Robben und Boateng verletzt Bayern unterliegen im Halbfinal-Hinspiel Real Madrid 1:2

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So viele Chancen... und nur ein Tor: Thomas Müller hadert mit dem Schicksal nach einer vergebenen Möglichkeit. Foto: dpaSo viele Chancen... und nur ein Tor: Thomas Müller hadert mit dem Schicksal nach einer vergebenen Möglichkeit. Foto: dpa

München. Jetzt wird es im Rückspiel schwer. Der FC Bayern München hat das Hinspiel des Halbfinales in der Fußball-Champions League gegen Real Madrid mit 1:2 (1:1) verloren. Dazu wuchs auch noch das Lazarett.

Da saßen sie nun nebeneinander, vereint im Schicksal. Lieber hätten Kingsley Coman, Arturo Vidal und David Alaba auf dem Rasen gestanden, davon ist auszugehen. Doch das Münchner Trio musste das bis dato wichtigste Spiel der Saison von oben beobachten. In den Gesichtern der dreien lies sich gut die Entwicklung dieses Spiels ablesen, das eigentlich so hoffnungsvoll begonnen hatte.

In der 28. Minute war es plötzlich hochgesprungen – mit erhobenen Armen. Alaba, der wegen Oberschenkelproblemen am Tag vorher hatte passen musste, hüpfte am höchsten. Joshua Kimmich (28.) hatte die Bayern in Führung gebracht mit einem Schuss von der rechten Seite. James hatte einen langen Ball auf den Rechtsverteidiger gegeben, Reals Torhüter Keylor Navas spekulierte offebar darauf, dass Kimmich den Ball quer legen würde, doch der Nationalspieler traf zum 1:0 über ihn hinweg ins linke Eck.

Dabei hatte sich eigentlich Real zuvor gemütlich in Bayerns Hälfte eingerichtet. Etwas unfreiwillig hatte Rafinha (23.) den Ball in die Mitte auf Carvajal gelegt. Da hatten sich erste Sorgenfalten auf den Gesichtern der drei Verletzten breit gemacht. Auch, weil schon nach acht Minuten Arjen Robben das Spielfeld verlassen musste. Der Niederländer hielt sich den Oberschenkel. Für ihn kam Thiago. In der 34. Minute folgte Jerome Boateng. Der Innenverteidiger hatte offenbar mit Leistenproblemen zu kämpfen. Niklas Süle kam. Das Trio auf der Tribüne schüttelte nur den Kopf. Gut möglich, dass sie das Rückspiel in einer Woche in größerer Runde verfolgen müssen.

Dann steht den Bayern eine schwere Aufgabe bevor. Sie hätten sie einfacher haben können. Hätte Franck Ribery den Ball in der 34. Minute im Strafraum nicht so leichtfertig verspielt. Hätte Hummels in der 41. Minute nach einer Kopfballverlängering von Robert Lewandowski den Ball artistisch im Tor untergebracht und nicht darüber gesetzt. Wäre Müllers Hüfte ein kleines bisschen breiter und hätte den Ball kurz vor der Pause damit ins Tor und nicht daneben bugsiert.

Stattdessen hatte Marcelo (44.) von der Strafraumgrenze einmal abgezogen und den Ball trocken zum Ausgleich ins Tor gesetzt. Bis dahin hatten die Münchner Reals Offensive gut im Griff gehabt. Cristiano Ronaldo war einzig durch eine Schwalbe (15.) aufgefallen.

Auch in der zweiten Halbzeit machten die Bayern das Spiel, Müller verpasste in der 51. Minute knapp das Tor, Ronaldo zog kurz zuvor weit am Tor vorbei. Die Bayern waren auf dem besten Weg, bis, ja bis Rafinha im Mittelfeld Asensio den Ball in die Füße passte. Der Madrilene legte weiter zu Vazquez, bekam von diesem den Ball im Strafraum zurück und traf über Sven Ulreich zum 2:1.

Vidal (Knieprobleme) fasste sich an den Iro, Alaba schlug die Hände vors Gesicht, Coman (Syndesmosebandriss) schüttelte das leicht anblondierte Haupt. Die Teamkollegen auf dem Feld drängten auf den Ausgleich, erst Ribery (63.), dann noch einmal Müller (67.), vergaben gute Chancen, doch ein Tor gelang nicht mehr. Auch nicht Lewandowski, der drei Minuten vor dem Ende rechts im Strafraum an den Ball kam und knapp am Tor vorbei schoss.

Immer versteinerter wurden die Blicke des Tribünen-Trios. Nicht, dass Fußballer nicht immer noch an eine Chance glauben. Doch die Niederlage macht es schwierig für die Bayern das große Ziel zum diesmal wohl endgültigen Abschied von Trainer Jupp Heynckes zu erreichen: Den erneuten Triumph in der Königsklasse. Stattdessen steht Real vor dem dritten Final-Einzug in Folge. Als erstem Team gelang ihnen letzte Saison die Titelverteidigung.

Mut können die Bayern aus dem Viertelfinale schöpfen. Dort hatte Real das Hinspiel in Turin sogar 3:0 gewonnen. Erst in der Nachspielzeit sicherte Ronaldo mit einem Tor zum 1:3 die Halbfinalteilnahme. Alaba, Vidal und Coman können zwar auch im Rückspiel nicht helfen, aber vielleicht weisen sie ihre Mitspieler noch einmal darauf hin.


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