Kein Deutscher dabei So spannend werden die NBA-Playoffs

Von Malte Schlaack

Clevelands Superstar LeBron James peilt seine achte Endspielserie in Folge an. Foto: Tony Dejak/dpaClevelands Superstar LeBron James peilt seine achte Endspielserie in Folge an. Foto: Tony Dejak/dpa

Osnabrück. Am Samstagabend beginnt die ganz heiße Phase der Saison in der NBA. In der US-Profiliga ermitteln die besten Basketballer der Welt bis Mitte Juni ihren Meister. Aus deutscher Sicht ist hingegen alles bereits gelaufen.

Der Modus ist denkbar einfach, der Weg zum Gewinn der Larry O’ Brien Trophy dafür umso schwerer. In jeder Runde benötigt ein Team vier Siege zum Weiterkommen. Bis zum Finale spielen die Teilnehmer in ihren Conferences, dann treffen der Meister aus dem Westen und dem Osten ab 31. Mai in der Endspielserie aufeinander. Titelverteidiger sind die Golden State Warriors.

Was passiert in der Western Conference?

Golden State Warriors gegen San Antonio Spurs Die Warriors galten so natürlich auch vor der Saison als das Maß aller Dinge. Der Meister spielte mit 58 Siegen in den 82 Saisonspielen zwar eine gute Saison, hatte aber auch einige Probleme. Immer mal wieder fiel aus der Starriege um Stephen Curry, Klay Thompson und Kevin Durant einer oder mehrere Spieler aus. Curry wird auch in der ersten Runde der Playoffs gegen die ebenfalls verletzungsgeplagten San Antonio Spurs fehlen. Dennoch sind die Warriors allein schon wegen ihrer Titelerfahrung erneut der große Favorit.

Houston Rockets gegen Minnesota Timberwolves Das beste Team der gesamten Liga mit 65 Siegen stellen allerdings die Houston Rockets. Vor der Saison wurde James Harden mit Chris Paul ein zweiter Superstar zur Seite gestellt, in dessen Folge außerdem einige sehr starke Rollenspieler ebenfalls nach Texas kamen. Zweifel daran, dass die ballorientierten Harden und Paul nicht zusammenpassen, wurden schnell zerstreut. Unter dem Korb ist der Schweizer Clint Capela der Anker der Rockets, die vor allem von außen unglaublich gefährlich sind.

In der ersten Runde trifft Houston auf die Minnesota Timberwolves, die sich vor der Saison beispielsweise mit Jimmy Butler ebenfalls spektakulär verstärkt haben. Die Saison des Teams aus dem Norden verlief dann aber ziemlich holprig, die Teilnahme an den Playoffs wurde erst im letzten Spiel gegen den direkten Konkurrenten Denver Nuggets klargemacht. Nicht nur deswegen ist Houston der klare Favorit.

Portland Trail Blazers gegen New Orleans Pelicans: Dritter wurden im Westen recht überraschend die Portland Trail Blazers. Das Team um die Führungsspieler Damian Lillard und CJ McCollum spielt einen grundsoliden, aber auch gefährlichen Basketball. Im Duell mit den New Orleans Pelicans wird so vermutlich die Tagesform entscheiden. Die Pelicans sind nach dem verletzungsbedingten Aus von DeMarcus Cousins noch abhängiger von Anthony Davis, der mit seiner Vielseitigkeit Spiele im Alleingang entscheiden kann.

Oklahoma City Thunder gegen Utah Jazz: Im vierten Duell des Westens treffen die Oklahoma City Thunder auf die Utah Jazz. Bei OKC hat sich das Startrio, bestehend aus Russell Westbrook, Paul George und Carmelo Anthony, im Saisonverlauf besser gefunden, wirklich harmonisch scheint das Gebilde aber immer noch nicht. Utah spielte eine überraschend starke Serie, was neben dem länger verletzten Center Rudy Gobert vor allem an Donovan Mitchell liegt. Der Rookie spielte in seiner ersten Saison groß auf und hat absolutes Starpotenzial.

Was passiert in der Eastern Conference

Toronto Raptors gegen Washington Wizards: Auch im Osten landete eine andere Mannschaft auf dem ersten Platz, als zuvor erwartet. Das Zauberwort der Toronto Raptors (59 Siege) lautet ganz einfach: Konstanz.

Das einzige kanadische Team der Liga ist eingespielt und ausgeglichen besetzt. Die wankelmütigen Washington Wizards sollten so kein Problem werden, allerdings hat das Team um den umstrittenen Star John Wall während der Hauptrunde schon zwei der vier Spiele gegen die Raptors gewonnen.

Boston Celtics gegen Milwaukee Bucks: Auf dem besten Weg zu Platz eins waren eigentlich die Boston Celtics. Der stark besetzte Rekordmeister der NBA hatte und hat allerdings großes Verletzungspech (Gordon Hayward, Kyrie Irving), ist in der ersten Runde gegen die Milwaukee Bucks um Giannis Antetokounmpo aber dennoch klarer Favorit.

Philadelphia 76ers gegen Miami Heat: Dritter wurden die Philadelphia 76ers. Die Mannschaft um Top-Rookie Ben Simmons und den aktuell noch verletzten Joel Embiid geht mit dem Selbstvertrauen aus 16 Siegen in Folge zum Ende der Saison in die Playoffs und sollte keine Schwierigkeiten mit den Miami Heat bekommen.

Cleveland Cavaliers gegen Indiana Pacers: Obwohl nur auf Platz vier gelandet, sind die Cleveland Cavaliers vor dem Erstrundenduell mit den Indiana Pacers erster Anwärter auf den Finaleinzug im Osten. Beim Meister von 2016 lief vieles schief, und mitten in der Saison wurde die Hälfte des Kaders gewechselt. Einer ist geblieben: LeBron James. Der Superstar peilt seine achte Endspielserie in Folge an.

Gibt es deutsche Beteiligung in den Playoffs?

Fünf deutsche Spieler und damit so viele wie noch nie waren in dieser Saison in der NBA aktiv. In den Playoffs wird allerdings keiner von ihnen zu sehen sein. Dirk Nowitzki und Maxi Kleber (beide Dallas Mavericks), Dennis Schröder (Atlanta Hawks) sowie Paul Zipser (Chicago Bulls) verpassten diese mit ihren Teams deutlich – Dallas und Atlanta (je 24 Siege) haben die drittschlechteste Bilanz aller Teams. Daniel Theis (Boston) fällt mit einer Meniskusverletzung aus.