Spieler von Fortuna Köln im Porträt Daniel Keita-Ruel: Die zweite Chance intensiv genutzt

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Oft jubeln darf Daniel Keita-Ruel. Foto: imago/Picture PointOft jubeln darf Daniel Keita-Ruel. Foto: imago/Picture Point

Köln. Mit insgesamt vier Treffern hat Daniel Keita-Ruel zur perfekten englischen Woche von Fortuna Köln in der 3. Fußball-Liga mit drei Siegen samt 8:0 Toren entscheidend beigetragen. „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Mannschaftsleistung“, sagt der große, bullige und auch am Ball überzeugende Mittelstürmer.

Seine eigene Ausbeute betrachtet er kritischer: „Meine Ausbeute ist okay. Aber voll zufrieden bin ich selten mit mir. Heute hätte ich zwei Tore machen müssen“, sagte der 28-Jährige nach dem 2:0 bei den Sportfreunden Lotte. Mit der Mannschaft orientierte er sich ganz klar nach oben. Auch im Rennen um die Torjägerkrone dürfte er bei aktuell 14 Treffern – Stephan Hain (Haching) und Manuel Schäffler (Wehren) führen mit jeweils 16 Toren – Ambitionen hegen. Doch reden will der in Frankreich geborene Stürmer darüber nicht: „Es ist bedeutender, das 15. Tor zu machen als über 20 Saisontreffer zu sprechen.“

Groß reden will er auch nicht mehr über die schwerste Zeit seines Lebens: „Ich habe so viel dazu gesagt. Das Thema ist allmählich ausgelutscht“, sagt Keita-Ruel über seine knapp vierjährige Haft. Im September 2011 war er verhaftet und im März 2012 wegen schweren Raubs zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sieben Komplizen hatten zwei Postfilialen und einen Baumarkt überfallen. Keita-Ruel hatte Schmiere gestanden.

Ein halbes Jahr saß er im Hochsicherheitsbereich der JVA Wuppertal, dann wurde er wegen guter Führung nach Düsseldorf verlegt, Sportwart der JVA und arbeitete hart an seiner eigenen Physis. Doch nicht nur daran.

Im Sommer 2014 ging der ehemalige Dritt- und Viertligastürmer des Wuppertaler SV in den offenen Vollzug, er heuerte beim Oberligisten Ratingen 04/19 an. Ein Jahr später, als die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, wechselte er zum Regionalligisten Wattenscheid 09 und traf in 37 Spielen 17-mal.

In Köln hat er seine Torquote noch mal klar gesteigert. „Daniel will die Chance, sein Leben komplett in die richtige Bahn zu bringen, unbedingt nutzen“, sagt sein Trainer Uwe Koschinat: „Er hat bei uns vom ersten Trainingstag an eine überragende Mentalität und Form eingebracht.“

Für Keita-Ruel ist es „kein Wunder, dass ich meine zweite Drittliga-Chance genutzt habe. Ich weiß, was ich draufhabe.“ Im Kopf sei er reifer geworden. „Ich habe zudem meine Ernährung umgestellt, ich investiere auch nach dem Trainingsende alles in meinen Körper.“ Das Gesamtpaket wird Begehrlichkeit wecken. Das dürfte auch Koschinat bewusst sein: „Dass Daniel nicht nur viele, sondern auch spektakuläre Tore schießt, dürfte am Ende sein Schaden nicht sein…“


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