FUSSBALL-TALKS UNTER DER LUPE: Das aktuelle Sportstudio Hasenhüttl bestätigt konkretes Interesse des FC Bayern

Von Lutz Hölker

Ralph Hasenhüttl hatte einen losen Kontakt zum FC Bayern. Foto: WittersRalph Hasenhüttl hatte einen losen Kontakt zum FC Bayern. Foto: Witters

Osnabrück. Ein paar sehr interessante Details verriet RB Leipzig Trainer Ralph Hasenhüttl bei seinem Besuch im ZDF Sportstudio vom 5. März. Mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein unterhielt er sich über die durchwachsene Saison seines Teams, seine Zukunft bei RB Leipzig und ein konkretes Interesse des FC Bayern in der Winterpause. Außerdem hatten Stefan Bell und Nico Bungert vom FSV Mainz 05 einen Kurzauftritt im Studio, die am Nachmittag mit ihrem Klub den Klassenerhalt perfekt machten und ihre Pläne für die Feierlichkeiten schilderten.

Als amtierender Vizemeister ging Ralph Hasenhüttl mit seinem Team in die Saison 2017/18. Nach dem Ausscheiden im Viertelfinale der Euro League geriet zuletzt durch drei Niederlagen in Folge in der Bundesliga auch noch die erneute Qualifikation für das internationale Geschäft ins Wanken, was eine enttäuschende Saison für Leipzig bedeuten würde. Ausgerechnet gegen den stark abstiegsbedrohten VFL Wolfsburg gelang nun in den entscheidenden Wochen durch einen 4:1-Heimsieg die Wende.

RB-Spieler litten unter „mentaler Leere“

Dabei war es für den Trainer laut eigener Aussage gar nicht so einfach, die Motivation seiner Mannschaft, und auch seine eigene, wiederherzustellen: „Es stimmt, dass es am Montag nach dem Mainz-Spiel nicht einfach war, an die Jungs ranzukommen. Man muss versuchen sie irgendwo abzuholen, wo man sich auch selbst wiederfindet. Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir nach dem Mainz Spiel alle sehr angeknockt waren, aber ich denke, dass es uns in dieser Woche sehr gut gelungen ist“, gab Hasenhüttl zu. Der 50-Jährige sprach unter anderem von einer „mentalen Leere in den Köpfen seiner Spieler“ die nur „schwer rauszubekommen war“ und den Sieg in Wolfsburg so „enorm wichtig“ machten.

Schwere Saison keine Überraschung

Überraschend kam der Leistungseinbruch für den RB-Coach, dessen Team zum ersten Mal der Doppelbelastung aus Ligabetrieb und internationalem Wettbewerb standhalten musste, nicht wirklich. „Wir haben vor der Saison genau von dieser Situation gesprochen und dass sie auf uns zukommen wird“, erklärte Hasenhüttl und fügte an: „Ich glaube, es ist enorm wichtig, solche Erfahrungen auch erst einmal zu machen, für mich als Trainer aber auch für die jungen Spieler.“

Kein Vertrauensbruch zwischen Rangnick und Hasenhüttl

Leipzigs Sportchef Ralf Rangnick sorgte in der Rückrunde für zusätzliche Unruhe, als er die Vertragsgespräche mit seinem Trainer auf die Sommerpause verlegte. In den Medien tauchten Gerüchte über Zweifel am Trainer auf und mögliche Meinungsverschiedenheiten der beiden Parteien. Im Sportstudio räumte Hasenhüttl mit diesen Mutmaßungen auf und sorgte für Richtigstellung: „Die Tatsache, dass die Vertragsgespräche mit mir in die Sommerpause verlegt wurden, hatte Null mit der Phase zu tun, die wir im April hatten. Diese Entscheidung ist nämlich deutlich früher getroffen worden, als wir drei Siege hintereinander gefeiert haben.“

Die Maßnahme fiel laut dem Trainer in beidseitigem Einverständnis. „Wir waren uns einig, dass wir dieses Jahr gemeinsam durchleben wollen und danach eine Entscheidung treffen über unsere Zukunft. Ich finde das ganz, ganz wichtig. Ich möchte keinen Vertrag unterschreiben, nur damit ich ein Papier in der Hand habe, das mir Sicherheit gibt“, sprach Hasenhüttl offenherzig.

Die Sichtweise des Vereins konnte er ebenfalls nachvollziehen: „Es ist einfach wichtig für einen Verein, dass er erkennen muss, welche Richtung gehe ich mit dem Trainer und der Trainer muss wissen, in welche Richtung gehe ich mit dem Verein. Ich glaube, ein Vertrag muss auch an den Inhalten gemessen werden. Es ist für beide Seiten sehr wichtig, dass man sich über diese Inhalte auch einig ist.“

Bayern mit konkretem Interesse

Auch das Interesse anderer Klubs war laut Hasenhüttl nicht der Grund für das Aussetzen der Gespräche. Dazu betonte er noch einmal mit keinem Verein gesprochen zu haben, außer eines „losen Kontakts“ mit dem FC Bayern im Januar, in dem er den Verantwortlichen mitteilte, er könne sich trotz Interesse des Rekordmeisters „nicht vorstellen, die 1A-Lösung zu sein“ und nur dann würde für ihn die Aufgabe „wirklich Sinn machen.“

Hasenhüttl bereit für Verlängerung

Auf die Schlussfrage, ob sich Hasenhüttl mittlerweile eine Vertragsverlängerung bei RB Leipzig vorstellen könnte, gab der Österreicher eine klare Antwort: „Ich habe gesagt, dass ich jetzt weiß, dass wir eine Perspektive haben mit dieser Mannschaft und sobald ich das weiß, werde ich signalisieren, dass ich bereit bin meinen Vertrag zu verlängern.“