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Ohne Vidal und Alaba gegen FCA DJ Heynckes: Erst am Saisonende „Sau raus lassen“

Von dpa

Der FC Bayern kann in Augsburg zum 28. Mal deutscher Fußball-Meister werden. Foto: Sven HoppeDer FC Bayern kann in Augsburg zum 28. Mal deutscher Fußball-Meister werden. Foto: Sven Hoppe

München. Immerhin fast zu Hause. Nachdem der FC Bayern trotz des 6:0 gegen Dortmund nicht auf die erste „Meisterschaft dahoam“ seit 18 Jahren anstoßen konnte, soll das 28. nationale Championat wenigstens in der Nachbarschaft klar gemacht werden. Heynckes' Feierplan steht.

Die Musik für die Rückfahrt als Meister hat sich Jupp Heynckes schon ausgesucht.

„Die jungen Leute haben alle ihre Kopfhörer und ihre eigene Musik. Vorne läuft die Musik laut. Das werden Bruce Springsteen, The Hollies, Sammy Davis Jr., Elvis, Dire Straits und Pink Floyd sein“, sagte der Trainer kurz vor dem Vollzug der 28. deutschen Fußball-Meisterschaft des FC Bayern München.

Ein Gläschen Champagner soll es schon nach dem Spiel beim FC Augsburg auf den 28. Titel geben. Auf eine feucht-fröhliche Meisterparty mit Bierduschen müssen die Bayern-Stars aber noch warten. „Feiern können wir dann, wenn die Gelegenheit richtig dazu da ist, dass man dann auch mal die Sau raus lassen kann“, sagte Heynckes zwischen zwei Viertelfinalspielen in der Champions League gegen den FC Sevilla.

Nachdem die Münchner trotz des 6:0 gegen Dortmund am Osterwochenende nicht die erste „Meisterschaft dahoam“ seit 18 Jahren bejubeln durften, soll das sechste nationale Championat in Serie wenigstens in der Nachbarschaft klar gemacht werden. „Augsburg liegt nah, das heißt, wir wären zum Feiern wieder schnell in München“, sagte Kapitän Thomas Müller vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr).

„Sicher wird es in der Kabine ein Glas Champagner geben, wenn wir Meister werden“, sagte Heynckes. Aber dann steht sofort wieder Sevilla im Fokus, am Sonntagmorgen ist für 10.00 Uhr das nächste Training angesetzt. Selbst das gemeinsame Abendessen im kleinen Kreis - wie in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit - soll es nach Heynckes' Plan nicht geben. „So gerne ich auch bei Alfons Schuhbeck esse, am Samstagabend nicht“, sagte Heynckes.

Gewinnen die Bayern nicht, könnte es allerdings einen ungewöhnlichen Ort für denn Meisterschaftsvollzug geben. Dann müssten die Münchner auf das Ergebnis der späteren Partie zwischen dem Hamburger SV und dem FC Schalke (18.30 Uhr) warten. Ein Titeljubel irgendwo zwischen Mannschaftsbus und Sofa wäre dann die Folge. „Wir wollen es am Samstag auf jeden Fall festmachen, am liebsten aus eigener Kraft“, sagte Weltmeister Mats Hummels. Bei 17 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Schalke 04 wollen die Bayern sich erst gar nicht auf einen Punktverlust der Gelsenkirchener verlassen.

Flankiert von den Königsklassen-Partien gegen die Andalusier wird Heynckes die Belastung verteilen. Einige Startspieler vom 2:1 in Sevilla werden eine Verschnaufpause bekommen, andere Stars wie etwa Arjen Robben sollen dafür länger ran. „Ich rotiere nicht wegen des Rotierens Willen. Da ist ein ganz klarer Plan hinter“, betonte der Coach vor seiner vierten Meisterschaft als Trainer und der dann achten insgesamt. Zum achten Mal würde auch Geburtstagsmann Franck Ribéry, der am Samstag 35 Jahre alt wird, über diesen Titel jubeln. „Das beste Geschenk wäre natürlich, dass wir deutscher Meister würden“, sagte Heynckes.

Der Tabellenzehnte Augsburg möchte nicht zwingend der Gastgeber für Münchner Meisterjubel sein. „Keiner will, dass das Stadion zum Party-Haus wird und wir nicht die Hauptbeteiligten sind“, sagte FCA-Offensivkraft Michael Gregoritsch. „Deshalb ist es wichtig, dass wir punkten.“

In 14 Liga-Spielen gab es elf Münchner und zwei Augsburger Siege. Allerdings war der FC Bayern bei diesen jeweils schon Meister. „Wir dürfen nicht nur hinten stehen, sondern müssen alle Aktionen nach vorne mutig durchziehen, sonst frisst der FC Bayern uns auf“, sagte Trainer Manuel Baum. „Mir ist es völlig egal, dass der FC Bayern hier die Meisterschaft feiern könnte.“