den vergangenen Monaten lange und oft verletzt und mit schlechterer Bilanz in Leipzig. Kokettiert mit einem Abschied von RB.

Die zweite Saison ist immer die schwerste: Für Leipzigs Emil Forsberg galt das in jedem Fall. Foto: Witters