Ein Bild von Benjamin Kraus
06.04.2018, 19:52 Uhr UNMUT BEI DEN FANS

Fünf Montagsspiele in einer Saison? Bundesligaklubs verpassen Chance!

Kommentar von Benjamin Kraus

Proteste in Bremen gegen die Montagsspiele. Foto: WittersProteste in Bremen gegen die Montagsspiele. Foto: Witters

Osnabrück. Fünf Montagsspiele in einer Saison – dabei bleibt es trotz des Unmuts der Fans, die lieber am Wochenende ihren Clubs hinterher reisen, und zwar mindestens bis ins Jahr 2021 – und vielleicht sogar darüber hinaus. Mit ihrem Beschluss haben die 18 Bundesligisten eine Chance verpasst, findet unser Kommentator.

Einstimmig also. Für die Beibehaltung der bisherigen fünf Montagsspiele pro Saison, was logisch ist angesichts der Vertragslage. Die muss eingehalten werden, um keine Klagen heraufzubeschwören, etwa von TV-Rechteinhabern, die den DFL-Klubs 4,64 Milliarden Euro bis 2021 geben.

Einigkeit aber auch dabei, dass über das Jahr 2021 hinaus weiter bis zu fünf Montagsspiele möglich sind. Das ist neu – und ein erster Schritt zur Festlegung der Verhandlungsbasis vor dem neuen TV-Milliardendeal. Wohl auch angesichts der Fanproteste hat man den Spielraum bei der Anzahl der Montagsspiele nicht erweitert. Aber reduziert – oder gar abgeschafft – hat man sie auch nicht.

Wichtig ist, klar festzuhalten, wer da einstimmig beschließt. Hier sorgen die Fanproteste, die sich meist gegen die DFL richten, für wenig Aufklärung. Die DFL ist nicht mehr als der organisatorische Zusammenschluss der Erst- und Zweitligavereine, die als Gesellschafter ihren Spielbetrieb selbst organisieren.

Nun haben 18 Erstligisten einstimmig entschieden. Auch Eintracht Frankfurt, dessen Präsident Peter Fischer erklärt hat, Montagsspiele abschaffen zu wollen. Auch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, deren Vertreter Hans-Joachim Watzke und Rudi Völler die Montagsspiele massiv infrage gestellt haben. In Interviews unter dem Eindruck der Proteste ihrer Fans, die von einem solchen Spiel betroffen waren. Aber offensichtlich nicht, als es nun darum ging, zu entscheiden.

Das kann man unaufrichtig nennen. In jedem Fall haben die Vereine eine Chance verpasst, ihren Fans entgegenzukommen.