Mit Cosmo aus der Pause an die Spitze Sönke Rothenberger wiederholt seinen Vorjahressieg im Dressurreiten

Von Johannes Giewald


Hagen. Dressurreiter Sönke Rothenberger hat am Sonntag zum zweiten Mal in Folge den Grand Prix Special bei Horses and Dreams in Hagen gewonnen. Dabei hatten er und seinen Pferd zuvor eine längere Pause eingelegt.

Dreimal streckte Sönke Rothenberger seine Faust nach dem Abschluss seiner Vorstellung in den Hagener Himmel. Noch vor Durchsage der Punkte wusste der 23-Jährige schon, dass er beim Grand Prix Special bei Horses and Dreams am Sonntag zusammen mit Cosmo 59 einen beeindruckenden Auftritt hingelegt hatte.

Und die Punktrichter gaben ihm recht: Bei fast perfekten Figuren leuchtete die ein oder andere Neuner-Wertung auf der Anzeigetafel. Als fünftletzter Starter konnte der Vorjahreschampion mit 82,255 Prozent seinen Erfolg aus 2017 wiederholen. Mit tosendem Applaus würdigte das Publikum diese durchweg starke Leistung.

Schnell wieder da

Das Zusammenspiel mit Cosmo lief von Beginn an auf einem hohen Niveau fließend und ohne gravierende Fehler. Dabei hatte Rothenberger dem Pferd den Winter über nach der erfolgreichen Europameisterschaft mit Teamgold und Doppel-Einzelsilber eine längere Pause gegönnt. In Hagen gelang beiden ein eindrucksvolles Comeback. „Mein Pferd hat gezeigt, dass es schnell wieder da ist“, sagte der Dressurchampion.

Beim Grand Prix am Vortag landete das Duo noch auf dem dritten Rang mit sieben Prozent weniger als bei der Galavorstellung am Sonntag. Seine Entscheidung, Cosmo länger pausieren zu lassen, sieht der Reiter in den Ergebnissen in Hagen bestätigt. „Ich habe nur so ein Pferd im Stall, und mit dem will ich behutsam umgehen“, sagte Rothenberger. Am Samstag sei Cosmo noch „ definitiv etwas zu frisch“ gewesen, das Duo wurde nur Dritter.

Werth nur Zweite

Einzig bei der sechsfachen Olympiasiegerin Isabell Werth mit Emilio sah es zwischenzeitig so aus, als könnte sie dem Bad Homburger die Wiederholung seines Vorjahressieges strittig machen. Die 48-Jährige leistete sich bei ihrem Durchgang am Sonntag zu viele kleine Schwächephasen und stolperte am Ende über einen missglückten Fliegenden Galoppwechsel.

Werth pustete die Backen auf, wirkte sichtlich unzufrieden mit ihrer Leistung, die trotz einer Wertung von 81,383 Prozent mit großem Abstand für den zweiten Platz reichte. Beim Grand Prix am Vortag hatte der Olympiasiegerin eine fast gleiche Wertung noch den Sieg eingebracht.

„Ich denke, das war einer der besten Grand Prix von Emilio, er ist noch mal ein ganzes Stück gereift und ich bin super zufrieden mit seiner Entwicklung und seiner Leistung hier“, resümierte die Rheinbergerin, die kürzlich erst das Weltcupfinale in Paris gewonnen hat nach ihrem Erfolg am Samstag.

Deutsche Trio ganz vorne

An beiden Turniertagen am Wochenende stand an deutsche Trio an der Spitze der Dressurreiter. Die Dritte im Bunde war Jessica von Bredow-Werndl, frischgekürte Drittplatzierte beim Weltcupfinale, mit Zaire-E. Miteinem leichten Lächeln im Gesicht zeigte die 32-Jährige eine gute Vorstellung, über den ganzen Durchgang hinweg kam die Dressurreiterin aber längst nicht an die Topwerte von Rothenberg heran und wurde Dritte mit 77,872 Prozent, fast viereinhalb Prozentpunkte hinter dem Sieger. Am Samstag setzte die Bayerin sich noch knapp gegen den 23-Jährigen durch – nach kurzem Durchpusten zu Beginn. „Wir hatten einen kleinen Schreckmoment am Anfang der Prüfung, aber dann war sie ganz bei mir und hat mir ein tolles Reitgefühl vermittelt“, sagte die 32-Jährige am Samstag.