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Weltcup in Tjumen Dahlmeier in Verfolgung Dritte - Fourcade holt 70. Sieg

Von dpa

Laura Dahlmeier wurde beim Weltcupfinale im sibirischen Tjumen in der Verfolgung Dritte. Foto: Alberto PizzoliLaura Dahlmeier wurde beim Weltcupfinale im sibirischen Tjumen in der Verfolgung Dritte. Foto: Alberto Pizzoli

Tjumen. Laura Dahlmeier bündelt ihre letzten Kräfte und sichert sich mit Rang drei in der Verfolgung ihren sechste Podiumsplatz in dieser Weltcup-Saison. Martin Fourcade schreibt weiter an seiner Legende. 70 Siege im Weltcup hat er nun zu Buche stehen.

Laura Dahlmeier ging auf der Schlussrunde etwas die Kraft aus, Frankreichs Biathlon-Star Martin Fourcade ist dagegen auch am Saisonende noch in unfassbarer Form und sicherte sich seinen 70. Weltcupsieg.

Die Doppel-Olympiasiegerin feierte dennoch im vorletzten Saisonrennen im russischen Tjumen als Verfolgungs-Dritte ihren siebten Podestplatz. Die siebenmalige Weltmeisterin leistete sich am Samstag nur im letzten Schießen einen Fehler und musste sich am Ende lediglich der neuen Weltcup-Gesamtführenden Kaisa Mäkäräinen aus Finnland und der Französin Anais Bescond geschlagen geben.

„Leider sind mir am Ende etwas die Körner ausgegangen, aber ich habe das Beste rausgeholt und bin super zufrieden“, sagte Dahlmeier dem ZDF. Weil sie auf der letzten Schleife etwas die Kräfte verließen, verpasste Dahlmeier ihren 20. Weltcupsieg und dritten Saisonerfolg um 17,5 Sekunden. „Mein Plan ist recht gut aufgegangen. Beim letzten Schießen waren die Bedingungen nicht so einfach, mit einer Null wäre es ganz nach vorne gegangen“, sagte die Partenkirchnerin, die nun am Sonntag im abschließenden Massenstart noch mal angreifen will.

Einen hervorragenden fünften Platz und damit ihr bestes Weltcupergebnis sicherte sich Karolin Horchler. Franziska Preuß verbesserte sich nach Rang 24 im Sprint auf Platz zehn. Nadine Horchler machte einen Sprung um 27 Positionen und wurde gute Zwölfte. Die beiden Geburtstagskinder Vanessa Hinz (28.) und Franziska Hildebrand (29.) kamen direkt hinter Denise Herrmann ins Ziel (27.). Maren Hammerschmidt wurde nur 38.

Derweil schreibt Martin Fourcade weiter an seiner außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Der fünfmalige Olympiasieger setzte sich überlegen vor dem Norweger Johannes Thingnes Bö und Lukas Hofer aus Italien durch. Fourcade sicherte sich mit seinem neunten Saisonerfolg nach den Disziplinwertungen im Einzel (zusammen mit Johannes Thingnes Bö) sowie dem Sprint auch die kleine Kristallkugel in der Verfolgung. Auch die Wertung im Massenstart hat er so gut wie sicher.

Schon am Donnerstag hatte der 29-Jährige mit dem Sprinterfolg seinen historischen siebten Weltcupgesamtsieg in Serie perfekt gemacht. Das hatte vor ihm noch niemand im Biathlon-Sport geschafft. Zudem stand der elfmalige Weltmeister in all seinen 20 Saisonrennen und saisonübergreifend 23 Mal in Serie auf dem Podest. Das ist einmalig.

Bester Deutscher war Erik Lesser auf Rang fünf. Der Sprint-Sechste leistete sich drei Strafrunden und verpasste sein drittes Podest des Winters um 40,1 Sekunden. Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer wurde guter Sechster und Simon Schempp lief auf Rang 15. Johannes Kühn (26.), Geburtstagskind Benedikt Doll (27.) und Roman Rees (36.) schafften es nicht in die Top 20. Lesser plagten nach dem Rennen Rückenschmerzen. „Deshalb bin ich ganz zufrieden mit Platz fünf“, sagte der Frankenhainer.

Das Weltcupfinale findet unter erheblichen Spannungen statt. Wegen des weiterhin schwelenden russischen Dopingskandals boykottieren die Skijäger aus den USA, Kanada, Tschechien und der Ukraine die Veranstaltung. „Das Rund-Herum ist prima, aber das steht auf einem anderen Blatt“, sagten Peiffer und der zum Athletensprecher gewählte Lesser unisono. „Alles andere werden vielleicht danach noch mal besprechen“, meinte Lesser zum Thema Dopingskandal.