Playoffs sorgen für Spannung Nur in England ist die 3. Liga populärer

Von Luis Rewwer

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„The Rovers“ stehen kurz vor dem direkten Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse Englands. Foto: imago/PA images„The Rovers“ stehen kurz vor dem direkten Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse Englands. Foto: imago/PA images

Osnabrück. „Die 3. Liga in Deutschland ist die attraktivste aller dritten Ligen in Europa.“ Ist der Satz, der häufig fällt, auch inhaltlich korrekt? Mit einem Zuschauerschnitt von über 6000 Besuchern pro Spiel braucht sich die deutsche 3. Liga im internationalen Vergleich jedenfalls wahrlich nicht zu verstecken.

Einzig in England wird diese Zahl überschritten. Dort besuchen pro Spieltag im Schnitt 7500 Fans die Stadien. Anders als in Deutschland sind in der League One nicht 20, sondern 24 Mannschaften vertreten, von denen vier ab- und zwei aufsteigen. Die Vereine zwischen dem dritten und sechsten Tabellenplatz spielen in Playoffs untereinander um den letzten Aufstiegsplatz. Ein Zuschauermagnet, bei dem das Finale bis zu 50.000 Zuschauer anlockt. Das größte Stadion stellt einer der populärsten Vereine in der dritten Liga in England: Blackburn Rovers. Das Stadion des dreimaligen englischen Meisters, der in der Saison 2011/2012 noch in der Premiere League kickte, verfügt über 31367 Plätze. Gemeinsam mit dem weiteren „Schwergewicht“ Wigan Athletic verfügt der Verein über den größten Gesamtmarkwert des Kaders (beide rund 13 Millionen). Innenverteidiger Krystian Bielik ist mit zwei Millionen Euro nicht nur der Spieler mit dem höchsten Marktwert in der dritten englischen Liga, sondern auch europaweit.

Spanien: Kompliziertes System

Während Spanien im aktuellen internationalen Vergleich der ersten Ligen die Nase vorn hat, hängt die dritte Liga ein wenig zurück. Das System der Segunda División B scheint auf den ersten Blick kompliziert. Die Liga besteht aus gleich vier dritten Ligen à 20 Mannschaften. Die besten vier Vereine jeder Liga - also 16 Mannschaften - kämpfen dann in den Playoffs um den Aufstieg. Der FC Elche, der in der Saison 2014/2015 noch in der 1. Liga spielte, ist einer der bekanntesten Vereine sowie der langjährige Erstligist RCD Mallorca. Typisch in der dritten spanischen Liga sind die zweiten Mannschaften der großen Teams wie Real Madrid und Atlético Madrid. Das Zuschauerinteresse ist mäßig, die meisten Vereine müssen sich mit einem niedrigen dreistelligen Bereich begnügen. Wertvollster Spieler unter den 80 Teams in der dritten Liga ist Andoni Gorosabel mit einem Marktwert von einer Million Euro.

Frankreich und Italien: Geringeres Zuschauerinteresse

Die Championnat National ist die dritte Liga in Frankreich und umfasst 17 Mannschaften. Der Zuschauerschnitt liegt bei rund 1500 Besuchern pro Spiel. Das größte Stadion stellt das Stade des Alpes des Grenoble Foot 38 – ein Verein, der 2010 noch in der ersten französischen Liga spielte.

Ähnlich wie in Spanien besteht die dritthöchste Spielklasse in Italien (Serie C) aus mehreren Ligen– hier sind es drei Ligen à 19 Mannschaften. Der AS Livorno, aktuell im Aufstiegsrennen, spielte 2014 noch in der höchsten italienischen Liga gegen Clubs wie Juventus Turin. Der Ghanaer Ransford Selaci (700.000 Euro) ist der wertvollste Akteur der Liga.

3. Liga: Deutschland knapp hinter England

Fazit: In Deutschland und England wird Drittliga-Fußball wesentlich besser von den Zuschauern angenommen als in Spanien, Frankreich und Italien. Unterdessen bieten die Playoff-Systeme in den internationalen Ligen mehreren Teams längere Aufstiegschancen als in Deutschland. Die populärste dritte Liga spielt in England. Der Grund: die namhaften Vereine, die hohen TV-Gelder, die Zuschauersummen und der höchste Gesamtmarktwert.


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