Neuer Feldtreffer-Rekord Osnabrücker Handballer Glandorf über sein Leben in der Bundesliga

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Einen Treffer feiert Holger Glandorf sichtlich euphorisch. Foto: imago/Beautiful SportsEinen Treffer feiert Holger Glandorf sichtlich euphorisch. Foto: imago/Beautiful Sports

Osnabrück. Angefangen hatte seine Karriere vor knapp 20 Jahren bei der SG Osnabrück. Inzwischen spielt Holger Glandorf seine 17. Saison in der Handball-Bundesliga. Nun hat der 34-Jährige mit seinem 2264. Feldtreffer mit der SG Flensburg-Handewitt einen neuen Bundesligarekord aufgestellt.

Im Interview mit „Spiegel Online“ verriet der gebürtige Osnabrücker, dass er eher ein ruhiger und bodenständiger Typ ist. „Ich muss nicht groß in der Öffentlichkeit stehen. Aber das ist in der heutigen Zeit vielleicht auch eine Art von Typ“, sagte Glandorf.

Trotz Angeboten aus dem Ausland möchte er lieber in seiner Wahlheimat Flensburg bleiben. „Meine Familie fühlt sich sehr wohl, wir haben zwei Kinder, die hier zur Schule gehen. Jetzt noch irgendwie in eine Großstadt zu ziehen, kommt nicht in Frage. Der Zeitpunkt muss perfekt passen, dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle“, betonte er. Auch nach seiner Zeit als Spieler, möchte er in Flensburg: „Es gibt schon Gespräche für die Zeit nach meiner sportlichen Karriere, aber es gibt noch nichts Konkretes. Aber erst mal will ich noch Handball spielen.“

„Man wird ein Stück demütiger“

Mit den ganzen Verletzungen wie Achillessehnenriss, Mittelfußbruch, Bänderriss im Laufe der Jahre habe er gelernt, umzugehen: „Man lernt seinen Körper gut kennen. Ich brauche viel Pflege, mache die Dinge inzwischen ‚mit Auge‘. Das bespricht man mit dem Trainer und dem Athletiktrainer – und dann ist das auch kein Problem. In der Rückschau bringen dir Verletzungen sogar mehr, als irgendwelche Rekorde zu brechen. Man wird ein Stück demütiger für das, was man als Hobby begonnen hat und dann auch noch als Beruf ausüben darf.“

Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft verfolgte er die EM im Januar nur noch vom Sofa aus. Dass es Probleme gab, habe man auf dem Feld gesehen. „Die Mannschaft kann besser spielen. Die ganze Diskussion um den Bundestrainer wäre im Anschluss aber auch nie aufgetaucht, wenn das Team gegen Spanien gewonnen hätte. Dann wären sie im Halbfinale gewesen und keiner hätte was gesagt“, so Glandorf.

Einen Druck wie Per Mertesacker ihn im Fußball spürte, konnte Glandorf bei der Handball-WM 2007 nicht bestätigen: „Eine gewisse körperliche Anspannung ist immer da, aber mit diesen Situationen kann ich ganz gut umgehen. Wir waren auf so einer Euphoriewelle unterwegs. Wir sind auch nicht rausgegangen und haben gesagt, das geht alles ganz locker – aber die Unterstützung der Fans hat mich gepusht.“


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