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Bayerns Trainersuche Heynckes-Nachfolge: Option Tuchel vom Tisch - Ab zu Arsenal?

Von dpa

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Hört am Saisonende als Bayern-Trainer auf: Jupp Heynckes. Foto: Soeren StacheHört am Saisonende als Bayern-Trainer auf: Jupp Heynckes. Foto: Soeren Stache

München. Vor der entscheidenden Saisonphase läuft der FC Bayern Gefahr, dass die Trainerfrage Unruhe entfacht. Thomas Tuchel soll „definitiv“ aus dem Rennen sein. Er soll sich mit einem Club in England einig sein. Deutschsprachige Trainer stehen im Mittelpunkt der Spekulationen.

In die Trainerfrage beim FC Bayern München kommt Bewegung - zumindest in der Öffentlichkeit.

Eine heiß gehandelte Option für die im Sommer anstehende Nachfolge von Jupp Heynckes (72) soll nach diversen Medienberichten mitten in der Länderspielpause der Fußball-Bundesliga geplatzt sein: Der auch von Heynckes sehr geschätzte Ex-Dortmunder Thomas Tuchel wird laut „Bild am Sonntag“ nicht zum anvisierten Trainingsstart am 8. Juli in München loslegen. Der „Kicker“ meldete, dass Tuchel zum FC Arsenal nach London geht.

Jetzt kommen in den Spekulationen um das Heynckes-Erbe wieder verstärkt naheliegende Lösungen auf den Tisch. Etwa die mit dem einst bei den Bayern-Amateuren spielenden Leipziger Chefcoach Ralph Hasenhüttl. Weitere deutschsprachige Kandidaten wären der Kroate Niko Kovac (Eintracht Frankfurt), der Schweizer Lucien Favre (OGC Nizza) und der hochveranlagte, aber zu junge Hoffenheimer Julian Nagelsmann (30). Die Bayern-Bosse könnten aber auch vom Prinzip „Deutschsprachigkeit“ Abstand nehmen, wie sie es in der Vergangenheit schon mehrfach taten, zuletzt mit Pep Guardiola und Carlo Ancelotti. Klar ist: Bundestrainer Joachim Löw scheidet als Sommerlösung aus.

Der 44-jährige Tuchel steht „bei einem anderen Top-Club im Ausland im Wort“, meldete „Bild am Sonntag“ am Wochenende als erste. „Damit kam Bayern für ihn nicht mehr infrage“, schlussfolgerte das Blatt. Der deutsche Rekordmeister reagierte nicht offiziell auf die neuen Entwicklungen und medialen Deutungen. Auch Tuchels Berater Olaf Meinking war nicht erreichbar.

Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan, jetzt Manchester City und zuvor bei Borussia Dortmund Profi unter Tuchel, sagte auf der Pressekonferenz der Nationalmannschaft über seinen ehemaligen Coach: „Ich bin ein sehr großer Fan von ihm. Er kann alle großen Klubs der Welt trainieren.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete ebenfalls, dass Tuchel „definitiv“ nicht Heynckes-Nachfolger in München werde. Das sei das „Ergebnis eines hektischen Freitags“. In einer Telefonkonferenz sollen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic vergeblich um Tuchel geworben haben. Dieser hatte sie angeblich tags zuvor davon in Kenntnis gesetzt, dass er das Angebot eines anderen europäischen Topvereins annehmen werde. Die Spur geht nach England. Laut „Kicker“ soll der sehr gut Englisch sprechende Tuchel beim FC Arsenal den Franzosen Arsène Wenger (68) beerben. Er soll beim Club von Weltmeister Mesut Özil schon einen Vertrag unterschrieben haben.

Bei der erklärten Zielsetzung, auch nach der zeitlich befristeten Übergangslösung mit Heynckes einen deutschsprachigen Trainer für das eigene internationale Starensemble zu verpflichten, war Tuchel der namhafteste Kandidat: Der wegen einiger Parallelen zum ehemaligen Bayern-Trainer Guardiola oft als „Mini-Pep“ bezeichnete Coach verfügt über Erfahrung in der Champions League, er hatte in Dortmund sportlichen Erfolg - und er war lange verfügbar.

Auch Heynckes, dessen „Charme-Offensive“ beim prinzipientreuen Heynckes wohl nicht verfängt, hatte Tuchel zuletzt als Bayern-fähig gewürdigt. Die Aussagen, die als Votum pro Tuchel gedeutet wurden, bezeichnete Heynckes später nur als Worte der „Wertschätzung“.

Bislang wirkten die Münchner Macher in der Trainerfrage nach außen gelassen und nicht hektisch. „Am 1. Juli brauchen wir einen Trainer, das ist ja klar“, sagte Hoeneß zuletzt. Reporterfragen wehrte er ab: „Es bringt Ihnen relativ wenig, immer nachzufragen.“ Genervt sei er vom Thema nicht. „Wir haben totale Ruhe im Verein“, sagte Hoeneß.

Auch jetzt noch? Bei Heynckes steht die Aussage, den Energie fressenden Trainerjob in München fernab von Frau, Bauernhof und Hund nur bis zum Saisonende ausüben zu wollen. Der bald 73-Jährige ist dafür bekannt, Abmachungen und Versprechen - auch an seine Frau - einzuhalten. Selbst wenn er zuletzt äußerte: „Ich habe bislang noch nie definitiv gesagt, dass ich am 30. Juni aufhören werde.“

Kurz vor dem Start in die finale Saisonphase mit den wichtigen K.o.-Spielen im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Sevilla und dem DFB-Pokal-Halbfinale in Leverkusen könnte die Trainerfrage intern für Unruhe sorgen. Die Altstars Arjen Robben (34) und Franck Ribéry (35) sind weiter im Ungewissen, ob ihre Verträge noch einmal verlängert werden. Andererseits haben Jungstars wie Kingsley Coman (21) und Joshua Kimmich (23) ihre Verträge gerade erst langfristig bis 2023 verlängert. Die Trainerlösung warteten sie nicht erst ab.

Die Münchner Profis sind eh ganz auf die Gegenwart forciert. Und mit ganzer Kraft erst recht Heynckes, der den nächsten Triple-Abschied nach 2013 anstrebt. „Jupp Heynckes ist immer auf dem Gaspedal“, bemerkte Thomas Müller dieser Tage im Kreis der Nationalmannschaft.


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