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Bundesliga am Sonntag Bayern-Gerüchte nerven Streich - Heynckes schwärmt

Von dpa

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Bayern-Trainer Jupp Heynckes (l) schätzt die Arbeit von Freiburgs Coach Christian Streich. Foto: Patrick SeegerBayern-Trainer Jupp Heynckes (l) schätzt die Arbeit von Freiburgs Coach Christian Streich. Foto: Patrick Seeger

Freiburg. Noch immer hat der FC Bayern keinen Trainer für die kommende Saison präsentiert. Dass nach dem 4:0 in Freiburg auch deren Coach Christian Streich gehandelt wird, sorgt bei ihm selbst für Ärger. Zumindest Jupp Heynckes ist allerdings zu Scherzen aufgelegt.

Wäre Jupp Heynckes in der Position von Christian Streich, er würde den SC Freiburg nicht freiwillig verlassen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, aber vor allem das Umfeld im Breisgau scheint es dem 72 Jahre alten Coach des FC Bayern München angetan zu haben.

„Freiburg ist ja eine schnuckelige Stadt, wirklich wunderschön“, schwärmte Heynckes nach dem lockeren 4:0-Sieg des Rekordmeisters. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so etwas ohne Weiteres verlässt.“ Und das will sein Freiburger Trainerkollege offenbar auch gar nicht.

Die Gerüchte um ein angebliches Interesse der Bayern gehen dem 52-jährigen Streich auf die Nerven. Schon vor dem Anpfiff hatte er einen Medien-Bericht vom Wochenende dementiert, wonach die Münchner ihn als möglichen Heynckes-Nachfolger für dem Sommer kontaktiert hätten. Nach dem Spiel konnte Streich auch über die scherzhaften Ausführungen seines geschätzten Kollegen nicht lachen. „Es ist einfach unwahr, es stimmt einfach nicht“, schimpfte Streich. „Warum behaupten irgendwelche Leute Dinge, die frei erfunden sind?“ Damit sollte das leidige Thema für ihn erledigt sein. Aber ist es das wirklich?

Tatsächlich käme eine Verpflichtung Streichs mehr als überraschend. Seit vielen Jahren leistet er zwar hervorragende Arbeit im Breisgau. Aber erst vor einigen Monaten verlängerte er den Vertrag bei seinem Herzensclub. Streich ist in der Nähe von Freiburg geboren, er ist die Identifikationsfigur des Vereins, lebt die Werte des Clubs und redet fließend badisch. Ob man ihn nicht nur deshalb auch außerhalb des SC Freiburg verstehen würde, ist schon länger eine große Frage, die sich nur bei einem Wechsel beantworten ließe. Dass Streich das überhaupt will, ist nach seinem klaren Bayern-Dementi wiederum eine andere Frage.

Zumindest einige Spieler freuen sich über die Gerüchte. „Wenn dem so ist, ist das eine Ehre für uns und für ihn“, sagte Freiburgs Torjäger Nils Petersen. „Aber wir hoffen natürlich, dass er bleibt.“ Münchens Nationalstürmer Sandro Wagner kann sich Streich als Trainer für die kommende Spielzeit wie viele andere Dinge „sehr gut vorstellen“, wie er sagte. „Es wird sich schon jemand in der Republik finden, der uns nächste Saison trainiert. Zur Not mach ich es selber“, kommentierte er die anhaltende Trainer-Diskussion.

Unabhängig von Streich dürfte die Suche nach einem Nachfolger von Heynckes nun in die heiße Phase gehen. Nach Informationen der „Sport Bild“ soll der neue Coach in den nächsten drei bis vier Wochen bekanntgegeben werden. Einen klaren Favoriten scheinen die Münchner Bosse immer noch nicht zu haben. Immer wieder wurden zuletzt der derzeit vereinslose Thomas Tuchel, Frankfurts Niko Kovac, Leipzigs Ralph Hasenhüttl oder Hoffenheims Julian Nagelsmann gehandelt. Nun also auch Christian Streich. Es erscheint zumindest nicht abwegig, dass sein Name in der FCB-Führungsetage diskutiert wurde.

Angesprochen auf seinen Trainerkollegen wurde Heynckes sogar ein wenig sentimental. „Es war sicher die letzte Begegnung von uns beiden“, sagte er mit Blick auf sein angekündigtes Karriereende im Sommer. Die tägliche Arbeit als Coach wird er im Anschluss bestimmt nicht vermissen, ganz sicher aber wohl seinen Freiburger Kollegen. „Weil ich Christian Streich nicht nur sehr schätze, sondern weil ich weiß, dass er hier überragende Arbeit macht“, lobte Heynckes. Es war nicht das erste Mal, dass er von Streich schwärmt. Das dürften sicher auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß registriert haben.


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