Fussball-Talks unter der Lupe: ZDF-Sportstudio HSV-Trainer Christian Titz: Mit Mut schaffen wir den Klassenerhalt

Von Jacob Alschner

Meine Nachrichten

Um das Thema Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Legte einen besonnen Auftritt im ZDF-Sportstudio hin: HSV-Trainer Christian Titz, hier mit Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein. Foto: imago/Martin HoffmannLegte einen besonnen Auftritt im ZDF-Sportstudio hin: HSV-Trainer Christian Titz, hier mit Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein. Foto: imago/Martin Hoffmann

Osnabrück. Für Viele galt der HSV vor Wochen schon als abgestiegen. In der letzten Zeit mauserte sich der „Bundesliga-Dino“ unter der Leitung von Christian Titz aber wieder bis auf zwei Punkte an die Nichtabstiegsplätze heran. Am Samstagabend war eben jener Christian Titz bei Kathrin Müller-Hohenstein zu Gast.

Ein paar Stunden zuvor hatte der Hamburger SV das Duell mit dem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf deutlich mit 3:1 gewonnen. „Erleichterung, ein fantastisches Gefühl“ beschrieb Titz sein Seelenleben zum Zeitpunkt des Abpfiffs in Wolfsburg.

Ehrgeiz schlägt Bequemlichkeit

Als Titz beim HSV das Traineramt von Vorgänger Bernd Hollerbach übernahm, sah es düster aus. Das Team lag weit abgeschlagen auf Rang 17 der Tabelle und machte nicht den Eindruck, noch einmal aufzuerstehen. Das Angebot, die Mannschaft zu trainieren, war für den damaligen U21-Coach auf den ersten Blick kein allzu attraktives: „Da kannst du nur die Tabelle sehen, siehst, dass von den letzten 24 Spielen nur zwei gewonnen worden sind, und dann weißt du: Das ist die klare Tendenz eines Absteigers. Da geht man erst einmal eine Nacht drüber schlafen.“ Aber Titz gab auch zu, ihn trieb „der Ehrgeiz und die Chance, in der ersten Bundesliga zu trainieren.“

Spielgestaltung nur mit Ballbesitz

Das Rezept dafür, dass die Mannschaft unter seiner Führung nun wieder regelmäßig punktet und dabei guten, offensiven Fußball spielt? „Wir haben den Jungs gesagt: Wir haben nichts zu verlieren. Wenn wir unten rauskommen wollen, haben wir die größte Chance, wenn wir unser Spiel weiter nach vorne verlagern. Mein Inneres sagt mir: Wenn ich den Ball habe, kann der Gegner zunächst mal kein Tor erzielen“ Dabei helfen sollten einige U21-Spieler, die Titz schon erfolgreich betreut hatte. „Ich fand’s wichtig, dass wir in der Kabine ein anderes Klima haben. Da kommen junge Burschen rein, die haben fast ein Jahr lang nur gewonnen. Und das färbt natürlich ein Stück weit ab.“

Überzeugungsarbeit für Kritiker

Aber auch die Unterstützung von den Rängen sei von enormer Wichtigkeit für die Mannschaft, so Titz. „Spieler sind auch nur Menschen. Wenn du sie nur von außen anbrüllst oder sie auspfeifst, wird ihre Leistungsfähigkeit runtergehen, denn: Fußball wird im Kopf entschieden. Jetzt, da wir unsere fantastischen Fans hinter uns haben, beflügelt das die Mannschaft.“

Den ewigen HSV-Kritikern, die den Hamburgern seit Jahren den Abstieg wünschen, der verdient sei, will er nichts antworten. Eher will er diese Menschen abholen und ihnen beweisen, dass der HSV zu Recht in der Bundesliga spielt. Abholen mit „mit der Art, wie wir Fußball spielen, überzeugen“; mit einer Truppe, „die Spaß hat am Fußball.“

Den sehr besonnenen Auftritt im Sportstudio beschloss Titz mit einer Message an seine Spieler für die nächsten Wochen: „Ihr müsst mutig sein. Denn der Mut kann belohnt werden.“


Das aktuelle Sportstudio ZDF. Jeden Samstag um 23 Uhr semilive im ZDF-Fernsehen. Wiederholung in der Nacht (unterschiedliche Anfangszeiten) auf 3sat. Die Interviews aus der Sendung sind auch in der Mediathek des ZDF abrufbar.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN