zuletzt aktualisiert vor

Stimmungshoch gegen Reizklima 1899 Hoffenheim freut sich auf Hannover 96

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann blickt dem Spiel gegen Hannover 96 optimistisch entgegen. Foto: Jan WoitasHoffenheims Trainer Julian Nagelsmann blickt dem Spiel gegen Hannover 96 optimistisch entgegen. Foto: Jan Woitas

Sinsheim. 1899 Hoffenheim ist seit acht Spielen ungeschlagen und bester Stimmung: Gegen Hannover 96, wo es an allen Ecken und Enden knirscht, erwarten die Fans ein weiteres Torfestival.

Vor dem Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen 1899 Hoffenheim und Hannover 96 könnte die Stimmungslage kaum unterschiedlicher sein.

Der Tabellenfünfte voll konzentriert und wieder mit Chancen auf die Champions League, der so gut wie gerettete Aufsteiger aus der Landeshauptstadt mit der Gefahr, dass der ganze Laden auseinander fliegt.

„Ich kann das schlecht bewerten, aber ich glaube, dass die Gesamtthematik sicherlich nicht förderlich ist für das Klima in der Mannschaft“, sagte 1899-Trainer Julian Nagelsmann über den Gegner.

Bei den Niedersachsen haben sich nach den monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Clubboss Martin Kind und den Fans nun zwei weitere Baustellen aufgetan: Der Wirbel um einen angestrebten Wechsel von Sportdirektor Horst Heldt zum VfL Wolfsburg erreichte am Donnerstag seinen Höhepunkt: 96 erklärte, man habe sich mit dem Erstliga-Rivalen nicht einigen können. Offenbar wollte Wolfsburg nicht die von Kind verlangte Ablösesumme bezahlen.

Zudem ist die Zukunft von Trainer André Breitenreiter bei den 96ern nicht gesichert. „Hannover hat eine ganz famose Hinrunde gespielt. In der Rückrunde ist es ein bisschen unruhig - im Umfeld, im Gesamtclub“, urteilte Nagelsmann. „So stabil wie sie in der Hinrunde waren, sind sie sicherlich nicht mehr.“

Sein Kollege Breitenreiter machte bei der Pressekonferenz von Hannover zum 32. Spieltag gute Miene zum bösen Spiel. Dort drehte sich alles um die Person, die entgegen der Ankündigung auf der Einladung gar nicht da war - Horst Heldt. Vieles, was der 96-Coach sagte, klang schon sehr nach Abschied von dem Manager, mit dem zusammen er den Club nach dem Abstieg zurück in die Erste Liga und so gut wie sicher zum Klassenerhalt geführt hat. Selbst nach der Abfuhr für einen Wechsel ist Heldts Zukunft in Hannover weiter ungewiss.

„Die anderthalb Jahre haben wir sehr erfolgreich und harmonisch zusammengearbeitet, bis heute“, sagte Breitenreiter. Heldt sollte ursprünglich bei den Niedersachsen zum Geschäftsführer befördert werden, den ihm vorliegenden Vertrag wollte er aber nach übereinstimmenden Medienberichten nicht unterschreiben. In Wolfsburg sollte er als Geschäftsführer Sport den dringend notwendigen Neuaufbau vollziehen.

Auch Breitenreiter stimmt „die Gesamtsituation nachdenklich“. Sportlich kann seinem Team bei sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz eigentlich nichts mehr passieren; eine Klatsche in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena würde freilich die Stimmung noch weiter verschlechtern.

Die seit acht Partien ungeschlagenen Hoffenheimer haben die vergangenen drei Heimspiele zu Null gewonnen und zuletzt mit einem 5:2 in Leipzig geglänzt. Die Champions League ist bei zwei Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen noch in Reichweite, die erneute Europa-League-Teilnahme fast schon gesichert. „Wir sind froh, dass wir im Flow sind und wollen das jetzt zu Ende bringen“, sagte Nagelsmann.

Gegen Hannover will die TSG erst einmal ihre „Hausaufgaben“, so Nagelsmann, machen. Danach gibt es noch das Derby beim VfB Stuttgart und zum Bundesliga-Finale kommt Borussia Dortmund. „Eine Vorentscheidung gibt es im Normalfall nur am vorletzten Spieltag“, erklärte Nagelsmann mit einem Grinsen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN