„Nicht so gut, wie Einige von uns denken“ Wie Weltmeister Kroos nach 0:1-Niederlage seine Mitspieler kritisiert

Von Sportredaktion/dpa

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Nationalspieler Toni Kroos (links) und Lars Stindl nach dem verlorenen Testspiel gegen Brasilien im Berliner Olympiastadion. Kroos kritisierte die Leistung mancher Mitspieler. Foto: dpaNationalspieler Toni Kroos (links) und Lars Stindl nach dem verlorenen Testspiel gegen Brasilien im Berliner Olympiastadion. Kroos kritisierte die Leistung mancher Mitspieler. Foto: dpa

dpa/spo Berlin. Weltmeister und Real Madrid-Star Toni Kroos kritisierte nach der 0:1-Niederlage gegen Brasilien im Testspiel offen die Leistung der Mannschaft. Es sei „deutlich zu wenig von vielen“ gekommen.

Deutschland kassierte mit dem 0:1 gegen Brasilien am Dienstagabend die erste Niederlage nach 22 Spielen. Weltmeister Toni Kroos war nach der Partie sauer. Im Interview kritisierte er offen die Leistung des Teams, aber auch einiger Mitspieler. „Mannschaftlich überwiegt klar das Negative. Wir haben gesehen, dass wir nicht so gut sind, wie es uns manchmal eingeredet wird oder auch einige bei uns denken.“ Über das Auftreten von Zweite-Reihe-Akteuren wie Leroy Sané war Kroos enttäuscht: „Wenn man die Möglichkeit hat in so einem Spiel, dann kann man hier und da schon eine andere Körpersprache erwarten.“ Und: „Das war deutlich zu wenig von vielen heute.“

In Boateng und Toni Kroos waren bei der DFB-Elf nur noch zwei Akteure aus den damaligen Startformationen der WM 2014 von Anfang an dabei. Bei den Deutschen bekamen Thomas Müller und Mesut Özil eine Pause und reisten gar nicht erst mit nach Berlin.

Bundestrainer nicht zufrieden

Mit seinen gleich sieben Umstellungen gegenüber dem 1:1 gegen Spanien nahm Löw Abstriche im eigenen Spiel von Beginn an in Kauf, war aber auch nicht zufrieden mit der Leistung. „Es gab bewusst ein paar Wechsel. Wir wussten, dass es nicht leicht sein würde, dass die Automatismen greifen. Unser Spiel ist nicht so rund gelaufen wie normalerweise“, sagte der Bundestrainer. Was ihn dabei allerdings ärgerte: „Wir haben den Gegner in der ersten Halbzeit mit einer Reihe von Ballverlusten stark gemacht. Unsere Körpersprache, die Dominanz und Sicherheit waren nicht gut.“ Allerdings hat Löw keine Sorgen, was die WM angeht. „Mir bereitet kaum etwas große Sorgen. Weil ich weiß, dass die Mannschaft zu etwas ganz anderem fähig ist“, sagte er.

„Sind nicht der absolute Favorit“

Real-Madrid-Star Kroos wollte sich gar nicht lange damit aufhalten, was die Niederlage nun bedeutet. „Es ist eigentlich völlig wurscht, wo wir stehen“, betonte der gebürtige Greifswalder: „Aber es ist definitiv nicht so, dass wir dieser absolute Favorit sind, der nach Russland fährt. Das war vorher Quatsch, das ist jetzt Quatsch. Jetzt sehen es vielleicht ein paar mehr so.“

Ilkay Gündogan sagte im ZDF: „Das war ein bisschen Licht, aber auch sehr viel Schatten. Wir haben viele Fehler gemacht. Ich weiß auch, dass ich es deutlich besser machen kann.“

Mittelfeldspieler Julian Draxler zeigte sich weniger besorgt, auch wenn er das Spiel als Warnung sieht: „Es war ein guter Weckruf zur rechten Zeit. Man sieht, dass wir noch einiges verbessern müssen, wenn wir den Titel verteidigen wollen.“ Der Fußballprofi von Paris Saint-Germain sieht allerdings wie Löw keinen Grund zur Besorgnis: „Ich sehe nicht schwarz Richtung WM.“

Kritik und Lob für Kroos

In den sozialen Netzwerken gehen die Meinungen über die Kritik des Nationspielers an den Kollegen der Nationalelf auseinander. Viele geben ihm Recht, andere schreiben, dass er seinen Mitspielern in den Rücken fällt.

Am 15. Mai wird Joachim Löw sein vorläufiges Spieleraufgebot für die Fußball-WM in Russland bekannt geben. Die 0:1 Niederlage gegen Brasilien im Testspiel lieferte dem Bundestrainer vor allem eine Erkenntnis: Seine Top-Spieler werden im Sommer die Hauptverantwortung tragen müssen.


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