Fußball-Welt feiert Stürmer Lennart Thy: Stammzellenspende statt Ligaspiel

Von Luis Rewwer

Die Zuschauer feierten Lennart Thy für seine Stammzellenspende. Foto: WittersDie Zuschauer feierten Lennart Thy für seine Stammzellenspende. Foto: Witters

Osnabrück. Am vergangenen Wochenende bezwang der PSV Eindhoven die VVV Venlo in der ersten niederländischen Fußball-Liga mit 3:0. Mann des Spiels wurde der deutsche Stürmer Lennart Thy, der gar nicht im Kader von Venlo stand. Stattdessen rettete Thy vermutlich ein Leben.

Der von Werder Bremen zum niederländischen Erstligisten ausgeliehene Thy gehört zu den Leistungsträgern bei Venlo. Der Stürmer stand in der laufenden Saison bisher in allen 27 Spielen in der Startelf des Tabellenzwölften. Allerdings am 28. Spieltag nicht – Thy beantragte Sonderurlaub, aus einem ganz außergewöhnlichen Grund.

Fußball wird zur Nebensache

Vor sieben Jahren hatte sich Thy als Stammzellenspender registrieren lassen. Nun der Glücksfall: Vergangene Woche erfuhr der 26-Jährige, dass seine Gewebemerkmale mit der eines Leukämiepatienten übereinstimmen. Der Stürmer handelte schnell und bat seinen Verein, ihn für die Partie gegen Eindhoven freizustellen, um einem Menschen möglicherweise sein Leben zu retten. Nach Absprache mit den Verantwortlichen verständigte der Spieler sich mit dem Verein auf die Spendenaktion, anstatt zu spielen. „Bei einer derartigen Behandlung stehen die Chancen für den Patienten sehr gut, geheilt zu werden“, teilte der Verein mit.

Spieler des Spiels: Lennart Thy

Die niederländische Fußball-Welt erhob sich vor Thys Aktion. Sinnbildlich für die Rückennummer 11 des Stürmers, spendeten die Zuschauer in der elften Spielminute Applaus für den Spieler. Mit zahlreichen Spruchbändern wie „Respect Thy“ und „SympaTHYk“ feierten die Fans den Deutschen, der nach dem Spiel sogar zum „Man of the Match“ gewählt wurde, ohne überhaupt gespielt zu haben. Die Fußball-Welt honorierte die herzergreifende Spendenaktion von Thy, mit der er für einen kurzen Moment, den Fußball zur Nebensache werden ließ.