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08.04.2018, 21:01 Uhr KOMMENTAR

Krimi in der Stierkampfarena: Werbung für den Davis-Cup

Kommentar von Yannick Richter

Hoch soll er leben: David Ferrer ließ sich nach seinem Sieg von seinen Mannschaftskameraden feiern. Foto: AFPHoch soll er leben: David Ferrer ließ sich nach seinem Sieg von seinen Mannschaftskameraden feiern. Foto: AFP

Osnabrück. Das spannende Duell zwischen Spanien und Deutschland hat aus deutscher Sicht kein schönes Ende genommen. Dennoch haben die deutschen Tennis-Herren ihren Beitrag dazu geleistet, dass neben den Gastgebern auch der traditionsreiche Davis-Cup am Wochenende gewonnen hat. Ein Kommentar.

Der Spanier David Ferrer war am Sonntagabend der strahlende Sieger. Gewonnen hat aber vor allem der zuletzt so oft gescholtene Davis-Cup.

Während der Tennis-Weltverband ITF eine Radikalreform anstrebt, die das Ende des Nationenturniers bedeuten würde, lieferte die Stierkampfarena in Valencia drei Tag lang eine spektakuläre Kulisse für den Teamwettbewerb: stimmungsvolle Atmosphäre, packender Doppel-Krimi, dramatische Fünfsatz-Matches.

Nach den Plänen der ITF soll der traditionsreiche Wettbewerb ab 2019 nicht mehr in mehreren Runden über das gesamte Jahr ausgetragen werden. Stattdessen will der Verband am Jahresende ein einwöchiges Nationenturnier einführen.

In den vergangenen Jahren hat der wichtigste und älteste Teamwettbewerb im Tennis in der Tat ziemlich gelitten. Der straffe Terminkalender der ATP-Tour führte zu vielen Absagen der Topspieler. Dass ausgerechnet diese Zugpferde nach einer langen Saison im November beim neuen Turnier antreten, darf jedoch bezweifelt werden.

Den Davis-Cup schlanker zu machen oder nur alle zwei Jahre auszutragen wäre sinnvoller, um die Spieler zu schonen. Wer gesehen hat, mit welcher Leidenschaft die Stars ihrer Teams, Alexander Zverev und Rafael Nadal, gespielt haben, kann nur zum Urteil kommen: Der Davis-Cup darf nicht verschwinden.


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