Manager lief während des Spiels zum Markt Warum die Artland Dragons das Viertelfinale erreicht haben

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Der erste Sprung in Richtung ProA ist gemacht: Die Artland Dragons feiern den Einzug ins Viertelfinale der Playoffs. Foto: Swaantje HehmannDer erste Sprung in Richtung ProA ist gemacht: Die Artland Dragons feiern den Einzug ins Viertelfinale der Playoffs. Foto: Swaantje Hehmann

Quakenbrück. Die Artland Dragons stehen in ihrer dritten Saison in der ProB zum ersten Mal im Viertelfinale der Playoffs. Was die Schlüssel für den Erfolg sind, wie es nun weitergeht und warum der Manager am Dienstagabend während des Spiels spontan zum Marktplatz ging.

Plötzlich war er weg. Nicht mehr auf der Bank, nicht mehr in der Artland Arena. Marius Kröger, Geschäftsführer der Artland Dragons, war verschollen. Mitten im bis dato wichtigsten Spiel der Saison, in der entscheidenden dritten Playoff-Partie gegen die Bayer Giants Leverkusen.

„Ich hab mal die Parkplatzsituation überprüft“, sagt Kröger am Tag darauf und lacht. Der Grund war natürlich ein anderer. Mitte des dritten Viertels war Leverkusen wieder bis auf drei Punkte herangekommen. „Da musste ich raus“, gesteht der junge Manager: „Ich bin gelaufen und gelaufen, aber ich habe immer noch den Hallensprecher gehört. Irgendwann war ich am Marktplatz.“ Dort holte er tief Luft, sah auf den Ticker und wusste: Alles wird gut.

(Weiterlesen: Artland Dragons: Nach 90:75-Sieg gegen Leverkusen weiter)

Anspannung besonders hoch

Die Dragons führten wieder. Die Vorentscheidung war gefallen, der Einzug ins Viertelfinale so gut wie perfekt. „Da bin ich dann wieder zurück“, erzählt Kröger. Emotional dabei ist der 32-Jährige immer. Doch diesmal war die Anspannung besonders hoch. „Wären wir wieder in der ersten Runde gescheitert, hätten wir schon unser Konzept hier überdenken müssen“, sagt er. Das Konzept, das den Aufstieg in die ProA vorsieht.

Dass es im ersten Jahr nicht geklappt hat, ist verständlich. Zu kurzfristig waren die Planungen nach dem überraschenden Rückzug aus der Bundesliga. Im zweiten Jahr war die Enttäuschung schon größer. Und was ist diesmal anders?

Freunde auch abseits der Halle

Vor allem eine Sache betont der Geschäftsführer: „Wir haben eine Mannschaft und kein Team aus Einzelkönnern.“ Philipp Lieser, neben Max Rockmann der Einzige, der aus dem Kader der letzten Saison blieb, berichtet: „Es wäre so extrem schade gewesen für diese Truppe, wenn wir es nicht geschafft hätten. Wir harmonieren wirklich gut zusammen.“ Und Trainer Florian Hartenstein bestätigt: „Die Jungs verstehen sich auch abseits der Halle gut, spielen Karten, sind füreinander da.“

Es hat sich auch auf die Spielweise übertragen. „Wir verteidigen als Team besser, helfen uns gegenseitig aus“, lobt Hartenstein. Im Angriff gibt es viele, die Verantwortung übernehmen, aber keinen, der hauptsächlich für die eigene Statistik spielt. So ist das Spiel variabler geworden. „Und wir haben mehr Basketball-IQ“, betont Hartenstein.

Basketball wichtig für die Stadt

Gemeinsam mit Christian Greve stellte er die Mannschaft auch danach zusammen, ob sie ihr Konzept mitgeht. „Wir geben den Spielern viel Vertrauen, aber es ist auch wichtig, dass sie uns vertrauen. Und das machen sie“, erklärt der Ex-Profi: „Man merkt, dass sie nicht nur für sich spielen, sondern auch für die Trainer und vor allem für Quakenbrück.“

Im Sommer schon hatten sie ihnen eingeschärft, wie wichtig der Basketball für die Stadt und die Region ist – dritte Liga hin oder her. Den letzten Beleg lieferten die Fans in der ersten Playoff-Runde als 300 mit nach Leverkusen reisten und auch die Heimspiele vor starker Kulisse stattfanden (2965 und 2648 Zuschauer).

Noch Luft nach oben

Auch gegen Iserlohn ist wieder ein Medico-Shuttle geplant. Zehn Euro kosten Fahrt und Karte zusammen am übernächsten Samstag – Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen, die an diesem Donnerstag von 9 bis 18 Uhr und am Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet hat. Diesen Samstag (19.30 Uhr) steht aber erst einmal das Heimspiel gegen die Kangaroos an.

Und bei aller Freude, weiß Hartenstein, dass eine Steigerung nötig ist, um gegen den Hauptrundenvierten der Südstaffel zu bestehen. An zwei Punkten wollen sie arbeiten. Einer davon die Rebounds. Auch wenn die Dragons am Dienstag gegen Leverkusen diese Rubrik dominierten, betont Hartenstein: „Da ist noch Luft nach oben.“

Doch noch wichtiger ist: die Konstanz. „Wenn wir über 40 Minuten unser Spiel spielen, schnell spielen und aggressiv verteidigen, dann sind wir nur schwer zu schlagen“, sagt Hartenstein. Doch zu oft hat sein Team kleine Leistungstiefs. Wie gegen Leverkusen, vor allem im dritten Viertel. Das Positive: „Wir kämpfen uns da meistens wieder raus.“ Einstellung und Kämpferherz stimmen. Nur für die Nerven ist das nicht immer gut. Manchmal hilft dann nur ein Gang zum Markt.

(Weiterlesen: Reaktionen der Dragons auf den Viertelfinal-Einzug)


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