Fussball-Talks unter der Lupe: Sport1-Doppelpass Experte Olaf Thon bietet sich als Videoschiedsrichter an

Von Lennart Albers

Kuriose Idee: Olaf Thon hat im Sport1-Doppelpass vorgeschlagen, ehemalige Fußballprofis als Videoschiedsrichter einzusetzen. Foto: dpaKuriose Idee: Olaf Thon hat im Sport1-Doppelpass vorgeschlagen, ehemalige Fußballprofis als Videoschiedsrichter einzusetzen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Fußball ist schnelllebig: Das zeigte am Sonntagmorgen der Doppelpass von Thomas Helmer auf Sport1. Wochenlang wurde der Hamburger SV verspottet und ausgelacht, nach dem Sieg gegen Schalke am Samstagabend war die Runde aber voll des Lobes über den Bundesliga-Dino. Heiko Westermann glaubt trotzdem nicht mehr so recht an den Klassenerhalt seines ehemaligen Vereins. Der Ex-Schalker Olaf Thon will außerdem Videoschiedsrichter werden.

Aus Sport1-Experte Marcel Reif, in den letzten Wochen eher als harter HSV-Kritiker bekannt, sprudelte es förmlich heraus: „Die Mannschaft steht wieder für irgendwas. Auf die Art kannst du auch absteigen.“ Er lobte Hamburg-Trainer Christian Titz und die Einstellung der Spieler. Auch RB Leipzig-Geschäftsführer Oliver Mitzlaff war angetan vom HSV-Auftritt: „Das Spiel hat mir toll gefallen. Das wird nochmal richtig spannend da unten.“ Ob es aber wirklich noch etwas mit dem Klassenerhalt wird, bezweifelte die Runde aber. „In Hamburg haben wir schon oft ein Wunder geschafft, aber dieses Jahr wird es verdammt schwer“, schien Ex-Hamburger Heiko Westermann nicht mehr an die große Wende zu glauben.

Mitzlaff: Hasenhüttl wechselt nicht zum FC Bayern

Einen schwierigen Job hatte am Sonntagmorgen Mitzlaff, der fast eine halbe Stunde lang gebetsmühlenartig wiederholen musste, dass Ralph Hasenhüttl auch in der kommenden Saison in Leipzig trainiert und nicht zum FC Bayern wechseln wird. Immer wieder wurde er gefragt, warum der Vertrag dann nicht schon über 2019 hinaus verlängert wurde. „Weil wir alle entspannt sind“, erhob er genervt seine Stimme.

Verlängern Ribery und Robben ihre Verträge?

Routiniert nach Plan und ähnlich wenig euphorisch wie die Meisterfeier am Samstag wurde zu Beginn natürlich auch kurz die 28. Meisterschaft der Bayern thematisiert. Die einhellige Meinung der Runde: Mit dem Kader gibt es fast keine andere Möglichkeit Meister zu werden. „Die Qualität der Bundesliga ist zurzeit auch nicht die Beste“, ergänzte Westermann. Bei den Bayern war viel mehr Thema, ob die Verträge von Arjen Robben und Franck Ribery verlängert werden sollten. „Man sollte klar abmachen, ob sie zufrieden sind, nur zwei – drei Spiele im Monat zu machen, ohne dann Störfeuer zu legen“, gab Reif einen Tipp an den Rekordmeister ab.

Thon: Ex-Spieler sollten Videoschiedsrichter werden

Diskussionen zum Videobeweis gehören im Doppelpass mittlerweile an den Schluss wie das Weizen am Ende der Sendung. Über die nicht gegebene Rote Karte gegen den Mainzer Giulio Donati konnte Reif nur den Kopf schütteln: „Das ist versuchte Körperverletzung und grenzt an Totschlag“, äußerte Unverständnis darüber, warum der Videoschiedsrichter nicht eingriff. Der Ex-Schalker Olaf Thon brachte daraufhin den vollkommen absurden, aber ernst gemeinten Vorschlag, ob nicht Ex-Spieler in der Videozentrale eingesetzt werden sollen. Das Argumentationsmuster, dass Ex-Profis bessere Entscheidungen treffen als ausgebildete Schiedsrichter, verwendete Thon auch bei der Diskussion um den annullierten Platzverweis gegen den Freiburger Nils Petersen letzte Woche, der angeblich eine Gelbe Karte nicht gesehen hätte: „Jeder von uns, der Fußball gespielt hat, weiß das: Der war so clever und hat es drauf angelegt. Hundertprozentig hat er das wahrgenommen.“


Doppelpass:

Jeden Sonntag ab 11 Uhr auf Sport1. Moderator: Thomas Helmer. Zu sehen auch im Internet via Stream und bei Facebook.